Israels Premier Netanjahu fordert von Stockholm, einen dubiosen Artikel über den angeblichen Handel mit Organen getöteter Palästinenser zu verurteilen - Schwedens Regierung verweist auf die Pressefreiheit.
Der Streit zwischen Israel und Schweden wegen eines Artikels der schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet über den angeblichen Handel mit Organen getöteter Palästinenser hat am Wochenende an Schärfe zugenommen.
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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (© Foto: Reuters)
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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verlangte am Sonntag von der schwedischen Regierung eine öffentliche Verurteilung des Artikels. Finanzminister Juval Steinitz sagte am Sonntag, solange die schwedische Regierung nicht "angemessen" auf den "antisemitischen Artikel" reagiere, werde die "Krise weiterbestehen".
Lieberman spricht von "Blutlüge"
Zuvor hatte Außenminister Avigdor Lieberman Schwedens Haltung mit dem Schweigen des Landes während des Holocaust verglichen. Es sei eine Schande, dass Stockholm über die "Blutlüge" schweige. Das Regierungspresseamt in Jerusalem verweigerte am Sonntag zwei Reportern von Aftonbladet die Einreise in den Gaza-Streifen.
Bislang haben sich sowohl der schwedische Ministerpräsident Frederik Reinfeldt als auch Außenminister Carl Bildt geweigert, den Artikel zu verurteilen. Unter Hinweis auf die Presse- und Meinungsfreiheit hatte Reinfeldt gesagt: "Niemand kann fordern, dass die schwedische Regierung gegen ihre eigene Verfassung verstößt."
Ähnlich hatte sich Bildt geäußert, der kommende Woche zu einem Besuch in Israel erwartet wird. In israelischen Medien wurde spekuliert, dass Bildts Besuch wegen der Verstimmungen verschoben werden könnte.
Im Büro Netanjahus wurde am Sonntag ein Eintrag Bildts in dessen Internet-Blog als positiv gewertet. In dem Blog schreibt Bildt, dass Artikel wie jener über den angeblichen Organhandel Verbrechen auslösen könnten, die antisemitische Motive hätten.
Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Stockholm, Lena Posner, kritisierte am Sonntag die Reaktion der israelischen Regierung. Es sei bekannt, dass der Autor des Artikels Israel feindlich gesinnt sei. Der Artikel sei "versteckt" im Kulturteil des Blattes erschienen und habe bis zu den wütenden Reaktionen Israels "kein Aufsehen" erregt.
Der Artikel basiert auf einem bereits 1992 geführten Interview mit einem Palästinenser, der darin erklärt, israelische Soldaten würden die Organe getöteter Palästinenser verkaufen.
Der Autor, Donald Bostrom, verknüpft ohne Angabe von Belegen diese Aussage mit der Festnahme amerikanischer Juden im Juli, die mit Organen Handel betrieben haben sollen.
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(SZ vom 24. August 209/odg)
Youtube-Hit aus USA
www.presstv.com/detail.aspx?id=105711§ionid=3510203
www.presstv.ir/detail.aspx?id=106466§ionid=351020506
Angeblich ist das ganze durch Interpol und den algerischen Gesundheitsminister aufgedeckt worden.
Ich kann natürlich keine Stellung nehmen, ob die Vorwürfe im Aftonbladet sich auf Beweise stützen oder nicht. ABer generell wird Israel angeschuldigt Organe auf illegale Weise zu beschaffen und da sehe ich, falls man keine offensichtlichen Beweise hat schon Gründe, dass sich Israel verleumdet sieht. Ich bin aber wie gesagt kein Kenner der Transplantationsszene in Israel und möchte daher dazu keine Aussage machen.
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Die Pressefreiheit zu respektieren heißt ja nicht, sich nicht gegen Diffamnierungen zur Wehr setzen zu dürfen.
Ich weiss ja nicht, was in Deutschland los wäre, wenn eine Zeitung mit Hinweis auf Angehörige einer Taliban-Familie behaupten würde, die Bundeswehr würde in Kundus imj Kampf eerschossene Afghanen ausschlachten....(?)
Das ganze ist doch mehr als abstrus....:
Ein erschossener Demonstrant ist nicht gerade die ideale Zielgruppe für eine Organentnahme, eine Gruppe von jungen Soldaten nicht genau die richtigen Fachleute dafür, und eine Art Schlachtfeld nicht genau das sterile Umfeld, das man für so einen diffizilen Eingriff braucht. Das müßte wenigstens mal erwähnt werden, damit die abstruse Geschichte das richtige Gewicht erhält.
Außer palästinensischen Vorwürfen liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, daß die israelische Armee gezielt Palästinenser tötet, um ihnen Organe zu entnehmen. Kein einziger Anhaltspunkt, nichts. Einfach nur die Aussage einer palästinensischen Familie, die ihren Sohn durch israelische hat und bereit ist zu beschwören, daß er in einem israelischen Krankenhaus geplündert würde.
Was ist das denn wieder für eine Zensur hier? Wollen sie Beweise für meinen Kommentar? Bitte, hier:
"Boykottaufrufe gegen Ikea wegen Berichts über Organdiebstahl"
derstandard.at/fs/1250691018254/Krise-Israel-und-Schweden-Boykottaufrufe-gegen-Ikea-wegen-Berichts-ueber-Organdiebstahl
Das würde mich jetzt echt interessieren, warum sie diese absolut lapidare Feststellung zensiert haben? Ich bitte um Auskunft!!!
Paging