Journalist bestätigt Präsidentenberater enttarnte CIA-Agentin

Unerfreuliche Nachrichten für George W. Bush: In der US-Politaffäre um die Enttarnung einer Geheimdienst-Mitarbeiterin hat ein renommierter Reporter bestätigt, dass er den Tipp von Bushs engstem Vertrauten bekommen hatte.

Präsidentenberater Karl Rove habe jedoch niemals explizit den Namen von Valerie Plame genannt, schrieb der Journalist Matthew Cooper im US-Magazin Time. Er habe Rove im Juli 2003 angerufen, nachdem in der New York Times ein Kommentar von Ex-Botschafter und Plame-Ehemann Joseph Wilson erschienen war, in dem dieser die Aussage von US-Präsident George W. Bush anzweifelte, Iraks Ex-Präsident Saddam Hussein habe sich im Niger atomwaffenfähiges Uran beschaffen wollen.

Karl Rove und George W. Bush am 15. Juli 2005

(Foto: Foto: Reuters)

In diesem Gespräch habe Rove deutlich gemacht, dass Wilsons Frau für die "Agentur" arbeite und damit eindeutig den US-Geheimdienst CIA gemeint, schrieb Cooper. Allerdings sei der Name der Agentin niemals gefallen. Roves Anwalt Robert Luskin hatte in der vergangenen Woche gesagt, sein Mandant habe niemals bewusst geheime Informationen verraten und keinem Reporter gesagt, dass Plame für die CIA arbeite.

Cooper schrieb weiter, er habe auch mit dem Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis Libby, über den Fall gesprochen. Auch dieser habe aber niemals den Namen Plames oder ihre Arbeit für die CIA erwähnt.

Plames Ehemann Joseph Wilson hatte die Enttarnung seiner Frau als Racheakt der Regierung für seine regierungskritische Haltung gedeutet. Ein vom Justizministerium eingesetzter Sonderermittler versucht nun herauszufinden, wer für die Enttarnung verantwortlich ist.

Eine Kollegin Coopers, Judith Miller von der New York Times, wurde in derselben Angelegenheit in der vergangenen Woche ins Gefängnis geschickt, weil sie darauf bestand, ihre Quellen geheim zu halten. Ein Richter ordnete Beugehaft an, weil Miller die Aufklärung einer möglichen Straftat behindere.