Zehntausende Frauen protestieren - und jeder vierte Italiener will Silvio Berlusconi auf dem "ägyptischen Weg" zum Rücktritt zwingen. Der Premier selbst versteht die Welt nicht mehr: Er habe die Damenwelt doch immer mit Respekt behandelt.
"Schmeißt ihn raus!" Zehntausende Frauen sind am Sonntag in ganz Italien gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf die Straße gegangen. Mit ihrer Meinung stehen sie offenbar nicht alleine: Einer Umfrage zufolge ist jeder vierte Italiener dafür, den Regierungschef jetzt auf dem "ägyptischen Weg" mit anhaltenden Demonstrationen zum Rücktritt zu zwingen.
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Nur noch knapp jeder Dritte bewertet die Regierungsarbeit des stark angeschlagenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi positiv. Die römische Tageszeitung La Repubblica veröffentlichte diese Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Demos - sie zeigen Berlusconi auf einem Tiefstand in der Wertschätzung wie seit sechs Jahren nicht.
Beleg für das bröckelnde Vertrauen in den Premier sind die Massenproteste von Frauen am Vortag: Hunderttausende sind in ganz Italien gegen den in eine Sexaffäre verstrickten Premier auf die Straße gegangen. Die Hauptkundgebung für ein besseres Frauenbild in der italienischen Gesellschaft fand in Rom auf der Piazza del Popolo statt, der Platz für bis zu 100.000 Menschen bietet. Und er war voll. Mütter, Töchter, Großmütter, viele Ehemänner und Lebensgefährten waren gekommen. Über den Platz schallte Musik. Unter anderem auch Aretha Franklins Hit "Respect".
Silvio Berlusconi hat sich inzwischen zu den Protesten geäußert: Er verurteilte die Kundgebungen als "aufrührerisch". In einem Telefoninterview mit dem Fernsehsender Canale 5, der zu seinem Konzern Mediaset gehört, sagte Berlusconi, er sehe in den landesweiten Protesten eine "aufrührerische Mobilmachung durch einen linken Flügel, der jeden Vorwand nutzt, um einen Gegner zu schlagen, den man nicht demokratisch an einer Wahlurne besiegen kann".
In dem Interview versicherte der Regierungschef, Frauen mit Respekt zu behandeln. "Jede Frau, die Gelegenheit hatte, mich kennen zu lernen, weiß um meine Achtung für sie: Ich habe mich ihnen gegenüber immer mit der größten Aufmerksamkeit und mit Respekt verhalten", sagte er. "Ich habe immer dafür gesorgt, dass sie sich - wie soll ich sagen - besonders fühlen."
Gespannt wurde zu Wochenbeginn erwartet, wie sich die zuständige Ermittlungsrichterin Cristina Di Censo zu einem Prozess gegen den 74-Jährigen wegen Amtsmissbrauchs und Umgangs mit minderjährigen Prostituierten stellen wird. Die Richterin muss entscheiden, ob gegen Berlusconi wegen einer Affäre mit der damals noch 17-jährigen "Ruby" ein Schnellverfahren eröffnet wird, wie von den Staatsanwälten in Mailand beantragt. Der Prozess könnte dann im April beginnen.
Nach der Demos-Umfrage geht eine Mehrheit der 1027 Befragten davon aus, dass sich Berlusconi ungestraft aus dieser jüngsten juristischen Affäre um seine Person ziehen wird. Allerdings scheint auch das Vertrauen der Wähler in seine Partei PdL (Volk der Freiheit) nach der Umfrage stark geschrumpft. Nur noch 27,2 Prozent wollten für Berlusconis Partei votieren - bei Wahlen 2008 und 2009 waren es noch jeweils mehr als 35 Prozent.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/juwe/hai)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
Ich würde nicht Depp zu Berlusconi sagen. Wenn Sie den Link anklicken, den mir ein Freund zugemailt hat, werden Sie sehen, dass Berlusconi ungeheuer ausgebufft ist. Und zwar in des Wortes übelster Bedeutung!
Die Anklage wegen Förderung der Prostitution ist zugelassen worden.
Zitat:"Hier wird mit zweierlei Maß gemessen,
der Despot Mubarak wird von Merkel, Obama und Sarkozy zum Machtverzicht aufgefordert, der Despot Berlusconi nicht."
Ich würde diesen Menschen nicht " Despot" nennen, m.E. reicht "Depp" völlig aus!!
Berlusconis Benehmen und eventueller Missbrauch einer Minderjährigen wird in Italien zwar mit ausgesprochenen Missbehagen verfolgt, auch die katholische Kirche knirscht schon lange mit den Zähnen, aber davon auszugehen, dass wenn jetzt Parlamentswahlen wären, seine Partei untergehen würde, ist reines Wunschdenken.
Es ist sogar zu befürchten, dass er wieder gestärkt aus einem erneuten Urnengang zurückkäme. Der Italiener an sich ist kein calvinistischer Mensch und dass der "Alte" da oben sich wie ein Cäsar benimmt, ist nebensächlich, wichtig sind andere Dinge.
Die Opposition seiner Majestät in Italien kennt im übrigen nur ein Motto und zwar Berlusconi muss weg, ansonsten brilliert sie nicht sonderlich mit ihrer Politik. Vielleicht kann man die ganze Problematik der Politikkaste Italiens auf den Nenner "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich" bringen.
Nein, danach haben die den Rüchtritt begrüßt, davor haben sie ihn abgelehnt...
Eine sehr erschreckende Zurschaustellung von Schönwetterpolitik war das...
Paging