sueddeutsche.de: Was soll also passieren? Die zivile Hilfe für Afghanistan ausbauen? Sich militärisch zurückziehen?
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Todenhöfer: Ich sage nur, wir kämpfen in Afghanistan nicht gegen den globalen Terrorismus, sondern gegen einen nationalen Aufstand - und das tun wir auch noch in kontraproduktiver Weise. Beim Versuch, die Taliban zu bekämpfen, werden ständig Zivilisten getötet. Hochrangige afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei Drittel der angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist einer der Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und verachteten Taliban.
sueddeutsche.de: Was ist mit den amerikanischen Militärs?
Todenhöfer: Die USA haben sich wie im Irak aus der Rolle des Befreiers in die Rolle des Besatzers bombardiert. Führende afghanische Politiker haben mir im vertraulichen Gespräch gesagt, sie brauchten weder mehr deutsche Truppen noch mehr Kampfeinsätze der Deutschen. Das seien Forderungen der Nato, die sich in Afghanistan verrannt habe. Afghanistan brauche eine Änderung der Nato-Strategie, das heißt mehr Schulen statt Bomben.
sueddeutsche.de: Zwei Drittel der Getöteten seien unschuldige Zivilisten - ist das nicht eine gegriffene Zahl?
Todenhöfer: Einen derartigen Fall habe ich selbst nachrecherchiert. Ich habe in den afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen Dolmetscher mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem amerikanischen Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er berichtete mir, dass die US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte, die er für seinen verstorbenen Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90 Zivilisten getötet worden, darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und mehrere afghanische Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen ausdrücklich bestätigt. Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen Fällen einfach die Unwahrheit gesagt.
sueddeutsche.de: Was bekommen die Afghanen von solchen Zwischenfällen mit?
Todenhöfer: Die Bilder von Asisabad liefen im afghanischen Fernsehen zwei Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein verzweifelter Mann das blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate alten Babys in die Kamera hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die ein Arzt heimlich mit seinem Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste die afghanische Bevölkerung sich immer wieder den amerikanischen Militärsprecher anhören, der behauptete, man habe lediglich 30 Taliban getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf bis sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute einfach wegdementiert.
sueddeutsche.de: Was sind Ihre Schlussfolgerungen?
Todenhöfer: Da in Afghanistan immer wieder Zivilisten zu Tode gebombt werden und die schrecklichen Bilder hiervon jede Woche über die afghanischen Bildschirme flimmern, geben diese Bombardements dem Aufstand der Taliban massiven Auftrieb. Da diese Schreckensbilder zerfetzter Kinder und unschuldig getöteter Frauen und Männer auch auf anderen muslimischen Sendern weltweit, also auch im Westen, zu sehen sind, stärken sie auch den globalen Terrorismus. Viele junge Muslime, auch bei uns im Westen, ballen die Fäuste, wenn sie solche Bilder sehen. Mit jedem durch westliche Waffen getöteten muslimischen Kind wächst der globale Terrorismus. Mit diesen Bombardements verteidigen wir unsere Sicherheit am Hindukusch nicht, wir gefährden sie. Die Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter.
Wie soll es in Afghanistan weitergehen? Todenhöfers Ansicht hierzu auf Seite drei.
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- Bundeswehr in Afghanistan Deutschland im Krieg 18.09.2008
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
"Die Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter."
"Nur Verteidigungskriege sind nach unserer Verfassung zulässig - und auch das nur im äußersten Notfall."
Und zu beiden stehe ich schon seit Jahren und kassiere nichts als Verachtung dafür.
Scheint den Bürgern so zu gefallen wie´s ist.
weiter beschaeftigt wurde weil Sie nicht Nein- sagen konnte.
Die buergerlichen Medien tuen ja alles um uns davon zu ueberzeugen dass man
jetzt besonders unter Obama nicht nei sagen darf zu amerikanischen Forderungen.
Vielleicht endet unser Hosenanzug wie die Sekretaerin.
Das wollte ich schon lange mal sagen.
Danke.
PS.
Falsch verstandene Solidarität mit den Verbündeten: ja, es ist eine sehr große Unfreiheit, man hat sich zwar einigermaßen aus dem Irakkrieg raushalten können, aber mehr war einfach nicht drin, jetzt DÜRFEN wir gar nicht Nein sagen, wir dürfen es nicht, sonst werden wir gewissermaßen auf die Liste der Schurkenstaaten gesetzt.
Danke Herr Todenhöfer.
In Merkels Gehör.
"Breaking Egypt down territorially into distinct geographical regions is the political aim of Israel in the Nineteen Eighties on its Western front."
"Lebanon's total dissolution into five provinces serves as a precendent for the entire Arab world including Egypt, Syria, Iraq and the Arabian peninsula and is already following that track. The dissolution of Syria and Iraq later on into ethnically or religiously unqiue areas such as in Lebanon, is Israel's primary target on the Eastern front in the long run, while the dissolution of the military power of those states serves as the primary short term target."
"Iraq, rich in oil on the one hand and internally torn on the other, is guaranteed as a candidate for Israel's targets. Its dissolution is even more important for us than that of Syria....Every kind of inter-Arab confrontation will assist us in the short run and will shorten the way to the more important aim of breaking up Iraq into denominations as in Syria and in Lebanon. In Iraq, a division into provinces along ethnic/religious lines as in Syria during Ottoman times is possible. "
"The entire Arabian peninsula is a natural candidate for dissolution ..."
"Jordan constitutes an immediate strategic target in the short run but not in the long run, for it does not constitute a real threat in the long run after its dissolution,.."
cosmos.ucc.ie/cs1064/jabowen/IPSC/articles/article0005345.html
Wenn wir die heutige Lage im Libanon, im Irak und Afghanistan betrachten, braucht man nicht mehr gross zu spekulieren, ob dort ein zufälliges Chaos herrscht oder ein geplantes Ziel umgesetzt wurde.
Paging