Italiens Premierminister in der Schuldenkrise Mario Monti kündigt Rücktritt an

Der Regierungschef, der seit Ende 2011 an der Spitze einer Technokratenregierung steht, hhälz es nicht für möglich, sein Amt weiter auszuüben.

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Italiens Ministerpräsident Mario Monti will nicht mehr. In Rom kündigte er seinen Rücktritt an, sobald die neuen Haushaltsgesetze verabschiedet sind. Zuvor hatte ihm die rechtspopulistische Partei von Ex-Premier Berlusconi das Vertrauen versagt. Der will ihn nun beerben.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti will schon bald zurücktreten. Das teilte das Präsidialamt in Rom am Samstagabend mit. Monti habe sein Rücktrittsangebot in einem einstündigen Gespräch mit Staatspräsident Giorgio Napolitano dargelegt.

Der Regierungschef, der seit Ende 2011 an der Spitze einer Technokratenregierung steht, halte es nicht für möglich, sein Amt weiter auszuüben, hieß es in der Mitteilung des Präsidialamtes weiter. Er wolle aber im Parlament noch das Gesetz über die Schuldenbremse durchbringen.

Die rechtspopulistische Partei "Volk der Freiheit" (PDL) von Ex-Premier Silvio Berlusconi hatte zuvor der Technokratenregierung des parteilosen Regierungschefs bei getrennten Vertrauensabstimmungen im Senat und im Abgeordnetenhaus die Unterstützung versagt. Monti hatte die Abstimmungen dennoch gewonnen, während die PDL-Abgeordneten ihnen fernlieben.

Monti wolle umgehend feststellen, ob die parlamentarischen Kräfte bereit seien, das Gesetz über die Schuldenbremse zu beschließen. Unmittelbar danach werde Monti sich mit seinem Kabinett darüber verständigen, seinen "unwiderruflichen Rücktritt" bekanntzugeben.

Montis Technokratenkabinett wurde bislang von den großen politischen Parteien Italiens mitgetragen, am Samstag kündigte jedoch der frühere Regierungschef Silvio Berlusconi seine neuerliche Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten an.

Im Frühjahr 2013 stehen Parlamentswahlen an. Dann wird die sozialdemokratische PD ihren am vergangenen Wochenende nominierten Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani ins Rennen schicken, dem gute Chancen auf eine Mehrheit eingeräumt werden.

Bersani hatte Berlusconi als "verantwortungslos" bezeichnet. Noch im Oktober dieses Jahres hatte Berlusconi erklärt, er werde nicht noch einmal als Spitzenkandidat seiner Partei antreten, seine Rolle sei eine beratende.