Atomkraftwerk Fukushima-1 Drei-Punkte-Plan gegen den Super-GAU

Experten befürchten, dass es bald zum Super-GAU kommt. Japans Behörden wollen nun in drei Schritten versuchen, das Krisen-AKW Fukushima-1 in den Griff zu bekommen: Als Erstes setzen sie Militär-Hubschrauber und Wasserwerfer ein, um die überhitzten Reaktoren 3 und 4 abzukühlen. Die Zahl der Opfer steigt auf mehr als 5000.

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Japans Behörden hoffen, im Laufe des Donnerstags drei Schritte im Kampf gegen das havarierende Krisen-AKW Fukushima-1 unternehmen zu können: Erst sollen Löschhubschrauber und Wasserwerfer die überhitzten Reaktoren abkühlen - die Helikopter waren bereits im Einsatz, die Wasserwerfer folgen demnächst. Danach soll die Stromversorgung zumindest teilweise wieder hergestellt und schließlich mit speziellen Pumpen des US-Militärs wieder Meerwasser zur Kühlung verwendet werden.

00:45 Uhr

Die Temperatur in den Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente in Fukushima-1 hat dramatisch hohe Werte erreicht. Im Reaktor 4 wurden schon am Montag und Dienstag 84 Grad Celsius gemessen, wie die Internationale Atomenergiebehörde IAEA am Mittwoch unter Berufung auf Angaben aus Japan mitteilte. Für Mittwoch lagen demnach keine Daten vor. Laut IAEA wird die Temperatur in den Aufbewahrungsbecken unter normalen Umständen unter 25 Grad Celsius gehalten. Nach aktuellen IAEA-Angaben kocht das Wasser mittlerweile schon. Greg Jaczko, Chef der amerikanischen Nuklearbehörde NRC, hatte zuvor gesagt, seiner Kenntnis nach würde das Abklingbecken in Reaktor 4 überhaupt nicht mehr gekühlt, da das komplette Wasser abgelaufen sei. Kraftwerksbetreiber Tepco hat dem widersprochen. Für die Abklingbecken in den noch als weitgehend intakt geltenden Reaktoren 5 und 6 meldet die IAEA für Mittwochmorgen 6 Uhr deutscher Zeit 62,7 beziehungsweise 60 Grad Celsius.

01:21 Uhr

Nachdem sich der Nikkei-Index am Mittwoch etwas erholt hatte, scheint er am Donenrstag wieder in Schwierigkeiten zu geraten. Im frühen Handel verliert er mehr als drei Prozent. Am Vortag hatten auch die Börsen in Frankfurt und New York im Minus geschlossen.

01:26 Uhr

Der Chef der US-Atomaufsicht, Gregory Jaczko, bleibt trotz des Dementis der Betreiberfirma Tepco bei seiner Meinung, dass die alten Brennelemente in Reaktor 4 frei liegen, weil sich im Abklingbecken kein Wasser mehr befinde. Dem "Guardian" sagte er: "Mir wurde bestätigt, dass die Information verlässlich ist. Dennoch hoffe ich, dass es nicht stimmt."

01:30 Uhr

Der Yen ist angesichts der Katastrophe in Japan auf ein Rekordhoch gestiegen. Für einen Dollar mussten auf der Handelsplattform EBS zeitweise nur noch 76,25 Yen bezahlt werden und damit deutlich weniger als Anfang 1995, als nach dem schweren Erdbeben in Kobe nur noch 79,75 Yen gezahlt werden mussten. "Das ist Chaos da draußen", sagte ein Händler in Australien. Der Ruf nach einer Intervention werde lauter. Die japanische Zentralbank will noch einmal 61 Milliarden Dollar in den Markt pumpen.

01:37 Uhr

Nach Angaben des Fernsehsenders NHK bereitet sich nun eine Polizei-Einheit vor, um mit einem Wasserwefer den Reaktor 4 zu kühlen. Die Polizei sagte, sie handele auf Bitten der japanischen Regierung.

01:44 Uhr

Nach Angaben der japanischen Atombehörde nimmt die Radioaktivität am Atomkraftwerk weiter ab, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Am Mittwoch hatte sie bei knapp 1000 Mikrosievert pro Stunde gelegen, am Donnerstagmorgen (Ortszeit) nur noch bei 338 Mikrosievert pro Stunde.

01:52 Uhr

Militär-Hubschrauber haben nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji am Donnerstagmorgen (Ortszeit) damit begonnen, das AKW Fukushima-1 mit Wasser zu besprühen. Laut Reuters räumt die japanische Atombehörde derzeit Reaktor 3 die höchte Priorität ein - wegen des dort austretenden Rauches und Dampfes.

02:02 Uhr

Der TV-Sender NHK zeigt gegen 9:50 Uhr Ortszeit Live-Bilder von einem Hubschrauber, der Wasser auf den Block 3 ablässt. Es war der Nachrichtenagentur dpa zufolge ein großer Wasserschwall zu sehen, der sich auf das Gebäude ergoss.

02:12 Uhr

Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 hat ein Kühlversuch aus der Luft begonnen. Zwei Hubschrauber kreisen über den Anlagen und warfen Wasser über dem Reaktor 3 ab, wie der Fernsehsender NHK live zeigte. Jeder der Hubschrauber kann Angaben des Fernsehsenders zufolge 7,5 Tonnen Wasser fassen. Mehrmals ergoss sich ein riesiger Schwall über den Block 3, dessen Dach bei einer Explosion abgerissen worden war. Wie viele Tonnen Wasser die Hubschrauber genau abwarfen und ob ihre Tanks voll gefüllt waren, blieb zunächst unklar. Nach BBC-Angaben bekam auch Reaktor 4 eine Ladung Wasser ab.

02:16 Uhr

Der japanische Fernsehsender NHK spricht davon, dass nun elf Lkw mit Wasserwerfern auf dem Weg zum Atromkraftwerk Fukushima-1 sind, um die Reaktoren mit Wasser zu kühlen.

02:27 Uhr

Anscheinend ist der Einsatz schon wieder vorbei. Aufgrund der hohen Strahlenwerte und der damit verbundenen Risiken könnten die Hubschrauber nicht länger Wasser abwerfen, berichtet der Fernsehsender NHK.

02:46 Uhr

Der Fernsehsender NHK berichtet nun ebenfalls, dass die Einsätze aus der Luft erst einmal unterbrochen sind. Dafür sollen nun bald die Lkw mit den Wasserwerfern anrücken.

03:11 Uhr

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagt, die Hubschrauber hätten mindestens vier Ladungen Wasser über Reaktor 3 abgeworfen. Möglicherweise habe sich jedoch ein Großteil des Wassers bereits in der Luft zerstreut. Das Wasser solle einerseits den Reaktor kühlen und andererseits das Abklingbecken wieder auffüllen, erklärte die Sprecherin. Der Kraftwerksbetreiber Tepco hatte zuvor mitgeteilt, das Becken sei fast leer und die Brennstäbe würden sich immer weiter erhitzen.

03:24 Uhr

Die Behörden in Japan wollen die Kontrolle über das havarierte Atomkraftwerk Fukushima-1 in drei Schritten zurückgewinnen, sagte ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde. Schritt eins ist der Versuch, mit Hubschraubern aus der Luft und Wasserwerfern am Boden die Reaktoren zu kühlen. Danach soll wieder eine Stromversorgung zum Unglücks-AKW gelegt werden; der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge könnte das am Nachmittag so weit sein. In einem dritten Schritt solle dann mit Hilfe des Stroms wieder ein permanentes Kühlsystem in Gang gesetzt werden. Dafür soll Meerwasser genutzt werden.

03:41 Uhr

Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sagt nun entgegen den bisherigen Meldungen, dass es noch nicht sofort, sondern erst am Nachmittag zum Einsatz der Wasserwerfer kommen soll. Die Entscheidung für den mittlerweile beendeten Einsatz der Militär-Hubschrauber sei am frühen Donnerstagmorgen gefallen, sagte er. Anders als noch am Mittwoch hätten die gemessenen Strahlenwerte nun einen Lufteinsatz zugelassen.

03:59 Uhr

Die japanische Regierung empfindet eine Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima-1 als ausreichend, betonte ihr Sprecher Yukio Edano. Die radioaktive Strahlung im Umkreis sei gemessen und der Radius entsprechend festgesetzt worden. Die US-Regierung hatte allen Amerikanern vor Ort nahegelegt, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern um die Anlage zu verlassen. Edano nannte das "einen konservativeren Ansatz".

04:02 Uhr

Die Zahl der Opfer steigt weiter: Nach offiziellen Angaben sind beim Erdbeben und dem folgenden Tsunami mindestens 5178 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, könnte die Zahl der Todesopfer aber auf mehr als 13.000 steigen, da 8606 Menschen noch vermisst werden. In den vergangenen Tagen waren kaum noch Überlebende aus den Trümmern geborgen worden. Die Zahl der Verletzten wurde mit 2285 angegeben.

04:08 Uhr

Leistungsstarke Pumpen der US-Streitkräfte sind auf dem Weg zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1, berichtet der japanische Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa in einer Pressekonferenz. An den Reaktoren soll ein neues Kühlsystem installiert werden. Dafür wird derzeit eine Stromversorgung gelegt, die nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) in Teilen laufen könnte. Die Pumpen sollen Meerwasser in die überhitzten Anlagen spülen.

04:24 Uhr

Der mittlerweile beendete Einsatz der Militär-Hubschrauber hat in erster Linie dem Reaktor 3 gegolten, weil dessen Dach bei einer Explosion abgerissen worden war. Für Reaktor 4 eignen sich Kühlungsversuche aus der Luft weniger, weil dessen Dach noch größtenteils intakt ist; hier sollen die Wasserwerfer zum Einsatz kommen. Unklar ist allerdings noch, wann.

04:37 Uhr

Das Abklingbecken für die abgebrannten Brennelemente in Reaktor 4 ist nach Angaben des AKW-Betreibers Tepco nicht leer. Bei einem Flug zur Messung der Strahlung am Mittwoch sei Wasser in dem Becken zu sehen gewesen, sagte ein Tepco-Sprecher während einer vom TV-Sender NHK übertragenen Pressekonferenz am Donnerstag. Der genaue Pegelstand sei zwar nicht sichtbar gewesen, aber definitiv sei noch Wasser in dem Becken. Zuvor hatte Tepco allerdings zugegeben, dass das Abklingbecken fast leer sei und die Brennstäbe sich weiter erhitzen würden. Die US-Atomregulierungsbehörde NRC geht davon aus, dass die Brennelemente komplett frei liegen und überhaupt kein Kühlwasser mehr vorhanden ist.

04:57 Uhr

Die Armee bereitet ihre Hubschrauber für ein weiteres Kühlmanöver über dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 vor. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa. Der erste Einsatz war am Morgen nach gut einer halben Stunde beendet worden, dabei hatten die beiden Helikopter des Typs CH-47 Chinook viermal jeweils Tonnen von Wasser auf Reaktor 3 abgeworfen, um die Brennstäbe abzukühlen. Der Plan ist nun, dass eine Hubschrauberbesatzung jeweils 40 Minuten lang Wasser abwirft, ehe sie wegen der Strahlenbelastung abgelöst werden muss.

05:12 Uhr

Das Dach von Reaktor 4 des Unglücks-Atomkraftwerks Fukushima-1 ist bis auf den Rahmen zerstört. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo mit Verweis auf den AKW-Betreiber Tepco. Das könnte dazu führen, dass beim nächsten Hubschrauber-Einsatz Wasser auch auf Reaktor 4 gekippt wird.

05:39 Uhr

Eine Intervention der sieben führenden Industrieländer (G 7) am Devisenmarkt ist nach Ansicht des japanischen Wirtschaftsstaatsministers Kaoru Yosano nicht nötig. Die Auswirkungen des Jahrhundertbebens auf die Wirtschaft seien begrenzt, sagte der Minister in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich denke nicht, dass Aktien- und Devisenmärkte in Aufruhr sind", sagte Yosano auf die Frage, ob die G-7-Länder gegen den Anstieg des Yen vorgehen sollten. "Wir hätten gerne psychologische Unterstützung der G 7", sagte er.

05:55 Uhr

Im Pazifik-Staat Vanuatu ist ein starkes Erdbeben gemessen worden. Nach Angaben des US-Instituts für Geophysik hatte es eine Stärke von 6,5. Eine weitreichende Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Das Institut rief aber die Behörden in Vanuatu wegen möglicher örtlicher Riesenwellen zur Wachsamkeit auf. Vanuatu liegt wie Japan auf dem Pazifischen Feuerring.

05:57 Uhr

Der Einsatz der Lösch-Hubschrauber hat die Intensität der radioaktiven Strahlung am havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 nicht verändert. Die Dosis sei gleich geblieben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco. Der Fernsehsender NHK berichtete ebenfalls von unveränderten Werten. Ob das in vier Ladungen abgelassene Wasser zumindest die Temperatur in den Unglücks-Reaktoren abgesenkt hat, war zunächst nicht bekannt.

06:17 Uhr

Angestellte des AKW-Betreibers Tepco sowie anderer Firmen haben angeboten, die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 zu unterstützen, wie der britische Sender BBC berichtet. Sie wollten die eskalierende Lage unter Kontrolle bringen. Unter Berufung auf die Agentur Jiji Press meldete BBC weiter, dass einer der Freiwilligen ein 56 Jahre alter Mann sei, der bereits vier Jahrzehnte in Atomkraftwerken gearbeitet habe und eigentlich in sechs Monaten in Ruhestand gehen wollte.

06:21 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat mit dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan über die Lage im Atomkraftwerk Fukushima-1 gesprochen. In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, die beiden Regierungschefs hätten bei dem Telefonat ihr Bündnis bekräftigt und über Schritte gesprochen, die die USA unternehmen, um für die Sicherheit ihrer Bürger in Japan zu sorgen. Die US-Regierung ordnete erste Evakuierungen von US-Bürgern aus Japan an und kündigte an, Flugzeuge zu chartern, um Bürgern zu helfen, die vor den erhöhten Strahlenwerten in dem asiatischen Land fliehen wollen. Von den freiwilligen Evakuierungen waren circa 600 Angehörige von Mitarbeitern der US-Regierung in Tokio und Yokohama betroffen.

06:38 Uhr

Die Hubschrauber-Besatzung wird nach dem Manöver über dem havariertem Atomkraftwerk Fukushima-1 dekontaminiert. Das sagte General Ryoichi Oriki dem Sender NHK. Oriki glaubt nicht, dass der Einsatz Gesundheitsprobleme auslösen werde. Über weitere Flüge sei noch nicht entschieden.

06:49 Uhr

Der Hafen Onahama im Norden Japans hat teilweise seinen Betrieb wiederaufgenommen. Dies teilt die Regierung mit. Weitere Häfen würden innerhalb der nächsten Tage folgen. Über die Häfen werden knapp sieben Prozent der Industrieproduktion des Landes abgewickelt.

07:34 Uhr

In Japans Hauptstadt Tokio und Umgebung ist laut dem Wirtschafts-, Handels- und Industrieminister Banri Kaieda ein großflächiger Stromausfall möglich. Dies könne geschehen, wenn die Stromnachfrage über die des Donnerstagmorgens steige, sagt Kaieda.

07:54 Uhr

Der Druck im Reaktorblock 3 des AKW Fukushima-1 steigt nach Angaben des Betreibers Tepco wieder.

08:05 Uhr

Dem Fernsehsender NHK zufolge sind elf Wasserwerfer auf dem Weg zum AKW Fukushima-1.

08:20 Uhr

Der Fernsehsender NHK berichtet, dass Telekommunikationsfirmen Handys, mobile Empfangsstationen und Aufladegeräte für Telefone in die Unglücksregion schicken. Damit soll die Logistik bei den Rettungsaktionen unterstützt werden. Wichtiger scheint jedoch: Überlebenden wird so die Möglichkeit gegeben, Kontakt zu ihren Freunden und Familien aufzunehmen.

08:22 Uhr

Tepco hat offenbar tatsächlich einen erfolgreichen Aufruf nach etwa 20 freiwilligen Helfern zur Abwendung einer nuklearen Katastrophe am Atomkraftwerk Fukushima-1 gestartet. Auf das Ersuchen des Unternehmens hätten sich sowohl Firmenmitarbeiter als auch Mitarbeiter anderer Unternehmen gemeldet, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Jiji. Darunter sei ein kurz vor der Rente stehender 56-Jähriger mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Kernenergieproduktion.

08:24 Uhr

Über den Internetkurznachrichtendienst Twitter zeigte sich eine Japanerin, möglicherweise eine Tochter des 56-Jährigen Freiwilligen, stolz und verängstigt, dass ihr Vater bei den Arbeiten helfen wolle. "Ich habe gegen die Tränen gekämpft, als ich gehört habe, dass mein Vater, der in einem halben Jahr pensioniert werden soll, sich zur Mithilfe bereiterklärt hat", schrieb sie. Er habe gesagt, die Zukunft der Atomgeneration hänge davon ab, wie Japan mit der Katastrophe umgehe, hieß es weiter. "Ich begebe mich auf eine Art Mission", zitierte die Frau ihren Vater.

08:26 Uhr

Die chinesische Regierung fordert Japan dazu auf, zeitnah und präzise über jede Entwicklung in der Atom-Krise zu informieren.

08:34 Uhr

Wegen der Angst vor den Folgen einer nuklearen Katastrophe in Japan und einem starken Anstieg des Yen hat der Aktienmarkt in Tokio am Donnerstag wieder Verluste hinnehmen müssen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss mit einem Minus von 131,05 Punkten oder 1,44 Prozent bei 8903,86 Punkten. Der breit gefasste Topix ging um 6,83 Punkte oder 0,84 Prozent niedriger bei 810,8 Zählern aus dem Handel.

08:47 Uhr

Der Betreiber des Krisen-AKW Fukushima-1 stoppt den Bau an einem weiteren Meiler. Tepco werde am AKW Higashidori in der Präfektur Aomori vorerst an seinem Reaktor nicht weiterbauen, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

09:04 Uhr

Im Osten Japans drohen großflächige Stromausfälle. Sollten Unternehmen und Bürger ihren Stromverbrauch nicht drastisch reduzieren, könnte unter anderem in der Hauptstadtregion Tokio noch am Donnerstagabend der Strom wegbleiben, warnte Wirtschaftsminister Banri Kaieda. Bereits am Vormittag habe der Stromverbrauch beinahe der Stromproduktion entsprochen. Wenn zum Abend hin der Stromverbrauch wie üblich zunehme, drohe ein Blackout. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo bat die Regierung die Bahngesellschaften, ihren Betrieb einzuschränken.

10:03 Uhr

Die japanische Atomaufsicht kann nicht bestätigen, dass die Brennstäbe im Abklingbecken des vierten Reaktors des Kernkraftwerks Fukushima-1 noch von Wasser bedeckt sind.

10:55 Uhr

Die Internationale Atombehörde IAEA meldet, dass sich die Zahl der Verletzten im Atomkraftwerk Fukushima-1 auf 23 erhöht habe. Sie bezieht sich auf Angaben der japanischen Regierung. Mindestens 20 Mitarbeiter, so die IAEA, hätten Verstrahlungen davongetragen, in einem Fall sei die Strahlendosis sehr hoch gewesen. Auch zwei Polizisten mussten dekontaminiert werden. Mehrere Feuerwehrleute, die vor Ort waren, werden medizinisch beobachtet, hieß es weiter.

11:07 Uhr

Laut Regierungsangaben sind 14 ältere Patienten nach der Evakuierung aus einem Krankenhaus in der Nähe des Kernkraftwerks Fukushima-1 gestorben. Zwei der Patienten starben bereits auf dem Krankentransport, zwölf weitere anschließend in einer Notunterkunft in der Turnhalle einer Schule. "Wir hatten einfach nicht die Möglichkeiten, gute Pflege zu gewährleisten", sagte ein Beamter aus Fukushima.

11:34 Uhr

Wie der Deutsche Wetterdienst bestätigt, lassen die Schneeschauer in der Region um den Atommeiler Fukushima-1 am Donnerstagmorgen nach. Auch der Westwind hält unvermindert an, so dass die radioaktive Belastung weiter aufs Meer hinausgetragen wird. Aus Angst vor dem drohenden Blackout und der Nähe zum Atomkraftwerk hat Hongkong seine Bürger trotzdem aufgefordert, Tokio so schnell wie möglich zu verlassen.

11:44 Uhr

Auch die ARD zieht ihre Konsequenzen aus der unsicheren Lage und zieht ihre letzten Mitarbeiter aus Tokio ab. Der Korrespondent Robert Hetkämper und sein dreiköpfiges Fernsehteam haben ihre Büros in der japanischen Hauptstadt geräumt. Sie sollen bis auf weiteres im 500 Kilometer südwestlich gelegenen Osaka arbeiten.

12:08 Uhr

Die Notmannschaft im AKW Fukushima-1 besprüht den mit Plutonium bestückten Reaktor 3 nun doch wieder mit Wasserwerfern, wie das Fernsehen meldet. Zuvor war die Aktion wegen starker radioaktiver Strahlung vorübergehend eingestellt worden.

12:29 Uhr

Die Tokioter Börse hat einen Handelsstopp indes abgelehnt. "Wir haben nicht vor, den Handel zu verkürzen oder zu stoppen", sagte eine Sprecherin der Tokyo Stock Exchange. Die Kurse am wichtigsten asiatischen Handelsplatz waren zu Wochenanfang um mehr als zehn Prozent eingebrochen. Anschließend wurden Rufe nach einer zeitweiligen Schließung der Tokioter Börse laut. Ein einwöchiger Handelsstopp am Aktien- und Devisenmarkt könne eine Option sein, um die Lage zu beruhigen, sagte der Präsident des Oberhauses, Takeo Nishioka.

13:15 Uhr

Die USA haben eine unbemannte Drohne zur Dokumentation der Schäden über das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima-1 fliegen lassen. Die dabei gemachten Fotos seien der Regierung in Tokio übermittelt worden, berichtet der japanische Fernsehsender NHK. Der ferngesteuerte Flugkörper vom Typ Global Hawk sei bereits nach dem Erdbeben in Haiti 2010 eingesetzt worden, teilten die US-Luftstreitkräfte mit. Die Drohne ist auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Guam im Pazifik stationiert.

13:33 Uhr

Russland hat Japan seine Hilfe bei der Feuerbekämpfung in Atomkraftwerken angeboten, meldet die Agentur Interfax unter Berufung auf das Außenministerium.

14:02 Uhr

Das Abklingbecken im Block 4 des AKW Fukushima-1 gibt nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde weiterhin Anlass zu "ernster Sorge". Experten vermuten, dass die Brennstäbe in dem Becken trocken liegen und nicht mehr gekühlt werden. Da das Gebäude beschädigt ist, haben sie direkten Kontakt zur Umwelt.