Islamismus Mutmaßlicher IS-Anwerber in Berlin festgenommen

  • In Berlin ist ein Arzt festgenommen worden: Er soll als Anwerber für die Terrormiliz IS tätig gewesen sein.
  • Das LKA teilte mit, er habe einen geistig eingeschränkten Mann radikalisiert und seine Ausreise in den Irak finanziert.
  • Dort soll sich der 24-Jährige im Mai 2015 bei einem Selbstmordattentat in die Luft gesprengt haben.

In Berlin ist ein mutmaßlicher Anwerber der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verhaftet worden. Der aus Baden-Württemberg stammende Arzt habe einen geistig eingeschränkten Mann für den IS rekrutiert und dessen Ausreise finanziert, teilten das für die Ermittlungen zuständige Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit.

Der damals 24-Jährige verübte demnach im Mai 2015 für die Terrorgruppe im Nordirak einen Selbstmordanschlag, bei dem mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten getötet worden sein sollen. Dem 33-jährigen Arzt wird deswegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.

Drei weitere Wohnungen in Berlin und Mannheim durchsucht

Spezialkräfte der Polizei nahmen den Mann in einer Berliner Wohnung fest. Parallel wurden drei weitere Wohnungen in Berlin und Mannheim untersucht. Dabei fanden die Ermittler den Angaben zufolge eine optische Zieleinrichtung für eine Schusswaffe sowie schriftliche Unterlagen, Mobiltelefone und elektronische Datenträger.

Der Beschuldigte habe den leicht zu beeinflussenden Mann mit Propagandavideos "salafistisch-dschihadistisch" radikalisiert, teilte das LKA mit. Zudem habe der Arzt "militärische Gebrauchsgegenstände beschafft" und den Mann finanziell unterstützt. Auch das Einweg-Flugticket von Deutschland in das Krisengebiet habe der Mediziner bezahlt, teilte das LKA mit. Die Ermittler prüfen nun, ob der mutmaßliche Anwerber den jungen Mann bewusst ausgesucht haben könnte, da dieser psychisch labil war.