Es hat lange gedauert, bis der rabiate Islamhass à la Geert Wilders in den USA Fuß gefasst hat. Doch jetzt agieren die Islamgegner dies- und jenseits des Atlantiks gemeinsam.
Der Tag der Trauer in New York war ein Tag der Freude für Geert Wilders. Der Auftritt des niederländischen Islamkritikers bei den Protesten gegen den Bau eines muslimischen Gemeindezentrums nahe Ground Zero ist Teil eines Plans, an dem er seit längerem arbeitet: eine "internationale Freiheits-Allianz" gegen den Islam auf die Beine zu stellen. Und so symbolisierte seine Präsenz in den USA den geglückten Zusammenschluss von Anti-Islamisten dies- und jenseits des Atlantiks.
Bild vergrößern
Der Tag der Trauer in New York war ein Tag der Freude für Geert Wilders. (© dpa)
Anzeige
Es hat lange gedauert, bis der rabiate Islamhass europäischer Prägung auch in den USA Fuß gefasst hat. Die ständigen Konflikte mit muslimischen Bürgern in der Alten Welt, die hysterischen Warnungen, dass bald überall die Scharia regiere, all das rief im klassischen Einwandererland Amerika über Jahre hinweg nur Schulterzucken hervor. Auf die Anschläge vom 11. September 2001 hatten die Bürger vergleichsweise besonnen gegenüber muslimischen Amerikanern reagiert. Weder gab es in den USA Massenproteste gegen Muslime, noch gingen Moscheen in Flammen auf.
Nur einige Blogger erklärten dem Dschihad den Krieg, Leute wie Charles Johnson, der mit seinen Tiraden auf "Little Green Footballs" Millionen Fans erreichte. Eine von ihnen hieß Pamela Geller, die besonders viele und besonders hasserfüllte Kommentare schrieb und später ihren eigenen Blog "Atlas Shrugs" aufzog.
Sie und der bärtige Intellektuelle Robert Spencer (er bloggt auf "Jihad Watch") leiten die Organisation "Stop Islamization of America" (SIOA) und gelten nun als die Schlüsselfiguren der Anti-Islamisten in den USA. Sie sind Dauergäste in rechtslastigen Fernseh- und Radioshows, haben sich in dem Millionär David Horowitz einen Geldgeber geangelt und den Republikaner Newt Gingrich sowie den neokonservativen früheren UN-Botschafter John Bolton ins Boot geholt.
Dabei radikalisieren sie sich. Sie stecken auch hinter den New Yorker Protesten vom Wochenende. Mit Wilders, dessen Radikalität sie bewundern, sind sie gut befreundet. Seine These, dass der Islam keine Religion sei, sondern eine Verschwörung zur Eroberung der Welt, ist auch ihre.
Daneben betreiben Geller und Spencer den Schulterschluss mit Gesinnungsgenossen in Europa. Auf einem ihrer Treffen in Washington trat im Februar Elisabeth Sabaditsch-Wolff auf, die in Österreich wegen Volksverhetzung angeklagt wurde. Auch Anders Gravers trug vor, ein Metzger aus Dänemark, der 2005 die Organisation Stop Islamisation of Europe (SIOE) gründete. Ihr Slogan: "Islamophobie ist die höchste Form des gesunden Menschenverstands." Die amerikanische SIOA ist einer ihrer zahlreichen Ableger.
Laut einem Bericht der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad werden Geller und Spencer sogar von Gravers gesteuert. Er selbst habe die beiden im vergangenen Jahr an die SIOA-Spitze gesetzt, brüstet sich der spitzbärtige Däne in dem Blatt, weil die bisherige Leitung zu schlapp gewesen sei.
Auch nach Israel hat die neue Internationale der Islamfeinde enge Beziehungen. Sie globalisiert sich, so wie der Islamismus. Die deutschen Islam-Hasser tummeln sich im Internet, auf "PI-news" und ähnlichen Seiten. Es sind viele, den Klickzahlen nach zu schließen. Der politischen Bühne halten sie sich noch fern, nun hat der Berliner Ex-CDU-Abgeordnete René Stadtkewitz eine Partei für sie gegründet. "Die Freiheit" hat er sie genannt, fast genauso wie die Partei von Wilders. Der kommt am 2. Oktober nach Berlin.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Geert Wilders in der Regierung Geduldet und gefährlich 08.08.2010
- Rechtspopulisten in Skandinavien Wo Westergaard zu Hause ist 14.09.2010
- Koran-Verbrennung abgesagt US-Pastor Jones mimt Friedenstaube 11.09.2010
- Gedenkfeiern zum 11. September Spalten statt versöhnen 10.09.2010
- Neuer Streit um Kölner Moschee Christliche Symbole "eingeschmuggelt"? 10.11.2011
- Zwangsehen in Deutschland Zum Jawort genötigt 09.11.2011
- Nach Anschlag auf "Charlie Hebdo" Zierfische der Pressefreiheit 04.11.2011
(SZ vom 15.09.2010/segi)
Herr Kirchner klagt und versäumt es, auf die Ursachen hinzuweisen. Glaubt er denn wirklich, dass sich Amerikaner von europäischen "Rechtspopulisten" beeindrucken lassen? Den Amerikanern konnte man immer eine sympathische-naive Form der allgemeinen Religionsfreundlichkeit nachsagen. Dies wird sich ändern, wenn immer mehr Amerikaner den Koran lesen. Dann wissen sie was die "Rechtgläubigen" von ihnen halten und wie der Islam Respekt und Toleranz versteht.
Gut, dass Sie selbst genau das zugeben, was immer schon mein Standpunkt war.
Es gibt Problemviertel und Problemfälle. Diese konzentrieren sich dort, wo Menschen mit wenig Geld in Wohnghettos hausen müssen. Deutsche, die gezwungen sind, dort zu leben haben schlechte Chancen im Leben und entwickeln sich meist genauso unvorteilhaft, wie Ausländer, die meist noch viel weniger Chancen haben, diesem Umfeld zu entkommen, weil ihnen weite Teile des normalen Wohnungs- und Arbeitsmarktes verwehrt bleiben.
Es muss vielmehr getan werden, um solchen Menschen in sozial schwierigen Umständen eine faire Chance im Leben zu ermöglichen. Deutschen ebenso wie allen anderen. Das fängt zuerst einmal bei einer Schulreform an.
Was ich absolut nicht ausstehen kann sind notorische Verallgemeinerer, die ihre Erfahrungen aus Problemvierteln als Regelfall darstellen wollen.
In unserer Insel der Glückseligen hier auf´m Land gibt es Ausländer aus aller Herren Welt, Allein in unser Strasse (200 m lang, die grössten Häuser sind 4-Familien-Gebäude) leben/lebten Italiener, Türken, Ungarn, Tschechen, Brasilianer, Iraner, zwei jüdische Familien, Griechen, Spanier, Schweden und Thailänder. Gleiches Bild an unseren Kindergärten und Schulen. Und alles läuft völlig normal.
In einer ganz normalen Umgebung leben einfach auch ganz normale Menschen. Deutsche wie ausländische. Und ich bin davon überzeugt, dass das auch der Regelfall ist, nicht die Ghettoerfahrungen aus Berlin-Kreuzberg oder in Ruhrpott-Ballungsräumen.
Wenn jetzt aber Hetzer wie dieser Sarrazin auftauchen und permanent das Klima vergiften, indem sie sich die schlimmsten Fälle rauspicken und dann pauschalisieren, dann schlägt auch den ganz normalen Ausländern, die ganz normal arbeiten und ihr Leben führen irgendwann soviel Hass und Ablehnung entgegen, dass das gesellschaftliche Gefüge dramatisch gestört wird.
Mit rassenunruhen-ähnlichen Zuständen hierzulande ist letztendlich niemandem gedient. Weder den Hetzern noch den "Gutmenschen".
Das ist mutmasslich richtig, dass vor allem emanzipierte Frauen von Rechten Gebrauch machen können, die dem kleinen Mädchen, Jugendlicher nicht einfach offenstehen - aber: wir vergessen bei alledem - und ich beziehe mich auf das "Ende der Geduld", Heisig, die Jungs. Ich weiss nicht, ob es Ihnen möglich ist, Richterin Heisigs Werk zu beschaffen, aber es ist mit Abstand ein sehr sehr bedrückendes Buch - erstaunlich genug, dass man kaum darüber liest.
Sapere aude - das ist wohl auch hier am Schluss meine Unterschrift. Aus genau diesem Grund werde ich mich aus meinen Schweizer Bergen in der übernächsten Woche erheben, und mir einmal in Berlin die neue Partei Freiheit ansehen und dem Buchinhalt der Richterin Heisig vor Ort ein wenig nachgehen.
Ihr letzter Beitrag ! Das ist ein Wort , ucr2 ! Der Dank des Vaterlandes ist Ihnen gewiß !
Men letzter Beitrag ging natürlich an den zornigen ttoo70
ucr
Paging