Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el Baradei, reist an diesem Donnerstag nach Teheran, um die Untersuchung des umstrittenen iranischen Atomprogramms voran zu bringen.

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Das teilten westliche Diplomaten am Montag bei der UN-Atombehörde in Wien mit, nachdem zuvor iranische Medien den Besuch gemeldet hatten. Zunächst hatte die IAEO die Reisepläne bestätigt, später jedoch nur von einer iranischen Einladung gesprochen und die Antwort darauf offen gelassen.

Die Einladung sei "plötzlich und sehr kurzfristig" in Wien eingetroffen, erklärten IAEO-Diplomaten weiter. El Baradei mache seine Reise davon abhängig, "was die Iraner zu bieten haben". Der Besuch in Teheran könne die Verhandlungen über die Offenlegung des iranischen Nuklearprogramms beschleunigen, hieß es.

Am Wochenende hatte ein IAEO-Sprecher berichtet, die iranischen Behörden legten die Einzelheiten ihres Nuklearprogramms nur zögerlich auf den Tisch und gefährdeten so die von der IAEO-Spitze gesetzte Frist bis Ende Oktober.

Sollten sich die IAEO-Inspekteure an Ort und Stelle kein abschließendes Urteil über das Atomprogramm bilden können, soll der UN-Sicherheitsrat angerufen werden, der Sanktionen verhängen könnte.

Iran warnte Israel am Montag davor, mit einem angeblich ins Auge gefassten Präventivschlag iranische Atomanlagen ausschalten zu wollen. "Israel weiß, dass es mit uns keinen Unfug anstellen sollte", sagte Regierungssprecher Abdullah Ramezanzadeh in Teheran.

Mit der Warnung an Israel reagierte Iran offensichtlich auf einen Bericht des Spiegel, wonach die israelische Regierung den Geheimdienst Mossad vor zwei Monaten angewiesen habe, Pläne zur Ausschaltung der iranischen Atomanlagen auszuarbeiten.

Danach sollten nach den in Jerusalem vorgelegten Szenarien etwa ein halbes Dutzend Ziele von F-16-Kampfbombern in einer Nacht-und Nebel-Aktion "gleichzeitig sowie vollständig" zerstört werden. Nach Einschätzung des Mossad sei das zwar äußerst schwierig, aber "technisch zu bewältigen".

Israelische Kampfflugzeuge hatten 1981 in einer Geheimdienstaktion den im Bau befindlichen irakischen Atomreaktor Osirak bei Bagdad zerstört. Vor allem die USA beschuldigen Iran, an der Herstellung von waffentauglichem Uran zu arbeiten.

Teheran hatte stets betont, sein Nuklearprogramm diene ausschließlich der zivilen Energieerzeugung.

IAEO-Inspekteure hatten jedoch im vergangenen Sommer Spuren von waffenfähigem Uran gefunden. Teheran hatte diese Spuren mit Verunreinigungen importierter Nukleartechnik erklärt.

Nach Erkenntnissen Israels arbeiteten die Iraner an mehreren Orten bereits im Endstadium dran, Uran durch Anreicherung waffentauglich zu machen, hieß es in dem "Spiegel"-Bericht weiter. Drei Atomanlagen sollen der internationalen Gemeinschaft bislang völlig unbekannt sein.

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(sueddeutsche.de/dpa)