Wo immer Benjamin Netanjahu auftritt, hinterlässt er ein Zerwürfnis. Mittlerweile hat Israels Premier es geschafft: Europa und die USA sind über Nahost heillos zerstritten. Das zentrale Problem aber heißt jetzt Obama.
Bibi und Bieber - das wäre ein wunderbares Paar gewesen. Benjamin "Bibi" Netanjahu, der israelische Premier, sollte eigentlich in diesen Tagen den Teenie-Star Justin Bieber treffen, aber aus der Sache wurde nichts. Missverständnisse gab es, angeblich. Bibi wollte junge israelische Opfer der Angriffe aus Gaza dabeihaben, Bieber wollte die Sache unpolitisch halten. Aber unpolitisch - das gibt es nicht in Israel.
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Er schafft es, dass elbst sein Treffen mit Teenie-Popstar Justin Bieber zum Politikum wird: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. (© AP)
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Benjamin Netanjahu hat ein Problem mit seinen Freunden. Missverständnisse gibt es inzwischen überall, der Premier entfaltet die Wirkung eines Tullius Destructivus, jenes Meisters der Zwietracht aus dem Asterix-Comic. Wo immer Netanjahu auftritt, hinterlässt er ein Zerwürfnis. Vergangene Woche war er bei der deutschen Kanzlerin und zerstörte die europäische Eintracht in Sachen Friedensplan und Staatlichkeit Palästinas.
Zur Erinnerung: Die Palästinenser wollen im September die Vereinten Nationen dazu bringen, über die Aufnahme eines Staates Palästinas abzustimmen. Die Aussichten für einen symbolischen Triumph stehen nicht schlecht, auch wenn die USA den Plan im Sicherheitsrat mit ihrem Veto belegen werden. Die politische Dynamik der Angelegenheit macht Israel jetzt schon Angst. Deswegen geht Netanjahu zur Mund-zu-Mund-Beatmung über.
Nachdem Merkel ohne Not schon jetzt verkündete, dass auch Deutschland die Anerkennung nicht unterstütze (und damit die Geschlossenheit der Europäer opferte), treiben nun die USA einen zweiten Keil in die europäische Phalanx und sagten das Treffen des Nahost-Quartetts, geplant für diesen Freitag in Berlin, ab. Washington will sich keinen Zeitplan aus den europäischen Hauptstädten aufzwingen lassen, und außerdem zürnt das Weiße Haus, dass die Europäer im Sicherheitsrat am 18. Februar eine Resolution zum Siedlungs-Baustopp unterstützten. Die USA waren damals mit ihrem Veto alleine geblieben.
Alleine steht Präsident Obama bis heute - selbst seine Außenministerin Hillary Clinton zeigt in Worten und Taten, dass sie Israel stärker zum Baustopp und zu einer umfassenden Friedenslösung drängen würde. Die Zeit rinnt dahin, der Nahe Osten nimmt neue Gestalt an, Israel gehen die Verbündeten verloren.
Das zentrale Problem heißt jetzt Obama: Der Präsident ist mit zwei großen Zusagen im Wort (keine Siedlungen mehr und ein palästinensischer Staat bis 2011), sein Sicherheitsberater telefoniert nicht einmal mit den Kollegen in Europa, und überhaupt scheint der Mann Außenpolitik erst nach der Wahl wieder betreiben zu wollen.
Clinton hat zwar eine Rede ihres Chefs in Aussicht gestellt, allein: Auf Obamas großen Wurf in Nahost wird schon lange gewartet, ebenso wie auf eine Reise nach Jerusalem. Nun kommt im Mai Netanjahu erstmal nach Washington, holt sich vor dem Kongress den Applaus der Republikaner ab und mauert Obama weiter ein. Bibi Destructivus wird sich auf die Begegnung freuen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 14.04.2011/jab/hü)
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Was soll das mit dem grossen Wurf ? Der wird nicht kommen dafuer ist die pro Israel Lobby in Europa und in den USA viel zu stark,die haben mit des Volkes Meinug nichts zu tun. Die leben in ihrer eigenen Welt,dass sich die Kanzlerin so aus dem Fenster haengt und ohne Not den Israelis die Tasache abgerungen hatte,einen Palestineser Staat nicht anzuerkennen ist Beweis genug. Ob sich Israel auf dauer damit hilft,dass glaube ich nicht. Die Lage fuer den Staat Israel ist heute wackliger den je,die Freunde die zu ihnen stehen sind zu schwach und koennen wenn es darauf ankommt nicht viel helfen. Israel selbst zerstoert ohne Not alle Bruecken zu den Arabischen Staaten,der Siedler Willen. Die Zukunft fuer das Land ist auf dem Scheideweg,ein weiter so das wird noch eine Weile gut gehen,eine Zukunft hat diese Haltung nicht. Wie geht es mit dem Hardliner A. Lieberman weiter,der hat selber Dreck am Stecken und stellt er sich den Vorwuefen ? Ich denke nicht, so geht Jahr fuer Jahr dahin und am Ende sind die Menschen in Israel die grossen Verlierer.
Weil die seit 1967 von Israel illegal besetzten, den Palästinensern gehörenden Gebiete Palästinas noch nicht vollständig besiedelt sind!
Immerhin haben sie es bereits geschafft, die Westbank derart zu zersiedeln, dass ein zweiter Staat, nämlich einer für die Palästinenser, praktisch nicht mehr realisierbar ist!
Alles begann 1967 mit dem Krieg, den ISRAEL ohne Not vom Zaun gebrochen und glorios gewonnen hat, weil NASSER darauf nicht vorbereitet war. Dass Israel noch immer das Gegenteil behauptet, ist aber unwahr, wie ALAN HART in seinem neuesten Artikel vom 12.04. 2011 mit dem Titel
Why does Israel have a veto over the peace process?
-zum wiederholten Mal- eindeutig beweist!
Dort ist auch detailliert nachzulesen, weshalb Israel noch immer darauf besteht, dass es sich -preemptiv- gegen Nasser`s 2 Divisionen -gerade noch rechtzeitig vor deren Angriff!- zur Wehr gesetzt und gesiegt habe!
Und jetzt ist Israel besorgt darüber, dass eine UNO-Mehrheit den Palästinenern die volle UNO-Mitgliedschaft als Staat in den Grenzen von 1967 zuerkennen könnte, was für Israel den Verlust der illegal besetzten Gebiete -und deren Räumung!- bedeuten würde!
Dass diese von AIPAC regierten USA gegen die Anerkennung eines Staates der Palästinenser das übliche Veto einlegen würde, darauf können die Zionisten in Israel und den USA bauen! Und deshalb geht es Netanjahu und den Seinen jetzt bloss noch darum, auch möglichst viele US-Satelliten davon abzuhalten, dem Aufnahmeantrag der Palästinenser zuzustimmen.
Bei der Bundeskanzlerin Merkel ist das bereit gelungen; und wenig spricht dagegen, dass er es auch bei den allermeisten der anderen USRAEL-Satelliten schaffen wird!
Schliesslich müssen Länder, die sich noch immer "Demokratien" nennen, gegen Islamisten zusammen stehen!
So einfach -und ungerecht- ist es inzwischen!
was Mearsheimer kommen sah. Und daran sind auch unsre Politiker und Medien schuld, die vor lauter Katzbuckeln vergessen haben, das es auch eine Pflicht zur Wahrheit gibt.
»In der Konsequenz wird es keine Zwei-Staaten-Lösung geben«, schreibt John J. Mearsheimer und fährt fort: »Statt dessen werden Gaza und die Westbank ein Teil von Groß-Israel, das ein Apartheidstaat werden wird mit starker Ähnlichkeit zu Südafrika unter weißer Herrschaft. Israelis und ihre amerikanischen Unterstützer sträuben sich gleichermaßen gegen diesen Vergleich.
Aber das ist ihre Zukunft, wenn sie ein Groß-Israel schaffen, in dem der arabischen Bevölkerung, die bald die jüdische Bevölkerung zahlenmäßig überflügeln wird, die vollen politischen Rechte vorenthalten werden.
Zwei frühere Ministerpräsidenten – Ehud Olmert und Ehud Barak –haben dies in der Tat erkannt. Olmert ging so weit zu sagen, daß ›sobald das geschieht, der Staat Israel zugrunde gehen wird‹.
Er hat Recht, weil Israel nicht in der Lage sein wird, als ein Apartheid-Staat zu überleben. So wie das rassistische Südafrika wird es sich schließlich in einen demokratischen binationalen Staat umwandeln, dessen Politik von den zahlreicheren Palästinensern dominiert wird.
Aber dieser Prozeß wird sich über viele Jahre hinziehen, und während dieser Zeit wird Israel fortfahren, die Palästinenser zu unterdrücken. Dieses wird von einer wachsenden Anzahl von Menschen und mehr und mehr Regierungen in der ganzen Welt beobachtet und verurteilt werden. Israel wird unbewußt seine eigene Zukunft als ein jüdischer Staat zerstören und dies mit der stillschweigenden Unterstützung der USA.« Und der europäischen Regierungen gleichfalls, müssen wir hinzufügen. "
Also, habt Dank für eure Unterstützung all dieser israelischen Untaten, denn dadurch wird genau das geschehen, was ihr verhindern wollt. :-))))))
Die erbärmlichen Versuche der Regierung Netanjahu sogar ein Sternchen wie Bieber für die eigene Propanganda zu instrumentalisieren, zeigt doch wie sehr diese Regierung politisch und moralisch mit dem Rücken zur Wand steht.
Genau wie Herr Cornelius schreibt, hat Israels Regierung in den letzten Jahren -nichts- konstruktives zum Frieden und zu einer politischen Lösung des Konflikts beigetragen:
Dafür reiste Netanjahu lieber zu der handvoll Verbündete um sich die Freundschaft per "Mund-zu-Mund-Beatmung" bestätigen zu lassen und das alles ohne sich ein Iota in Richtung Verhandlungstisch zu bewegen.
Langsam müsste den Israelis dämmern, dass sie sich mit dieser Regierung ins internationale Abseits manövriert haben...
wie denn?
Paging