Die Offensiven in Libanon und im Gaza-Streifen mögen Israel eine Atempause verschaffen. Ein Rezept für ein Ende des Terrors sind sie nicht. Und die Welt schaut tatenlos zu.
Die Eskalation an zwei Fronten in der Nahost-Region wurde nicht von Israel verursacht. Israel reagiert.
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Eine libanesische Familie überquert auf dem Weg zu ihrem Dorf einen Fluss, nachdem Israelis die Khardaleh Brücke attackiert und beschädigt hatten. (© Foto: AP)
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Die Hisbollah-Miliz hat von libanesischem Boden aus Israel angegriffen, acht Soldaten getötet und zwei entführt. Drei Wochen zuvor haben palästinensische Terroristen vom Gaza-Streifen aus Israel angegriffen, zwei Soldaten getötet und einen entführt.
Jeder Staat der Welt besitzt das Recht, sich gegen Angriffe von Terrorgruppen zu wehren. Israel selbstverständlich auch.
Israels junge und kriegsunerfahrene Regierung ist jedoch dem Dilemma ausgesetzt, dass ihre militärischen Reaktionen auch von Rache und Vergeltung getragen werden. Andererseits: Welche Optionen hat Israel denn, wenn es seine Bevölkerung schützen möchte?
Israel hält weder den Libanon noch den Gaza-Streifen besetzt und wird dennoch von beiden Gebieten aus angegriffen. Den Krieg haben die Hisbollah und die palästinensischen Terrorgruppen erklärt, nicht Israel.
Nimmt man Abstand von den Gefechten im Gaza-Streifen und im Libanon, muss man sich die Augen reiben. Vor einem Jahr zog Israel sämtliche 8000 jüdischen Siedler aus dem Gaza-Streifen ab.
Die Palästinenser hätten sich seitdem um die Ausarbeitung einer Verfassung kümmern können. Stattdessen bauen sie Kurzstreckenraketen.
So befindet sich Israel elf Monate später wieder im Gaza-Streifen, den es eigentlich loswerden wollte. Die israelische Armee ist auch wieder in den Libanon einmarschiert, trotz des Debakels von 1982 und nachdem sie die Sicherheitszone in Süd-Libanon vor sechs Jahren verlassen hatte.
Die Parallelen zwischen Hamas und Hisbollah sind auffällig.
Beide lehnen Israels Existenzrecht ab, beide Gruppen werden von Iran und Syrien mit Waffen und Geld versorgt, und beide genießen den Schutz ihrer Hausherren.
Die Hamas wird von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mit Glacéhandschuhen angefasst, der libanesische Premierminister Fouad Siniora weigert sich, der UN-Resolution aus dem Jahr 2004 nachzukommen und die Hisbollah zu entwaffnen.
Auch Abbas hat sich geweigert, die Hamas zu entwaffnen, die jetzt stattdessen das palästinensische Volk regiert. Siniora wiederum verklärt den Hisbollah-Terror zum "Widerstand" und hütet sich davor, die libanesische Armee in den Süden des Landes zu entsenden, der fest im Griff der Hisbollah ist.
Israel hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Infrastruktur des Terrors zu zerstören, weil weder Abbas noch Siniora dazu bereit sind.
Doch die Gefahr ist groß, dass die massiven Militär-Operationen nur mehr weitere Gewalt hervorrufen, denn Israels Reaktion ist überproportional.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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