Am 12. Juni entscheidet Irland als einziges Land in einem Referendum über den neuen EU-Vertrag. Einer Umfrage zufolge stehen die Zeichen für eine Ratifizierung allerdings schlecht.

Knapp eine Woche vor der irischen Volksabstimmung über den EU-Vertrag von Lissabon sind die Gegner des Abkommens erstmals in der Mehrheit.

Referendum für EU-Vertrag in Irland; dpa

EU-Vertrag in Irland: Nur noch jeder Dritte würde bei dem Referendum mit "Ja" stimmen. (© Foto: dpa)

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Nach einer am Freitag von der Irish Times veröffentlichten Umfrage lehnen 35 Prozent der Iren den Vertrag ab. Damit hat sich die Zahl der Vertragsgegner seit drei Wochen mehr als verdoppelt.

Die Zahl der Befürworter fiel um fünf Punkte auf 30 Prozent. 35 Prozent sind der aktuellen Umfrage zufolge vor der Abstimmung am kommenden Donnerstag noch unentschlossen. Die Umfrage findet am 12. Juni statt.

Während in allen anderen EU-Staaten die Parlamente oder Regierungen den Reformvertrag annehmen können, entscheidet Irland als einziges EU-Land in einem Referendum über den Vertrag von Lissabon. Damit könnten die Iren, die weniger als ein Prozent der 490 Millionen EU-Bürger stellen, den Vertrag zum Scheitern bringen.

Der Reform-Vertrag soll Anfang 2009 in Kraft treten. Dafür ist jedoch die Zustimmung aller 27 EU-Länder Voraussetzung. Wenn ihn nur eines zurückweist, ist er hinfällig.

Die ursprünglich geplante Verfassung der Europäischen Union (EU) war bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden zu Fall gebracht worden. Der Vertrag von Lissabon ist der Versuch, zumindest einige der geplanten Reformen der EU-Institutionen umzusetzen.

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