Erst hatte er selbst um die demokratische Kandidatur gekämpft. Nun gibt es Anzeichen, wen John Edwards im Duell Clinton-Obama favorisiert.

Kaum ein Superdelegierter ist im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur so begehrt wie der ehemalige Kandidat John Edwards - höchstens vielleicht noch Friedensnobelpreisträger Al Gore.

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Superdelegierter John Edwards (© Foto: AP)

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Doch beide Politschwergewichte hielten sich bisher in der Öffentlichkeit bedeckt, was ihre Präferenzen betrifft.

Edwards aber musste sich am Dienstag zumindest in der Abgeschiedenheit der Wahlkabine zwischen Barack Obama und Hillary Clinton entscheiden.

Als ehemaliger Senator von North Carolina war er bei den Vorwahlen in diesem US-Staat wahlberechtigt und nahm auch an der Abstimmung teil.

Für wen er also gestimmt habe, fragte ihn der Moderator einer Fernsehsendung, in der Edwards nach der Primary zu Gast war. Edwards Antwort war kryptisch: "I just voted for 'im on Tuesday", so zitiert ihn die New York Times, also: "Ich habe ihn am Dienstag gewählt". Doch auf Nachfrage des Moderators, "haben Sie für ihn oder für sie gestimmt?", gab der ehemalige Senator keine Antwort mehr.

Hatte Edwards aus Versehen "him", also "ihn" gesagt, und damit eine Wahlempfehlung für Obama abgegeben? Seine Mitarbeiter ruderten sofort zurück. Edwards habe "them" gesagt und gemeint, er habe für "sie", also für einen von beiden, seine Stimme abgegeben.

Sein Südstaatenakzent sei schuld an dem Mißverständnis und seine Äußerungen seien auf keinen Fall als Wahlempfehlung für Obama zu verstehen.

Auch zu anderen Gelegenheiten äußerte sich Edwards in einer Weise, die als Unterstützung für Obama zu verstehen war. So sagte er in einem Interview mit dem TV-Sender ABC, Obama habe "eine bessere Chance" als Clinton, den konservativen Herausforderer John McCain zu schlagen. Und weiter: "Gehen wir einfach davon aus, dass Obama der Präsidentschaftskandidat ist. Denn alle Anzeichen zeigen in diese Richtung."

Doch auch diese Sätze sollten, bitte, nicht als Empfehlung zu verstehen sein.

Edwards ist nicht die einzige Parteigröße, die sich davor scheut, im Duell Obama-Clinton Farbe zu bekennen. Auch die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, oder Ex-Vizepräsident Al Gore haben sich bislang nicht öffentlich zu einem der beiden Kandidaten bekannt.

Obama und Clinton, der Senator aus Illinois und die ehemalige First Lady, liefern sich seit Monaten einen harten Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Da weder Obama noch Clinton in den noch ausstehenden Vorwahlen die erforderliche absolute Mehrheit von 2025 Delegiertenstimmen erreichen können, werden auf dem Parteitag Ende August in Denver die Superdelegierten über die Präsidentschaftskandidatur entscheiden.

Ein Mann wie Edwards könnte dabei Zünglein an der Waage spielen.

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(sueddeutsche.de/AFP/bavo/odg)