Eine Wahl der Schrecken ließ Israel nach rechts rücken und bescherte dem Likud von Netanjahu einen Aufschwung. Jetzt droht eine Regierung der Angst.
In Israel regiert die Angst, nicht die Zuversicht. Geschickt jonglierte Benjamin Netanjahu im Wahlkampf mit furchterregenden Visionen und prophezeite eine düstere Zukunft. Sein Programm hieß Angst, nicht Mut. Selbst in der Wahlnacht verlor Netanjahu kaum ein Wort darüber, dass seine Likud-Partei die Zahl der Mandate mehr als verdoppeln konnte. Er warnte vor dem iranischen Atomprogramm und den Gefahren, die an Israels Türschwelle stünden. Israel hatte die Wahl der Schrecken.
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Selbst in der Wahlnacht warnte Benjamin Netanjahu vor dem iranischen Atomprogramm und den Gefahren, die an Israels Türschwelle stünden (© Foto: AFP)
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Obwohl die Kadima-Partei von Außenministerin Tzipi Livni die größte Fraktion in der nächsten Knesset stellen wird, hat der Block der rechten, religiösen und ultra-orthodoxen Parteien die Wahl gewonnen. Sie verfügen jetzt über die Mehrheit im Parlament. Die Raketen der Hamas ließen das israelische Volk nach rechts rücken und bescherten dem Likud von Netanjahu einen Aufschwung. Einen, über den man sich in Israel freut, in Washington nicht.
Nicht viel spricht dafür, dass sich Kadima und Likud auf eine Art große Koalition mit einer rotierenden Doppelspitze einigen werden: Livni sieht in der Errichtung eines Palästinenser-Staates den Garanten für Israels Sicherheit, Netanjahu dagegen die größte Gefahr für das Land. Staatspräsident Schimon Peres wird vermutlich nicht Livni, sondern Netanjahu mit der Regierungsbildung beauftragen. Gebildet würde eine Regierung der Angst.
Netanjahu zeichnet eine schwarze Zukunft. In ihr gibt es Iran, Hamas und Hisbollah, die Israel auslöschen wollen. Netanjahu mobilisierte damit die Ur-Ängste der jüdischen Israelis, die aus dem Holocaust die Lehre gezogen haben, sich zu verteidigen. In Netanjahus Welt haben Palästinenser keinen Platz. Sie wollen entweder Israel vernichten und können allenfalls durch ökonomische Lockungen vom Terror abgebracht werden.
Die Flucht lähmt
Reif für einen eigenen Staat sind sie seiner Meinung nach nicht - weil sie dann, zum Beispiel vom Westjordanland aus, Raketen auf den Flughafen von Tel Aviv abfeuern und so die Wirtschaft lahmlegen könnten. In Netanjahus Agenda ist kein Platz für Diplomatie à la Obama. So bedeutet der Aufstieg des Likud einen Schritt zurück in die bleierne Zeit des Nahost-Konflikts.
In der nahen Zukunft wird das Verhältnis von Israelis und Palästinensern von Furcht geprägt sein. Diese Furcht lähmt, sie befördert die Abschottung, sie lässt in militärischen Kategorien denken. Militärische Lösungen aber verschaffen nur scheinbar Ruhe. Den Raketenbeschuss hat Israels Armee im jüngsten Gaza-Krieg nicht stoppen können. Schlimmer noch: Hamas ist nicht zerschlagen worden, sondern diktiert jetzt auch noch die Bedingungen für eine Waffenruhe. Nicht ewig, sondern nur 18 Monate soll sie dauern.
Israels größtes Problem ist der Mangel an Mut
Netanjahu spricht viel davon, dass Israel stark sein müsse und sich die Hamas und das Atomprogramm Irans nicht gefallen lassen dürfe. Vom Frieden mit den Palästinensern redete er kein einziges Mal. Israels Problem sind aber nicht nur Hamas und Hisbollah, Syrien und Iran. Israels größtes Problem ist der Mangel an Mut, den wiederum die neue US-Regierung aufzubringen bereit ist. Mut, einen neuen Umgang mit den Terroristen zu suchen.
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Stockender Kita-Ausbau
Eine diese Irrtümer ist, das jeder meint Recht dazu zu haben Israels Gegenwart und Zukunft Regieren zu können/sollen/dürfen!
Keine hat die Weltgemeinschaft (UNO), EU, Vatikan und sonst unzählige anderen aus Israel dazu gebeten oder aufgerufen uns helfen zu sollen/können/dürfen/müssen, doch jeder nimmt es sich heraus dazu Recht zu haben!
Gewiss leben wir eine schwere Zeit, und es wir bald noch schwerer, doch auch dies ist in d Bibel genau beschrieben! Auch dass ist sehr deutlich beschrieben wie G"TT die Völker die SEIN Volk erniedrigen, verachten, nieder machen, verfolgen, vernichten wollen, dass diese selbst vernichtet werden... Also es ist eben ein Bumerang was jeder Israel/Jüdische Volk bezüglich leistet! Wer an der Seite steht, wird gewinnen, wer gegen Israel/Juden ist, müssen die Konsequenzen tragen!
Tiqvah Bat Shalom
http://www.israel-shalom.net
Jaja, da gehört Mut zu, in der Regierung für den Bombenkrieg gegen Gaza zu stimmen, wenn man selbst außerhalb der Reichweite der Raketen sitzt und einem nix passieren kann! Besonders wen man weiß, das man auch politisch abgesichert ist, weil der überwiegende Mehrheit der aufgepeitschten Menge auch nur noch Gewalt als einizige Lösung des Problems sieht. Wirklich, sehr couragiert!
:-(
Nee, mal ohne Ironie, ich warne drigned davor, ausgerechnet Livni als Vertreterin einer neuen, friedensorientierten Linie zu sehen! Das ist schon dasletztemal mit Olmert shciefgegangen, der doch im Grunde die Sharon-Linie 1:1 fortgeführt hat, inklusive der schon beinah zum Normalfall gewordenen collateral damages von hunderten von Frauen und Kindern. Nichts, was Livni bisher gemacht hat, deutet darauf hin, daß sie anders ist als Parteigenosse Olmert!
Nein, das ist doch gerade das Problem, es gibt in Israel z.Zt. keinen populären Politiker, der das Rückgrat und die Überzeugung hätte, eine andere Politik zu vertreten! Und darum wirds jetzt die nächsten Jahre so weitergehen, mit mehr Gewalt, puren Lippenbekenntnissen zur Freidenslösung, dem ständigen Beteuern, daß nur die anderen Schuld sind, und der Zementierung des Israelischen Landraubs in der Westbank. Weder von den Politkern, noch von der Bevölkerung kann man anderes erwarten. Es ist abscheulich, aber Realität.
Dies ist sicher zu einfach gedacht, aber immerhin würden mehr Beschäftigungsmöglichkeiten in Gaza und der Westbank viele davon abhalten, in militanten Gruppen ihren Lebensinhalt zu sehen. Aber wann hat Netanyahu diese Teillösung des Problems jemals propagiert? Was hat er in seiner langen Karriere jemals getan, um den wirtschaftlichen Aufschwung in den Palästinensergebieten zu fördern? Hier würde ich vom Autor gerne einige Belege sehen! Und zwar nicht aus irgendwelchen Interviews im Ausland, wo schon Sharon immer wieder vom Frieden geredet hat, während er in Wirklichkeit nur Gewalt einsetzte (eine absichtliche Vernebelungstaktik), sondern aus Netanyahus Waklkampfreden und Programm. Glaubt hier irgendjemand, daß Likud so gut abgeschnitten hätte, wenn Bibi ernsthaft verkündet hätte, er wollte die Leute in Gaza durch vo Israel subventionierte Wirtchäftsförderung vom Terror abhalten? Das ist doch wohl ein Scherz!
...@patriot: Das ist eine der traurigen Analysen. Dass nämlich wahrscheinlich besonders viele Gemäßigte demotiviert waren.
Bleibt die Hoffnung, dass die das nächste Mal wieder ermutigter sind...
Danke für die Info.
62,5% Wahlbeteiligung ist wenig. Und das bedeutet auch, dass die gemäßigten Wähler ihre Stimme verweigert haben. Das ist die wahre Schande einer Demokratie, seine Stimme in solch zukunftsweisenden Angelegenheiten zu verweigern.
Paging