Die Kanzlerin und lsraels Premier reden auf der Pressekonferenz freundlich aneinander vorbei. Doch Merkels Worte haben Netanjahu gezeigt, wie eng die diplomatische Kette geknüpft ist.
Freundlicher als es der israelische Ministerpräsident und die deutsche Kanzlerin am Donnerstag getan haben, kann man nicht aneinander vorbeireden. Klar und unmissverständlich forderte Angela Merkel den Gast auf, endlich einen Baustopp für die Siedlungen in den besetzten Gebieten zu verhängen. Benjamin Netanjahu wiederum nahm das Wort Siedlungen zumindest vor der Presse nicht einmal in den Mund. Lieber sprach er über sein Lieblingsthema, die Anerkennung des jüdischen Staates durch die Palästinenser. Der Konflikt war offensichtlich. Dennoch galt: Keine böse Miene zeigen.
Die Mahnung kommt an: Bundeskanzlerin Merkel forder von Israels Ministerpräsident Netanjahu den Stopp des Siedlungsbaus. (© Foto: Reuters)
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Zu den Lehrsätzen deutscher Diplomatie gehört die Feststellung, dass es in den Beziehungen zu Israel keine Normalität geben könne. Das ist richtig und falsch. Richtig, weil der Einsatz für Israels Sicherheit nach dem Holocaust zur Staatsraison einer deutschen Demokratie gehören muss. Angela Merkel hat das auch während Netanjahus Besuch noch einmal betont.
Falsch oder zumindest irreführend ist die Feststellung aber, weil die Partnerschaft zu Israel nach Jahrzehnten eine Nähe hergestellt hat, die einen normalen Umgang erlaubt. Kein Staat in der EU gilt in israelischen Augen als verlässlicherer Partner. Bei den Bemühungen um die Freilassung des entführten Soldaten Gilad Schalit setzt Israel ebenso auf Deutschland wie im diplomatischen Kampf gegen eine atomare Bewaffnung Irans.
Merkel ist das bewusst. In wenigen Feldern der internationalen Politik zeigt sie so viel Emotion wie in der Freundschaft zu Israel. Auch deshalb hatte sie den Israelis bei ihrer Rede vor dem israelischen Parlament zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Vorhaltungen wegen der Siedlungspolitik erspart. Das hat in Jerusalem Hoffnungen genährt, die Reise nach Berlin könnte eine einfache werden.
Verpflichtung zu Offenheit
Ein Berater Netanjahus wurde gar vorstellig, um das leidige Siedlungsthema von der Tagungsordnung zu streichen. Doch die Welt hat sich verändert seit Merkels Rede vor der Knesset. Im Weißen Haus, dem Fixstern jeglicher Nahost-Politik, regiert ein neuer Präsident. Mit seiner Forderung nach einem kompletten Stopp israelischen Siedlungsbaus hat Barack Obama eine unsichtbare Linie gezogen. Wer hinter diese Forderung zurücktritt oder sie relativiert, schwächt die Bemühungen Obamas und seines Nahost-Vermittlers George Mitchell.
Gerade mit seinem Versuch, die Siedlungsfrage als zweitrangig darzustellen, hat Netanjahu die Kanzlerin zu einer deutlichen Positionierung gezwungen. Sie musste eine "substantielle" Bewegung Israels fordern und klarmachen, dass es ohne eine Lösung dieser Frage keinen Neustart der Friedensverhandlungen wird geben können. Gewiss ist Deutschlands Einfluss begrenzt. Die Worte der Israel-Freundin Merkel haben Netanjahu aber gezeigt, wie eng die diplomatische Kette geknüpft ist. Deutschlands Verantwortung erzwingt in diesem Fall eben keine Zurückhaltung. Sie verpflichtet vielmehr zu Offenheit.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 28.08.2009/woja)
Russland unter Putin
Das Kind beim Namen zu nennen gehört nicht zu den stärken deutscher Medien Welt.
Anstatt klar und deutlich jemanden zu verurteilen der für Mord und Vertreibung steht. Redet man so lange drum herum bis es irgend wann Salon fähig ist. Aber freie Meinung bedeutet klar und deutlich werden gegen jeden und damit ist auch jeder gemeint.
Wenn es um den Pr. des Iran geht wird er verteufelt ohne ende. Obwohl er nicht für Krieg und Vertreibung steht wird er gerne dargestellt. Geht es um den Pr. Israel da muss man aufpassen was man sagt. Am besten entschuldigt man sich nach jeden Wort.
( Zum Artikel: Merkels deutliche Worte) : Das ich nicht lache. Das einzigste was klar und deutlich ist die Suppe die beide auf unsere Kosten gegessen habe. Das würde sich Merkel nie trauen................
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Sie schreiben: "Was für ein Blödsinn. Ein Recht kann man nicht bedrohen.". Oberflächlich betrachtet gebe ich Ihnen da gern Recht. Wer aber in der Lage ist, sich von der Oberflächlichkeit zu verabschieden, der erkennt, dass man selbstverständlich auch Rechte "bedrohen" kann. Beispielsweise Grundrechte.
Dort wo Grundrechte bedroht sind, etwa weil sich eine Staatsführung entschließt, die Meinungsfreiheit.....
(z.B. in Deutschland: GG, Artikel 5, (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten...)
.....außer Kraft zu setzen, dort werden Rechte bedroht. Und im weiteren Schritt natürlich Individuen. Aus diesem Grund fand die Formulierung, es sei irgendwo ein "Grundrecht bedroht" auch Eingang in die Umgangssprache, und wenn Sie mit diesen beiden Begriffen bei Google auf die Suche gehen, landen sie fast 3.500 Treffer, u.a. auf Dokumenten des Europaparlaments und auf Seiten nahmhafter Medien.
Aber keine Angst, hier in Deutschland ist die Meinungsfreiheit noch gesichert, und seien die Meinungen auch noch so abstrus und fern jeglicher sachlichen Richtigkeit. Weshalb ich auch keine Einwände gegen ihre weiteren Ausführungen in Bezug auf die Bedrohungslage Israels und die rechtliche Situation dort vorzubringen habe.
Mit tönendem Gruß
Ihr Moritatensaenger
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Da soll nun bem Wähler der Eindruck erweckt werden, dass unsere Äänschie dem israelischen Ministerpräsidenten so richtig die Meinung gesagt hat und einen großen Beitrag zum Frieden in diesem Krisengebiet beigetragen hat. Wir sollen denken, die Merkel kümmert sich und macht das schon.
Wir wissen alle, dass dies auch schon von ganz anderen, auch amerikanischen Politikern versucht wurde und alle gescheitert sind. Hier will man den Wähler ganz schlicht für dumm verkaufen, entsprechend den Wahlkampfplakaten mit der lächelden Uckermark-Monalisa und dem Slogan: "Wir haben die Kraft". Das Wozu sie oder ihre Partei die Kraft hat, wird nicht verraten. Auch nicht, was sie wollen und wie sie künftig Einfluss auf die Globalisierung und die ausufernden Märkte nehmen.
Als nächstes wird sie wohl dem Obama den Kopf waschen und die Opel-Werke endültig aus dem GM-Konzern herauslösen. Im Alleingang! Dann ist noch ein Pressetermin mit den Taliban anberaumt und am Ende wird sie Osama-bin-Laden noch zum einem folgsamen Betbruder ummissionarisieren.
Bis zur Wahl heisst es dann: "Friede sei mit uns!" Und nach der Wahl: "Merkel bleibt bei uns!" Schöne Aussichten, die nicht zuletzt mit der Hilfe der Medien auf uns zukommen.
Paging