Warum gerade wir? Weshalb steht Europa im Zentrum der Finanzkrise? Weil die Krise auf ein unfertiges Haus trifft, ein Staatsgebilde ohne Macht, aber mit vielen Mächtigen. Deren Unentschiedenheit und Vielstimmigkeit schafft kein Vertrauen. Europa braucht eine echte Regierung, doch dabei dürfen die Europäer einen Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.
Die Euro-Zone steht im Zentrum der globalen Finanzkrise. Warum gerade Europa? Weil nur hier, in dem nach dem Dollar wohl wichtigsten Währungsraum, die Finanzkrise nicht auf einen Staat mit angemessen großer Macht trifft, sondern lediglich auf eine schwache "Struktur". Diese droht gegenwärtig durch ihre Unentschiedenheit und Vielstimmigkeit das Vertrauen der Bürger und Märkte in ihre Krisenlösungskompetenz zu verspielen und das internationale Finanzsystem in den Abgrund zu reißen.
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In einer Glasfassade spiegelt sich das Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel. Der Superbehörde fehlt zum Regieren die nötige Legitimität. (© REUTERS)
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Der eigentliche Kern der Finanzkrise besteht in der Euro-Zone aus einer politischen Krise, die dem gesamten europäischen Projekt die Existenzfrage stellt. Scheitert die Währungsunion, dann wird auch vom gemeinsamen Markt und den europäischen Institutionen und Verträgen nicht allzu viel übrig bleiben. Sechzig Jahre erfolgreiche europäische Integrationsgeschichte müsste man dann mit unabsehbaren Folgen abschreiben.
Dieses Scheitern würde sich zudem während einer fundamentalen Neuordnung der Welt vollziehen, denn 200 Jahre westlicher Vorherrschaft gehen zu Ende. Macht und Reichtum verschieben sich nach Ostasien und in andere Schwellenländer. Zudem wird sich Amerika an die Lösung seiner eigenen Probleme machen müssen und sich zugleich mehr dem Pazifik als dem Atlantik zuwenden. Um Europa wird es also einsamer und kälter werden. Wenn die Europäer daher jetzt nicht anfangen, sich um ihre Zukunft und ihre Interessen zu kümmern - wer denn soll es für sie tun? Niemand, lautet die schlichte Antwort.
Unfertiges Gebäude Europa
Der Kern der europäischen Krise liegt nicht in drei Jahrzehnten Neoliberalismus, nicht im Platzen der Spekulationsblase, nicht in der Verletzung der Maastricht-Kriterien, nicht in der Staatsverschuldung und auch nicht bei den Banken und der allgemeinen Gier - so wichtig diese Dinge allesamt sein mögen. Er liegt in der Politik. Genauer: im Fehlen einer gemeinsamen europäischen Regierung.
Als sich zu Beginn der neunziger Jahre die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten dazu entschloss, eine europäische Währungsunion mit gemeinsamer Währung und Zentralbank zu bilden, traute man sich damals die gemeinsame Regierung nicht zu. Sie sollte später folgen. Die Währungsunion blieb deshalb ein unfertiges Gebäude, dem im Krisenfalle die politische Statik und damit Stabilität fehlen musste. Die Währungssouveränität wurde zwar vergemeinschaftet, die unerlässliche Macht zu ihrer Ausübung blieb aber in den nationalen Hauptstädten.
Man glaubte damals, vertraglich verpflichtende Prinzipien in Gestalt von Stabilitätskriterien würden ausreichen, aber dies erwies sich als Trugschluss, denn Prinzipien müssen immer machtgestützt sein, um in der Realität zu funktionieren. Die Währungsunion war und ist deshalb also eine Konföderation souveräner Staaten mit gemeinsamer Währung und gemeinsamen Prinzipien und Mechanismen geblieben. Ein solch loser Verbund von Staaten ist aber in einer Krise nicht ausreichend handlungsfähig und verliert auf Grund seiner Schwäche das wichtigste Gut einer Währung, nämlich das in sie gesetzte Vertrauen. Europa muss daher von einer Konföderation zu einer Föderation werden, wenn es sich nicht selbst ruinieren will. Die Konsequenz heißt: die Europäisierung der tatsächlichen politischen Macht.
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die alten Herren sollten sich raushalten, sie haben viel Unheil angerichtet und dabei noch viel GLUECK in diesem System
zu leben und das nicht schlecht (auf unsere Kosten) , Helmut
Schmidt ist zwar eine Respektsperson fuer mich aber in der
heutigen Zeit wuerde man sein Wirken kritischer sehen !
Kann er nicht einen netten Nachruf auf seinen Freund Gadhafi schreiben. Man war sich so nahe. Ach ja, da ist ja Alice. Die hat ja auch öffentlich die Wahrheit gesagt und da ist sie rausgeworfen worden. ( Nun ehrlich, ihre Beziehung zum Gadhafi Sohn ist wohl das Produkt einer Geschmacksverirrung, zumindest würde ich es so sehen, aber sie stand zumindest zu dem was sie meinte und fühlte. Das im Gegensatz zu Joschka, der weder Wissen noch Rückgrat hat).
Aber eine europäische Regierung. Joschka, hast wieder zu tief ins Glas geschaut bevor du den Artikel geschrieben hast. Siehe das alte Jugoslawien, da hast du die Serben bombadieren lassen. Ein Europa wie es jetzt ist, wirtschaftlich und in der Zusammenarbeit von Nationen ist ok, aber bitte keinen europäischen Nationalstaat.
Die Währungsunion ist als Konzept so nicht (über)lebensfähig. Sie ähnelt einem Ehevertrag, in dem die Partner vereinbaren, nicht gegenseitig für die Schulden aufzukommen und sonst nichts.
Jetzt werden erste Maßnahmen ergriffen, was zu tun ist, um schlechte Zeiten eines Partners zu überbrücken. Das ist aber erst ein Anfang. Was folgen muss sind weitere Maßnahmen des Zusammenschlusses wie Zollunion, Fiskalunion und am Schluss Föderation.
Unsere Enkel werden es vielleicht erleben.
Hier kann man Herrn Fischer nur 100% zustimmen, auch wenn er einmal einen Stein geworfen hat, @ satyrffm.
Europa steht in der globalisierten Welt aufgrund schwacher Politiker am Abgrund!
Gesättigten 450 Millionen Europäer stehen „hungrige“
1,3 Milliarden Chinesen, 1 Milliarde Inder und noch einmal ca. einer Milliarde anderer Völker in Asien gegenüber.
Harte Arbeit und Entbehrungen gehören zu ihrem Lebensstil!
In diesem Kräfteverhältnis ist nationalistische Kleinstaaterei Selbstmord!
Selbst Deutschland mit seinen 80 Millionen ist ein Kleinstaat!
Überalterung und ein marodes Bildungssystem mindern seine Chancen in der Globalisierung gegen Null.
Die Zeiten nationaler Kleinstaaten sind mit „Königsrechten“ in der Finanz- und Wirtschaftspolitik sind vorbei.
Kleinstaaten-Königsreiche gefährden die Zukunft ihrer Völker!
In 30 Jahren wird China 40%, USA 14% und Europa nur noch 5% der Weltwirtschaftsleistung erbringen.
Die Dynamik dieser Länder hat bereits heute zu einer enormen wirtschaftlichen Machtverschiebung geführt, der eine Verschiebung politischer Macht gefolgt ist.
Die technologische Führerschaft wird folgen, die für ein Kleinstaaten- Europa eine besondere Gefahr ist.
Wir müssen aufhören, unsere 80 Millionen, die voraussichtlich in 30 Jahren nur noch 60 Millionen sein werden, gegen die Milliarden der Globalisierung als Einflussgröße zu denken! Es wäre eine gefährliche und dümmliche Hybris des „Alt-Europas“.
Europa ist unser Schicksal und unsere einzige Chance!
Wir brauchen Menschen, die über das kleinstaatliche Denken von vorgestern hinausgehen.
Allein gegen alle war vorgestern.
Natürlich darf jeder seine „Kultur“ behalten und Lederhosen tragen, Gauda essen, Rotwein trinken und sein Liedgut pflegen, da sich Europa ohnehin geistesgeschichtlich ohnehin als gemeinsames Denken aus dem antiken Griechenlands entwickelt hat.
Und, Europas Grenzen haben sich willkürlich aus 1000 Kriegen ergeben.
Nur einige 100 Kilometer weiter und der gute DM-Deutsche wäre Heute vielleicht ein Bunga-König?
Für manchen "guten Deutschen", der nicht Europäer sein will,
sicherlich eine schlimme Vorstellung.
Für seine Weisheiten, die keiner wissen will? Der Steinewerfer, Bürger-Abzocker, Damenflachleger und jetzt Consultant sollte mal den Ball flachhalten.