Nachdem Tzipi Livni an den Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung gescheitert war, hat Staatspräsident Peres Neuwahlen grünes Licht gegeben.
Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat grünes Licht für Neuwahlen zur Knesset gegeben.
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Nach dem Scheitern Tzipi Livnis hat Staatspräsident Schimon Peres nun Neuwahlen angesetzt. (© Foto: Reuters)
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Bei einer Ansprache zur Eröffnung der Sitzungsperiode des Parlaments sagte Peres, es gebe keine Mehrheit im Parlament für die Bildung einer Regierung.
Zuvor war Außenministerin Zipi Livni mit Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung gescheitert.
Livnis Kadima-Fraktion hatte in der Knesset einen Gesetzesentwurf eingereicht über Neuwahlen binnen 90 Tagen ein.
Nach israelischem Wahlgesetz hat die Knesset dann drei Wochen Zeit, einen alternativen Kandidaten aufzustellen, der von mindestens 61 der 120 Abgeordneten unterstützt wird. Sollte dies erwartungsgemäß nicht gelingen, könnten die Israelis am letzten Dienstag innerhalb der nächsten 90 Tagen erneut wählen.
Livni hatte Peres am Sonntag über das Scheitern ihrer Regierungsbildung informiert und rasche Neuwahlen empfohlen. Sie erklärte, die Gespräche seien wegen der übertriebenen Forderungen der potenziellen Koalitionspartner - insbesondere der strengreligiösen Schas-Fraktion - erfolglos geblieben. Der Präsident hatte die 50-Jährige vor fünf Wochen mit der Regierungsbildung beauftragt, nachdem sie den unter Korruptionsverdacht stehenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert als Parteivorsitzende abgelöst hatte.
Israelische Zeitungen veröffentlichten am Montag Meinungsumfragen, denen zufolge Livnis Kadima-Partei bei Neuwahlen erneut stärkste Fraktion würde, allerdings nur knapp vor dem rechtsorientierten Likud von Benjamin Netanjahu.
Kadima kann laut den Umfragen mit 29 bis 31 von 120 Parlamentssitzen rechnen, der Likud mit 26 bis 29. Die Arbeitspartei von Ehud Barak ist hingegen allen Umfragen zufolge weit abgeschlagen und würde nur elf Mandate erhalten. Auch die strengreligiöse Schas-Partei, die bei den letzten Wahlen im Jahr 2006 zwölf Sitze erzielt hatte, muss den Befragungen zufolge mit Verlusten rechnen.
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(dpa/AP/gba)
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Schade, dass das Zustandekommen einer neuen Regierung wieder an einer fundamantalistischen rechtsorientierten Splitterpartei geschitert ist und mithin auch das optimistische Ziel eines nahen Friedensvertrages vorerst zugunsten von Neuwahlen aufgegeben werden mußte.
Aber Tzipi Livni hat zusammen mit Staatspräsident Shimon Peres richtig erkannt, dass man mit solchen fanatischen und realitätsfernen Kräften keine Regierung bilden kann.
Steht zu hoffen, dass aus der Neuwahl mit gestärkten Parteien Kadima und Arbeitspartei eine Zweierkoalition möglich wird, die dann souverän genug wäre, mit den Palästinensern einen Friedensvertrag auszuhandeln.
Ohne die Aufgabe der jüdischen Siedlungen in der Westbank wird das kaum möglich sein.
Andererseits müssen sich wohl auch die Araber abschminken, ganz Jerusalem als Hauptstadt eines neuen Palästina zu bekommen.