Amnesty International klagt an: Die Finanzkrise verschlechtert die Menschenrechtslage in vielen Ländern. Vor allem betroffen: arme Menschen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International befürchtet, dass die Wirtschaftskrise weltweit zu mehr Repression, Unterdrückung und Chancenungleicheit führt. Im neuen Jahresbericht, der an diesem Donnerstag veröffentlich wird, schreibt Generalsekretärin Irene Khan, die Aufmerksamkeit der Politiker und die finanziellen Mittel konzentrierten sich fast nur noch auf die Wirtschaftskrise, "dabei stecken wir mitten in einer Menschenrechtskrise".
Menschenwürdiges Leben? Zwei Kinder baden in einer Mülltönne in einem Slum in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. (© Foto: AFP)
Anzeige
So seien im vergangenen Jahr in Tunesien zwei Menschen von der Polizei getötet, viele verletzt und 200 strafrechtlich verfolgt worden, weil sie gegen die hohen Lebensmittelpreise protestiert hatten.
In dem westafrikanischen Land Kamerun seien sogar 100 Menschen erschossen worden, als sie mit Demonstrationen darauf aufmerksam machten, dass sie sich die Nahrungsmittel nicht mehr leisten konnten. Der "empörendste Fall der Verweigerung des Rechts auf Nahrung", so heißt es in dem Bericht, habe sich in Birma ereignet. Drei Wochen lang habe das Regime nach dem Zyklon Nargis keine ausländischen Helfer ins Land gelassen.
Das Wohl weniger Auserwählter
Amnesty International fordert "neue Führer, eine neue Politik, eine neue Art von Wirtschaft". Nötig sei eine multilaterale Kooperation zum Wohl aller Menschen, nicht nur zum Wohl weniger Auserwählter. Während sich Amnesty International früher vor allem auf politische Rechte wie Meinungsfreiheit oder Gleichheit vor dem Gesetz konzentriert hatte, nimmt sich die Organisation seit einigen Jahren auch des Themas Armut an.
Mit der Veröffentlichung des Jahresberichts startet sie eine Kampagne, die darauf aufmerksam machen soll, dass die Rechte und die Würde armer Menschen viel häufiger verletzt werden als jene der Reichen. Zum Auftakt der Kampagne publiziert die Deutschlandsektion von Amnesty Berichte über die Situation in den Slums der angolanischen Hauptstadt Luanda und in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas.
In den Slums lebten die Einwohner unter unwürdigen Bedingungen und sie würden häufig ohne Entschädigung von den Regierungen vertrieben, weil die Städte wirtschaftlich prosperierten und Luxusviertel bauen wollten, sagt Katharina Spieß, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte bei der Deutschlandsektion von Amnesty. "Wir wollen den mittellosen Menschen helfen, dass sie eine gute Rechtsvertretung bekommen", erzählt Spieß. Es sei unhaltbar, dass weltweit vier Milliarden Menschen keine Möglichkeit hätten, juristisch für ihre Rechte zu streiten.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Bevor sie hier rumnörgeln, lesen sie doch einfach mal den ganzen Bericht:
www.amnesty.de/jahresbericht/2008/vorwort-amnesty-international-report-2008#top
So könnte man das zusammenfassen.
Die "Zivilisation" war ein Trugbild. Mit ihr ihre "Demokratie".
cc.
Alleine dass amnesty sein Betätigungsfeld ausweitet, ist in meinen Augen noch kein Grund zur Kritik. Die Vertretung politischer Gefangene sind eindeutig ja immer noch ein Schwerpunkt der Organisation, wie z.B. die Website oder die kontinuierlich beförderten Unterschriftenaktionen zeigen.
Sie schreiben weiterhin, die Vertretung von Frauenrechten sei bei amnesty unterrepräsentiert. Aufgrund welcher Grundlage fällen Sie dieses Urteil? Ich würde Ihre Empörung teilen, wenn Sie die Aussage belegten.
Die Website jedenfalls hat einen eigenen Bereich für Frauenrechte. Er ist überschrieben mit:
"Frauenrechte sind Menschenrechte. Amnesty setzt sich dafür ein, dass die Rechte von Frauen weltweit besser geschützt werden."
http://www.amnesty.de/internationaler-frauentag-2009?destination=suche%3Fwords%3Dfrauenrechte%26form_id%3Dai_search_form_block
Es führen von dort einige Links zu konkreten Aktionen.
Dies alleine widerlegt Ihre Kritik natürlich nicht. Da ich selbst nicht über die Verteilung der Mittel bei amnesty unterrichtet bin, wäre ich aus persönlichem Interesse für eine Stellungnahme oder eine Quellenangabe dankbar.
von AI durch fadenscheinige Ignoranz zu relativieren, zeugt von einer menschenverachtenden Ignoranz. Das Gleiche gilt für Sündenbockjagd der Sozialkritiker. Alle Ansätze bisher, unsere wirtschaftlichen Probleme und die des Lebens zu lösen, sind weitestgehend gescheitert.
Systeme werden von Menschen gemacht und daher scheitern sie solange die Menschen sich nicht ihrer eigenen Verantwortung bewusst sind. Eine völlige neue wie unbequemer Ansatz wäre zuerst in sich selbst aufzuräumen. So gesehen nicht völlig neue ist das nicht, das ist Gedankengut sämtlicher Religionen und Mystiker seit Menschengedenken.
Was diesen Ansatz so unattraktiv macht, ist man muss den gestreckten Finger von anderen abwenden und auf sich selbst zielen. Das ist ernüchtern und unangenehm, wenn man feststellt, dass man selbst nicht das erfüllt, was man von anderen vollmundig fordert.
Wie man es nennt Schatten, Dämon, soziales Fehlverhalten ist egal, dass Resultat bleibt, es ist der einzelne Menschen der ethisch handeln muss, dann ist auch das System ethisch. Wenn man sich vor Augen hält wie schwer es ist die eigenen schlechten Gewohnheiten zu ändern und wie viele Ausreden einem einfallen. Dann vermag man zu erahnen, dass andere zu ändern eine Herkules Aufgabe, wenn nicht unmöglich ist.
Man kann menschliches Fehlverhalten per Gesetz, per Wirtschaftsordnung im Zaum halten, abschaffen wird man es nur durch eine tiefgreifende Revolution im Inneren bei jedem einzelnen Menschen.
Coffeshop: "Sollen sie halt Kuchen essen.
Unser System funktioniert doch ganz anständig...... Ohne arm kein reich."
----
mit jeglicher art von ironie sind hier wohl einige gründich überfordert... man erkennt das am roten balken.
Paging