Italien Erneut rassistischer Angriff auf schwarze Ministerin

Italiens Integrationsministerin: Cécile Kyenge bei einer Pressekonferenz am 16. Juli 2013

(Foto: AFP)

Mit Bananen beworfen: Bei einer Rede wird Italiens Integrationsministerin Cécile Kyenge zum Ziel einer rassistisch motivierten Attacke. Die rechte Bewegung Forza Nouva hetzt während der Veranstaltung gegen Einwanderung. Es ist nicht der erste rassistische Angriff auf die Politikerin, die in der Demokratischen Republik Kongo geboren wurde.

Italiens erste schwarze Ministerin, Cécile Kyenge, ist zum wiederholten Mal Ziel eines rassistisch motivierten Angriffs geworden. Bei einer Rede auf einer Parteikundgebung in Cervia wurden am Freitag Bananen in ihre Richtung geworfen. Die in der Demokratischen Republik Kongo geborene Politikerin bezeichnete dies später im Kurznachrichtendienst Twitter als traurigen Zwischenfall und eine Verschwendung von Lebensmitteln.

Die Ministerin für Integration stößt mit ihren Plänen, die Einwanderung in Italien zu erleichtern, vor allem bei rechtsextremen und nationalistischen Kräften auf Widerstand. Gegen ihre Forderung, dass alle in Italien Geborene automatisch die italienische Staatsbürgerschaft erhalten sollen, läuft die rechte Bewegung Forza Nuova Sturm.

Am Rande der Veranstaltung in Cervia drapierte die Bewegung mit Kunstblut beschmierte Schaufensterpuppen. Auf Flugblättern dazu hieß es: "Einwanderung tötet". Die Forza Nuova hatte diesen Slogan auch als Reaktion auf Verbrechen benutzt, die von Einwanderern in Italien verübt wurden.

Seit ihrer Ernennung zur Ministerin im April wurde Kyenge schon mehrfach Ziel rassistischer Beleidigungen. Vor wenigen Tagen hatte Senats-Vizepräsident Roberto Calderoli gesagt, beim Anblick Kyenges fühle er sich an einen Orang-Utan erinnert. Sie sollte besser "in ihrem eigenen Land" Ministerin sein. Erst nach einem Sturm der Entrüstung entschuldigte sich der Politiker der fremdenfeindlichen Liga Nord bei der Ministerin.