Der blutige Anschlag von Jerusalem lässt alte Ängste aufleben. Viele befürchten eine neue Eskalation der Gewalt. Jetzt rächt sich, dass die relative Ruhe in den vergangenen Jahren nicht für den Friedensprozess im Nahen Osten genutzt wurde.
Wenn ein lauter Knall die Luft zerreißt, wenn die Sirenen heulen und die Sicherheitskräfte hektisch durcheinander rennen, dann wird in Israel ein Trauma lebendig. Hochgespült werden die Bilder und die Ängste aus den furchtbaren Tagen der Intifada, in denen palästinensische Selbstmord-Attentäter sich in Bussen und Cafés in die Luft sprengten. Seit Jahren schon ist das vorbei, doch letztlich ist die Ruhe im Nahen Osten immer nur die Pause zwischen zwei Explosionen. Die Bombe vom Jerusalemer Busbahnhof hat dies wieder ins Bewusstsein katapultiert.
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Diese Explosion ereignet sich in einer Zeit der ohnehin stark anwachsenden Gewalt. Im Westjordanland war erst vor zehn Tagen eine Siedlerfamilie einschließlich eines drei Monate alten Babys massakriert worden, rund um den Gaza-Streifen ist der gegenseitige Beschuss derzeit so heftig wie seit dem Krieg vor mehr als zwei Jahren nicht mehr, und nun hat es auch das Herz des Landes, Jerusalem, getroffen. Überall in der Krisenregion wächst die Gefahr einer schwer zu kontrollierenden Eskalation.
Die Gewalt liegt im Kalkül der radikalen palästinensischen Gruppen wie der Hamas und dem Islamischen Dschihad. Doch diese Terrororganisationen haben sich bislang auch fast immer darauf verlassen können, dass Israel auf ihre Angriffe und Provokationen mit noch mehr Gewalt antwortete. Die Regierung hält das für eine angemessene Reaktion. Mit diesem Muster jedoch kann die Region nur wieder in die finstersten Zeiten des Konflikts zurückfallen - und es könnte sich bitter rächen, dass die zurückliegende Phase der relativen Ruhe nicht für Fortschritte im Friedensprozess genutzt worden ist.
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(SZ vom 24.03.2011/olkl)
Youtube-Hit aus USA
..der Israelis.Israel hat sich aus dem Gazastreifen zurückgezogen und alle jüdischen Siedlungen dort aufgelöst. Was folgte? Kurz danach kam die radikale Hamas an die Macht und seitdem regnet es Raketen auf Israel; Ähnliches gilt für den Rückzug aus dem Südlibanon und die Hisbollah dort - klar dass die Israelis einen Palästinenserstaat sehr kritisch sehen, wenn schon das Experiment mit Gaza so schiefgegangen ist. Gruppen wie Hamas und Hisbollah pflegen einen religiös motivierten Antisemitismus und würden den Staat Israel mit allen Mitteln bekämpfen, auch wenn es längst einen Palästinenserstaat gäbe. Für sie ist ganz Palästina auf immer arabisches Land. Wie soll man bitte mit denen verhandeln?
Und was die Berichterstattung in deutschen Medien betrifft, so ist es inzwischen Usus den schwarzen Peter immer den Israelis zuzuschieben. Bomben und Raketen gegen Israel begegnet man mit grosser Nachsicht. Wenn Israel zurückschlägt, ist das Geschrei dagegen gross..
Undiplomat schreibt
"Israel hat das leider noch nicht begriffen."
solange reichlich politische Unterstützung, Geld und Waffen insbesondere aus den Vereinigten Staaten kommen, wird sich daran vermutlich auch sobald nichts ändern ..
Im Gegensatz zur Meinung von ronenya gibt es in den deutschen Medien keine Kritik an Israel, sondern höchstens an der "Gewalt im Nahen Osten". Wenn ronenya findet, das liefe auf eine Kritik nur an Israel hinaus, dann leidet er an Verfolgungswahn. Wenn unterbuchen meint, palästinensische Terroristen handelten ohne jeden Grund nur aus Selbstzweck, dann ist sein Gesichtsfeld gefährlich eingeengt. In der Strafaktion gegen Libyen hat der Westen zum ersten Mal begriffen, dass die Araber nicht eine anonyme Masse sind, auf deren Rechte niemand Rücksicht nehmen muss, sondern dass man sie respektieren und mit ihnen reden muss, besonders wenn man sie als Bundesgenossen gegen den Terror braucht. Israel hat das leider noch nicht begriffen. Und Journalisten wie Peter Münch mit ihren Samthandschuhen werden auch nicht dazu beitragen, dass Israel das begreift.
... Henne ist, und wer Ei.
Es ist ja nicht so dass es für beide Intifadas nicht handfeste Gründe gegeben hätte, aus Sicht der Bewohner der Westbank und Gazas.
Vielleicht wäre es ja mal an der Zeit, keine weiteren Zäune zu errichten und keine weiteren Siedlungen zu bauen und keine weiteren Häuser der Palästinenser niederzureissen, um einen Schritt in die richtige, friedliche Richtung zu ermöglichen?
Staatsterrorismus ist keine Lösung, weder für die einen, noch für die anderen.
Aber besser wird's halt nicht, wenn dauernd alle Beteiligten behaupten, nur der jeweils andere hielte die Spirale der Gewalt ganz alleine in Gang.
Das Morden hört nur auf, wenn die Waffen weggelegt werden.
Und die Seite mit dem echten Wunsch nach Frieden fängt an.
sonst würde sich auch niemand für diese Gruppierungen interessieren.
Terror ist für die genauso Selbstzweck, wie etwa für die RAF, IRA, ETA oder ähnliche, überflüssige Gruppen.
Die Welt wäre ohne sie weniger menschenverachtend
Paging