Ob Gaza-Krieg oder der mutmaßliche Mossad-Mord: Das Ansehen Israels hat kräftig gelitten. Jetzt sollen Israelis auf Reisen Werbung für ihr Land machen - mit Argumenten der Regierung.
Neulich war Juli Edelstein, der in Israel dem "Ministerium für Aufklärung und Diasporafragen" vorsteht, auf einer Dienstreise in London. Großbritannien ist derzeit nicht das beste Pflaster für israelische Politiker, auf manche warten Horden von Demonstranten, auf manche wartet sogar ein Haftbefehl. Edelstein aber kam wohlbehalten zurück und berichtete hinterher von seinen Gesprächen mit britischen Parlamentariern. "Ich habe ihnen erklärt, dass ich manchmal in der Freizeit meine Frau ausführe - und dass wir dann nicht losziehen und Palästinenser bekämpfen."
Das internationale Ansehen Israels hat kräftig gelitten: Jetzt setzt die Regierung auf eine Image-Kampagne. (© Archivbild: AP)
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Wahrscheinlich hat ihm das auch niemand unterstellt, doch der Minister will mit dieser Zuspitzung zeigen, mit welchen negativen Stereotypen Israelis im Ausland empfangen werden. Tatsächlich hat das internationale Ansehen des Landes kräftig gelitten, erst war der Gaza-Krieg, nun gibt es die Affäre um den mutmaßlichen Mossad-Mord in Dubai.
Da hält es die Regierung offenbar für angezeigt, nun mit einer Image-Kampagne gegenzusteuern, und Minister Edelstein hat das gleich mit einem Doppelschlag ins Werk gesetzt: Zunächst hat er die Schuldigen an all den bösen Urteilen über Israel identifiziert - das sind die internationalen Medien. Und dann hat er die Helfer benannt, die das ändern sollen - das sind alle Israelis, die auf Auslandsreise gehen. Künftig sollen sie in der Fremde allesamt gut geschult als "Botschafter" ihres Landes auftreten.
Den Auftakt der Kampagne bilden satirische Fernsehspots, die zur besten Sendezeit den Israelis vorführen, wie tumbe ausländische Journalisten die Wahrheit verfälschen: Da läuft ein englischer Reporter durch die Wüste und berichtet seinen Landsleuten, dass das Kamel das Haupttransportmittel der Israelis sei und auch von der Kavallerie genutzt werde. Oder eine französische Korrespondentin schildert dem Publikum das Leben inmitten ständiger Explosionen, während im Hintergrund Bilder eines Feuerwerks laufen. Am Ende erklärt eine sonore Stimme: "Wenn du etwas dagegen tun willst, wie Israel in der Welt dargestellt wird, dann gehe auf die Webseite des Ministeriums für Aufklärung."
Solchermaßen aufgeklärt findet man dann unter www.masbirim.gov.il eine hebräische Seite mit dem Motto: "Zusammen werden wir das Bild verändern." Breit aufgefächert gibt es hier Handreichungen dafür, wie die Israelis ihr Land im Ausland positiv präsentieren und wie sie den "Pfeilen der Kritik" begegnen sollen. Die Vorurteile können dabei offenbar gar nicht dämlich genug sein, als dass das Ministerium nicht eine Antwort darauf vorformuliert hätte. Unter der Rubrik "Mythos und Wirklichkeit" zum Beispiel ist nachzulesen, warum es falsch ist, dass die Israelis nur Falafel oder Hummus essen und alle Frauen mit Kopftüchern herumlaufen.
Zugleich jedoch wird auf der Internetseite auch mit vermeintlichen politischen Mythen aufgeräumt. Warum die Siedler kein Hindernis für den Frieden sind, warum Israel keine Verpflichtung hat zum Rückzug auf die Grenzen von 1967, warum die Juden sowieso schon viel früher da waren als die Araber - all das wird ausführlich erklärt. Dies allerdings hat auch innerhalb Israels die Kritiker auf den Plan gerufen, weil diese Punkte allein die Ideologie der rechtsgerichteten Regierung widerspiegelten. Doch Minister Edelstein ficht das nicht an. Vielmehr ruft er diese Landsleute zur Ordnung. Sie sollten sich nicht auch noch an der "negativen Kampagne" gegen Israel beteiligen.
- Israels Geheimdienst Mossad, ein Mythos mit Kratzern 18.02.2010
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- Gaza-Konflikt Untersuchung verweigert 26.01.2010
- Politik kompakt Limburg: Priester von Aufgaben entbunden 04.05.2010
- Hamas-Propaganda Traumfabrik des Terrors 27.04.2010
- Nahost-Konflikt Grenzen der Wahrheit 25.04.2010
- Politik kompakt Explosionen nahe Eilat in Israel 22.04.2010
(SZ vom 02.03.2010/segi)
Kapitalabzug aus Südeuropa
isralischer Medien zu brisanten Themen lautet mittlerweile
afmr
according to foregin media reports
falls wir selber recherchiert haben sollten, geben wir das lieber nicht offen zu...
@rudolf07: "Soviel auch zur immer wieder kolportierten Behauptung der "Judaisierung" ( dieses Unwort klingt nicht von ungefähr ähnlich wie "Arisierung") Jerusalems." JUDAISIERUNG ist eine Vokabel der israelischen Behörden, es soll vielleicht einfach netter klingen als Vertreibung oder gar ethnische Säuberung...
Ja und die anderen Argumente? Es ist ja wundervoll, das der israelische Staat so unglaublich grosszügig ist und doch tatsächlich Wohnungen für palästinenser an anderen Stellen errichtet... Aber warum können in diese zweifellos phantastischen Häuser nun nicht einfach jüdische Siedler ziehen???
Ach ja und zum Thema "illegale Häuser der Palästinenser"!!! hier lesen wir im "Tagesspiegel":
"Die Stadtverwaltung erteilt Palästinensern in der Regel keine Baugenehmigung: In 42 Jahren gingen nach Angaben der israelischen Nichtregierungsorganisation Ir Amim in dem Viertel weniger als 20 Baugenehmigungen an Palästinenser meist für kleinere Anbauten. "
Weiter heisst es dort: "Ein Blick auf die Karte von Silwan zeigt, wie ein ursprünglich fast ausschließlich von Palästinensern bewohnter Ort, in dem im 19. Jahrhundert kurzzeitig einige jemenitische Juden lebten, durch Ansiedlung von Juden eine später kaum zu entwirrende Situation geschaffen wird. So blickt die neue Luxussiedlung Nof Zion von Westen auf den Stadtteil, Hunderte von Siedlern leben mittlerweile inmitten der Palästinenser."
Aber auf der anderen Seite werden Gerichtsurteile nicht beachtet oder mit noch drakonischeren Folgen für die Palästinenser ausgelegt:
"Der illegale Bau eines siebenstöckigen Wohnhauses für jüdische Siedler zeigt außerdem den unterschiedlichen Umgang mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen: Die jüdische Organisation ließ das Haus Yehonatan benannt nach dem Amerikaner Jonathan Pollard, der wegen Spionage für Israel zu lebenslanger Haft verurteilt wurde 2004 ohne Baugenehmigung bauen. Sieben Familien, insgesamt etwa 45 Menschen, leben hier unter Polizeischutz in dem arabischen Stadtteil eine gigantische israelische Flagge hängt die gesamte Fassade hinab. Während hunderte nicht genehmigter palästinensischer Häuser in Silwan abgerissen wurden, entschied Israels oberster Gerichtshof 2008, dass das Siedlerhaus zumindest zu räumen und zu versiegeln sei. Doch Jerusalems Bürgermeister Barkat missachtet bisher den Gerichtsbescheid. Und drohte, 200 ohne Baugenehmigung errichtete palästinensische Häuser abzureißen, wenn er das Yehonatan-Haus zumauern müsse."
WAS fü
@Wahrheitssuchender
Wenn sie in Deutschland illegal bauen, wird ihr Haus ebenso abgerissen und sie bekommen zum Dank ganz bestimmt kein neues hingestellt. Die Behauptung, dass palästinische Araber in Jerusalem keine Baugenehmigungen bekämen, ist reine Propaganda. Richtig ist, dass kaum jemand mehr Baugenehmigungen so einfach bekommt, das liegt am schieren Platzmangel. Allerdings wird sehr wohl auch in den arabischen Vierteln viel gebaut, erst vor kurzem wurden 5000 neue Wohnungen für Tel Edesa und Aswahara angekündigt. Soviel auch zur immer wieder kolportierten Behauptung der "Judaisierung" ( dieses Unwort klingt nicht von ungefähr ähnlich wie "Arisierung") Jerusalems.
"Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat will offenbar rund 100 Häuser in Ost-Jerusalem abreißen lassen. Es handelt sich um Gebäude, die von Palästinensern ohne Baugenehmigung im Silwan-Viertel südöstlich der Altstadt gelegen, errichtet wurden. Die Palästinenser sollen in moderne mehrstöckige Gebäude umgesiedelt werden. Außerdem ist der Bau eines Einkaufszentrums geplant."
Ohne Baugenehmigung, weil Palästinenser in und um Jerusalem, im Gegensatz zu den Israelis, keine Baugenehmigungen bekommen, siet Jahrzehnten.
@Chayal, OK, wenn Sie das für so gut und großzügig halten, dann reissen wir Ihr Haus oder Wohnung auch einfach ab und siedeln Sie ungefragt in moderne Hochhäuser in Neuperlach oder Hasenbergl um, einverstanden?.
Zuerst denken dann reden, falls ersteres überhaupt bei Ihnen noch möglich ist, woran man gemäß Ihren Auslassungen ernsthaft zweifeln darf.
Nun ich versuche es noch einmal,mich erinnert was man da in Israel macht,an plumpe Propaganda. Nur es wird nicht viel nuetzen,die Bevoelkerung in den Arabischen Laendern,freud sich schon auf die vielen Besuchern die da kommen werden. Dann koennen die mal die Sicht der Dinge im nahen Osten aus iher Perspecktive sehen,vieleicht hilft das.
Paging