Ivanka Trump Die First Daughter in Berlin

Ivanka Trump nimmt auf Einladung der Kanzlerin an der G-20-Frauenkonferenz teil. Es ist ein Coup für Merkel: Sie hat erkannt, dass für Donald Trump Blut dicker ist als Wasser.

Von Hubert Wetzel

Es gibt in den USA den Präsidenten. Dessen Befugnisse sind in der Verfassung klar umrissen. Und es gibt die First Lady, die Ehefrau des Präsidenten. Sie hat zwar keinen rechtlich verankerten Status, aber es hat sich über die Jahrzehnte so eingebürgert, dass sie als erste Dame im Staat durchaus auch eigene politische Anliegen fördern darf, die dem Gemeinwohl dienen.

Seit Donald Trump in Washington regiert, ist der Kreis der politisch involvierten Familienmitglieder größer geworden. Da ist zunächst sein Schwiegersohn Jared Kushner, der First Son-in-law, wenn man so will, der als Berater im Weißen Haus angestellt ist. Und da ist die First Daughter: Ivanka Marie Trump, älteste Tochter des Präsidenten und Ehefrau von Kushner, die ebenfalls ein Büro im West Wing hat und ihrem Vater beratend zur Seite steht.

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An diesem Dienstag wird Ivanka Trump auf Einladung von Angela Merkel in Berlin an der G-20-Frauenkonferenz teilnehmen. Und man muss wohl sagen: Ivanka angelockt zu haben, ist ein veritabler Coup für die Kanzlerin. Zwar gäbe es ranghöhere US-Vertreter, die zu so einem Treffen anreisen könnten; aber man täte sich schwer, eine wichtigere und einflussreichere Vertreterin zu finden. Die Kanzlerin hat völlig richtig erkannt, dass für Trump Blut dicker als Wasser ist, im wirtschaftlichen wie im politischen Leben. Einen guten Draht zur Tochter des Präsidenten zu haben, ist deutlich mehr wert, als ein Dutzend seiner Minister zu empfangen.

Ivanka Trump wurde 1981 geboren, ihre Mutter ist Trumps erste Ehefrau Ivana. Als Mädchen hat sie viel gemodelt und gefeiert, heute ist sie freilich vor allem eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitet seit 2005 für den Familienkonzern, die Trump Organization. Unter ihrem Namen verkauft sie Schuhe, Schmuck und andere Accessoires.

Eric und Donald jr. dürfen sich um Papas Golfplätze kümmern

Insofern weiß Ivanka auch, dass ein allzu erratischer, radikaler Präsident Trump den Ruf der Luxusmarke Trump beschädigen kann. Das wäre schlecht fürs Geschäft. Sie gilt im Weißen Haus daher als besänftigende Kraft, als Teil jener Berater, die den Präsidenten nicht dauernd zu noch mehr Draufhauerei anstacheln, sondern das Ergebnis im Auge haben: Politischer Erfolg ist ihr wichtiger als Ideologie. Als liberale New Yorkerin kann sie mit vielen republikanischen Dogmen ohnehin wenig anfangen.

Sie setzt sich für die Förderung von Frauen in Firmen ein, sie hat ihren Vater überredet, eine bezahlte Mutterschutzzeit zu fordern, ebenso eine bessere steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Hieße Ivanka nicht Trump - die Demokraten würden wohl versuchen, sie für sich zu rekrutieren.

Doch Ivankas Loyalität zu ihrem Vater ist unerschütterlich. Und Donald Trump hält sehr viel von seiner Tochter. Es ist kein Zufall, dass er sie zu seiner Beraterin gemacht hat, nicht einen seiner Söhne. Eric und Donald jr. dürfen sich um Papas Golfplätze kümmern. Kronprinzessin Ivanka macht derweil Politik.

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