IS in Syrien Hamburger Teenager auf dem Weg in den Heiligen Krieg

Sie hatten schon ein One-Way-Ticket: Die Polizei in Hamburg hat zwei Jungen und zwei Mädchen von der Reise nach Syrien abgehalten. Die Jüngste ist erst 14 Jahre alt. In der spanischen Exklave Melilla in Nordafrika hat die Polizei mutmaßliche IS-Ausbilder festgenommen.

  • Vier Jugendliche aus Hamburg-Altona haben versucht, über die Türkei nach Syrien zu reisen und sich dort dem "Islamischen Staat" anzuschließen.
  • In der spanischen Exklave in Melilla in Nordafrika haben spanische und marokkanische Polizisten neun mutmaßliche IS-Terroristen festgenommen. Sie sollen versucht haben, junge Menschen für den "Heiligen Krieg" anzuwerben.
  • In Nordsyrien rücken die Dschihadisten offenbar immer näher an die umkämpfte kurdische Stadt Ain al-Arab heran.

Mit One-Way-Ticket in den Dschihad

Die Polizei in Hamburg hat vier Teenager davon abgehalten, über die Türkei nach Syrien auszureisen. Das hat Polizeisprecher Andreas Schöpflin bestätigt. Es handele sich um zwei Jungen im Alter von 17 Jahren und zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren, berichtet das Hamburger Abendblatt. Die beiden Jungen, die der Polizei bereits als Kleinkriminelle bekannt gewesen seien, sollen sich in den vergangenen Monaten radikalisiert haben, schreibt die Zeitung. Sie sollen die Reise auch geplant haben.

Dem Bericht zufolge entdeckten die Eltern der Jugendlichen deren One-Way-Tickets in die Türkei und alarmierten daraufhin die Polizei. "Seitdem führt die Staatsschutzabteilung im Landeskriminalamt ein gefahrenabwehrendes Ermittlungsverfahren", sagte der Polizeisprecher. Die Jugendlichen hätten einen türkischen beziehungsweise gambischen Migrationshintergrund.

Polizei gelingt Schlag gegen IS-Ausbilder in Spanien und Marokko

In der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla und im marokkanischen Nador ist Polizeieinheiten beider Länder ein Schlag gegen IS gelungen: Dort wurden neun mutmaßliche IS-Terroristen festgenommen, teilte das spanische Innenministerium mit. Die Festgenommenen gehörten den Angaben zufolge einer dem IS nahestehenden Organisation an, die nun zerschlagen sei. Die Gruppe habe auch Verbindungen zum Terrornetz al-Qaida gehabt.

Die Terroristen sollen junge Menschen für den Dschihad, den "heiligen Krieg" geworben und sich zum Teil als militärische und ideologische Ausbilder betätigt haben. "Das war eine sehr wichtige Operation, weil die vernichtete Zelle ganz klare Beziehungen zum IS hatte", sagte der Generaldirektor der spanischen Policía Nacional, Ignacio Cosidó.

Nach Angaben des Ministeriums ist es nicht ausgeschlossen, dass von der Zelle Angeworbene nach einem Aufenthalt in Konfliktländern wie Syrien oder dem Irak zurückgeschickt wurden oder werden sollten, um Anschläge in Marokko oder in Europa zu verüben. Der Chef der Gruppe war den Angaben zufolge spanischer Staatsbürger.

Berichte über Großangriff auf Kurden-Enklave

Die IS-Dschihadisten attackieren unterdessen weiter die kurdische Enklave Ain al-Arab in Nordsyrien: Am Montag sollen die Extremisten bereits auf vier bis sieben Kilometer an die Stadt herangerückt seien, sagte der Vorsitzende der selbst ernannten Regionalregierung des Gebiets, Anwar Muslim, der Nachrichtenagentur dpa. Die Dschihadisten versuchen seit Tagen, Ain al-Arab einzunehmen. Vor mehr als einer Woche hatten sie Dutzende Dörfer im Umland unter ihre Kontrolle gebracht und eine Massenflucht Richtung Türkei ausgelöst. Die Orte liegen an der türkischen Grenze in einer Enklave, die bisher von den kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wurde.

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