Islamistische Sekte Boko Haram entführt 60 Mädchen in Nigeria

  • Boko Haram hat nach Medienberichten im Norden Nigerias erneut 60 Mädchen entführt, außerdem starben bei einer Explosion fünf Menschen.
  • Diese Vorfälle nähren Zweifel an der Waffenruhe und der Freilassung von 200 Geiseln, die die nigerianische Regierung verkündet hatte.

Rebellen zünden Häuser an und entführen Mädchen

Vergangenen Freitag hatte die nigerianische Regierung eine Waffenruhe mit der islamistischen Sekte Boko Haram verkündet. Teil der Vereinbarung war demnach auch die Freilassung von mehr als 200 Mädchen, die sich seit April in der Gewalt der Gruppe befinden. Boko Haram hat diese Angaben bisher nicht bestätigt.

Fast eine Woche später gibt es auch noch keine Hinweise darauf, dass die verschleppten Schülerinnen freigekommen sind. Jetzt wurde bekannt, dass Boko Haram im nordöstlichen Bundesstaat Adamawa erneut 60 Mädchen entführt hat - am Samstag, und damit einen Tag nach der Ankündigung der Waffenruhe. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf Augenzeugen.

Demnach drangen mehrere hundert Rebellen mit Motorrädern und Vans in die beiden Dörfer Waga Mangoro und Garta ein, zündeten Häuser an und entführten 60 Mädchen.

Hält sich nur ein Teil der Islamisten an die Waffenruhe?

An diesem Mittwoch starben bei einem Bombenanschlag auf eine Bushaltestelle in der nigerianischen Stadt Azare mindestens fünf Menschen. Zwölf weitere seien verletzt worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Weil die Attentäter im Umfeld von Boko Haram vermutet werden, ist unklar, ob es tatsächlich die Vereinbarung eines umfassenden Waffenstillstands mit Boko Haram gibt, oder ob sich nur ein Teil der Extremisten darauf eingelassen hat, während andere weiterkämpfen.

Azare legt im Norden Nigerias im Bundesstaat Bauchi. Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen unabhängigen Staat im muslimisch geprägten Norden des Landes.