Die Palästinenser vertrösten und das Interesse auf Iran lenken: Israels neue Außenpolitik verschafft dem Land keine Sicherheit - das sollten die Europäer auch sagen.
Wer Politik nach Umfragen macht, kann sich leicht verrennen. 66 Prozent der Israelis hätten nichts dagegen, wenn ihre Regierung einen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen befehlen würde.
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Premierminister Benjamin Netanjahu würde den Fokus am liebsten weglenken von den Palästinensern - hin auf Iran. (© Foto: dpa)
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Auch unter einem Premierminister Benjamin Netanjahu dürfte Israel aber einen solchen Waffengang derzeit kaum wagen. Denn damit würde Jerusalem Gefahr laufen, seinen wichtigsten Verbündeten zu verlieren: die Vereinigten Staaten von Amerika. Dennoch passt Netanjahu die soeben veröffentlichte Umfrage so gut ins Konzept, dass man glauben könnte, sie sei für diesen Zweck bestimmt.
Am Montag hat Israels Außenminister Avigdor Lieberman seine erste Europareise angetreten - es ist eine Art Test-Trip, bevor in zwei Wochen Netanjahu in Washington von Präsident Barack Obama erwartet wird. Dort wird Israels Premier gefragt werden, was er zur Schaffung eines Palästinenserstaates zu tun gedenke, wie es von der internationalen Gemeinschaft gefordert wird.
Netanjahu jedoch würde den Fokus am liebsten weglenken von den Palästinensern - hin auf Iran und damit auf die Bedrohung Israels durch Teherans aggressive Außenpolitik, vom Atomprogramm bis zur Hilfe für Hamas und Hisbollah. Diese Botschaft wird auch Lieberman in Rom, Paris, Prag und Berlin präsentieren - in der Hoffnung, dass Europäer die schlichte Formel schlucken: Israel muss keine Kompromisse machen, solange Iran aufrüstet.
Doch eine solche Haltung wird schon in kurzer Zeit genau das Gegenteil des Gewünschten erreichen. Der Beifall für die Hetztiraden eines Mahmud Ahmadinedschad dürfte in der arabisch-muslimischen Welt nur wieder zunehmen, wenn Israel die Palästinenser bis auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertröstet.
Kaum ein anderes Thema eignet sich hier derart zur Emotionalisierung wie das Schicksal der Palästinenser. Der Winter-Krieg um Gaza hat dies eher noch verstärkt. In Israel selbst hat dieser Krieg dagegen bewirkt, dass sich das Land noch mehr gegen Kritik von außen abschottet. Eine solche innere Emigration aber schafft kein Klima für mutige Schritte in Richtung Frieden. Netanjahu und Lieberman ist das nur recht. Sie wollen sich ohnehin nicht bewegen.
Die europäischen Politiker sollten Lieberman nun daran erinnern, dass dies eine für Israel gefährliche Politik ist. Sie dürfen die deutlichen Worte nicht allein Obama überlassen. Selbst in Amerikas Israel-Lobby wächst mittlerweile die Sorge, Jerusalem könnte mit einer Verweigerungshaltung gegenüber allen Friedensplänen langfristig die Existenz des Staates Israel mehr gefährden als sichern.
Druck der USA hat nun immerhin bewirkt, dass Netanjahu daran denkt, ein Stückchen Land an Libanon zurückzugeben. Das wird nicht reichen, um bei den Nachbarn in Beirut die Gemüter vor den anstehenden Parlamentswahlen - mit großen Chancen für die iran-freundliche Hisbollah - zu beruhigen. Aber es ist ein Signal, dass politischer Druck in Jerusalem durchaus etwas bewirken kann.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 05.05.2009/segi)
Youtube-Hit aus USA
@ Nadav: "Wie das iranische Militär es schaffen will zwischen guten (arabischen) und bösen Israelis (Liebermann-Wählern) zu unterscheiden ist mir ein Rätsel"
"Eigentlch ganz einfach, es wird einfach nicht unterschieden. Das nennt man dann "Shahid", die kommen direkt in den 7ten Himmel mit den 70 Jungfrauen. "
Wie nennt man es eigentlich, wenn heldenhafte israelische Bomberpiloten Angriffe auf gekennzeichnete UN Einrichtungen fliegen?? Wie nennt man es, wenn die tapferen israelischen Panzerkommandeure Phosphor Granaten in zivile Städte abfeuern lassen??
Wird all das dann auch ""Shahid" gennannt oder gibt es eine weniger poetisch klingende Bezeichnung? KRIEGSVERBRECHEN würde das Vorgehen es doch recht genau beschreiben...
"Wie das iranische Militär es schaffen will zwischen guten (arabischen) und bösen Israelis (Liebermann-Wählern) zu unterscheiden ist mir ein Rätsel"
Eigentlch ganz einfach, es wird einfach nicht unterschieden. Das nennt man dann "Shahid", die kommen direkt in den 7ten Himmel mit den 70 Jungfrauen.
Der Mann hat Bibi (Netanyahu) gut verstanden.
Seine Strategie ist es immer Untergangs-szenarien aufzubauen und sich selbst als Retter darzustellen.
Ich denke er wird damit aber weder bei Obama noch in Europa durchkommen, und das ist gut so.
Uebrigens eine kleine Information zu amerikanischer Miletaerhilfe......das Geld muss wieder in Amerka ausgegeben werden. Das ist nicht nur Freundschaft hier.
Kurze Bemerkung an:
"JADERSCHOWIEDER" formerly know as Commanande - Phananx. Es laufen Wetten wie lange es diesmal dauert bis ihr Profil wegen Beleidungen und rasssisischen Aeusserungen gesperrt wird.
Ich habe in der Vergangenheit den Fehler gemacht zu versuchen sachlich mit Ihnen zu diskutieren....muss nicht sein.
Die Ausrufezeichen, Gossensprache und Poebeleien....Sie sprechen fuer sich selbst.
Er stet fuer Stillstand und Starre,dafuer hat man Ihn gewaehlt,er macht genau die Politik fuer die er schon in seiner letzten Amtszeit stand. Weiter so.Egal was kommt!
Faszinierende Gleichsetzung, eine Angriffsdrohung auf Militäranlagen mit der Ankündigung ein komplettes Land auszulöschen.
Wie das iranische Militär es schaffen will zwischen guten (arabischen) und bösen Israelis (Liebermann-Wählern) zu unterscheiden ist mir ein Rätsel.
Paging