Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi tun so, als seien sie sich einig, wie sie mit afrikanischen Flüchtlingen umgehen wollen. Doch mit ihrem Brief an die EU drücken sie sich vor allem vor ihrer Verantwortung. Wie sie den Menschen wirklich helfen könnten, zeigt ein Blick nach Mexiko.
Der französisch-italienische Gipfel bot allerhand politisches Getöse, aber keinen neuen Ansatz in der europäischen Flüchtlingspolitik. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Italiens Premierminister Silvio Berlusconi nutzten das Treffen in Rom, um so zu tun, als seien sie sich einig, wie sie mit den afrikanischen Flüchtlinge umgehen wollen, die seit Wochen vor allem in Italien anlanden und nach Frankreich streben. Um sich das Mäntelchen des Einverständnisses umhängen zu können, schoben sie alle Verantwortung auf die Europäische Union.
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Entsprechend fadenscheinig liest sich der gemeinsame Brief nach Brüssel, in dem Sarkozy und Berlusconi ihre Partner auffordern, zu helfen, ihre Außengrenzen zu sichern und sogar innereuropäische Grenzkontrollen wieder einzuführen. Neu ist das nicht.
Schon heute ist die Grenzschutzagentur Frontex unterwegs, um Flüchtlinge aufzuspüren. Schon heute machen es einige Klauseln im Schengener Abkommen möglich, nationale Grenzen zu kontrollieren oder vorübergehend zu schließen, etwa bei gewalttätigen Demonstrationen. Dass Sarkozy und Berlusconi nun fordern, das Schengen-Abkommen zu reformieren, um die Reisefreiheit innerhalb der EU wieder einzuschränken, klingt wie ein Hohn.
Statt sich abzuschotten, sollten die Europäer besser den notleidenden Menschen in ihren Heimatländern helfen, damit sie eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben bekommen. Wie das geht, ist jenseits des Atlantik zu besichtigen. Dort haben die USA nicht nur ihre Grenze zu Mexiko gesichert, sondern im Nachbarland auch investiert. Und der zunehmende Export etwa von Textilien in die USA zeigt: es klappt.
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(SZ vom 26.4.2011/jab)
Es ist viel zu kurz gedacht, jetzt Italien wegen unsolidarischen Verhaltens anzuprangern. Denn mehr noch als die Aktion, libyschen Flüchtlingen die bedenkenlose Weiterreise innerhalb der EU zu ermöglichen, ist die eigentliche Asylpolitik der gesamten EU unsolidarisch. Das Thema Flüchtlinge wird nämlich einzig und allein auf die Staaten mit einer EU-Außengrenze abgelaufen, innereuropäische Staaten haben mit dieser unsolidarischen Vorgehensweise natürlich überhaupt kein Problem. Hier gibt es mehr darüber: http://www.achtungmeinung.de/?p=746
Ausgerechnet von dem Galan Berlusconi oder dem Populisten Sarkozy eine probate Lösung des Flüchtlingsproblems in Europa zu erwarten wäre ziemlich blauäugig. Die Franco-Italo-Front verfährt nach dem bewährten St. Florians-Prinzip: "Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andere an..."
Interessant, dass man dabei unsere Superkanzlerin außen vor läßt, wo die doch dem gleichen Prinzip frönt...
... nicht zu vergessen: Der Maismarkt, steigende Preise durch nicht vermehrungsfähige Pflanzen von Monsanto und Biosprit. Ja, die Zusammenarbeit zwischen den USA und Mexiko, ein Licht im Dunkeln internationaler Politik und Verständigung.
die ja streckenweise stark an die ehemalige innerdeutsche Grenze erinnert, ist vielleicht nicht das beste Vorbild.
Investiert wird in Mexiko wegen der Lohnkosten. Von Menschenwürde ist da in der Textilproduktion eher wenig zu sehen. Die Exporte in die USA steigen natürlich - klar, liegt am Preis. Die Textilexporte von Bangladesh nach Europa sind auch recht bedeutend. Daraus Schlüsse über Investitionen aus politischen Gründen oder über Menschenwürde zu ziehen - davon rate ich ab.
da läuft einmal was nicht wie die herren berlusconi und sarkozy das gerne hätten, weil sie sich nun auf einmal mit realen flüchtlingsproblemen auseinandersetzen müssen, da ihre despotendeals geplatzt sind und sofort erwägt man grenzschliessungen und austritt aus dem schengener abkommen - sieht man ja wie weit es mit grundsätzen der eu her ist.
wegfallen der schlagbäume, freiheit, demokratie my ass.. bis zum ersten problemchen. hauptsache man hat ohne mit der wimper zu zucken soviel geld in die banken und desolate eu staaten gepumpt, um den hunger auf der welt auf unbestimmte zeit zu beenden.
Paging