Holocaust-Leugner, Antisemit und Atom-Provokateur: Jahrelang hat sich die Welt an Präsident Ahmadinedschad gerieben. Nun gibt es auch in Iran selbst immer mehr Konkurrenten und Kritiker.
Es ist ein klassischer Verhinderungswahlkampf: Die oppositionellen iranischen Reformer wollen um keinen Preis, dass der im Westen als "Irrer von Teheran" geschmähte Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad ihr Land vier weitere Jahre regiert. Jetzt werden aber auch im konservativen Lager des Amtsinhabers Stimmen gegen den Staatschef laut: Mit Mohsen Resai, dem früheren Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden, tritt ein Mann an gegen Ahmadinedschad, der ihn wichtige Stimmen kosten könnte bei der Präsidentenwahl am 12.Juni.
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Mahmud Ahmadinedschad möchte auch künftig Irans Geschicke bestimmen. "Diener des Volkes" wolle er sein, sagte der Staatschef Ende voriger Woche. (© Foto: AP)
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Für die Entwicklung in Nahost könnte dies entscheidend sein: US-Präsident Barack Obama sucht nach einer neuen Außenpolitik und zeigt sich dem bisherigen Erzfeind Iran gegenüber offen. Währenddessen droht Israel weiter damit, die iranischen Atomfabriken zu bombardieren, wodurch am Ende die gesamte Region in Brand gesetzt werden könnte.
Die Gegenkandidaten sind sich einig: Ahmadinedschads Politik hat die Islamische Republik weiter isoliert. Der amtierende Präsident provoziert an allen internationalen Fronten. Er ist unnachgiebig im Streit um das iranische Nuklearprogramm. Er lässt kaum eine Gelegenheit verstreichen, um Israels Existenzrecht in Zweifel zu ziehen und um den Holocaust zu leugnen.
Er unterstützt die palästinensische Hamas, feiert den Kampf der libanesischen Hisbollah gegen Israel. Kurz: Angesichts der neuen Offenheit der Vereinigten Staaten ist Ahmadinedschad nach Meinung seiner Gegner der falsche Mann für Iran.
Hohe Arbeitslosigkeit
Die Reformer treten bei der Wahl am 12. Juni mit zwei Kandidaten an: dem Geistlichen Mehdi Karrubi und dem früheren Premierminister Mir Hossein Mussawi. Beide sind eigentlich nur Kandidaten zweiter Wahl: Der Held des Reformlagers bleibt Ex-Staatschef Mohammed Khatami.
Der wird geschätzt wegen seiner Bereitschaft zum Dialog; er regierte von 1997 bis 2005. Der Geistliche kandidiert aber nicht: Offensichtlich hat der mächtigste Mann Irans, Revolutionsführer Ali Khamenei, klargestellt, dass er gegen Khatami ist - und was Khamenei denkt, ist Gesetz.
Weshalb für Khatamis Reformpolitik nun Mussawi und Karrubi antreten. Deren Kalkül ist klar: Zusammen decken sie fast die gesamte Bandbreite der Opposition ab. Da ist die Masse der Bevölkerung, die unter hoher Inflation und Arbeitslosigkeit leidet.
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Analyse des DFB-Kaders
@andersX
Da projizieren sie aber wohl gewaltig. Wenn sie sich gerade nur in diesen Foren tummeln, dann ist das wohl ihre Attitude.
Denn das Thema ist der Maßstab westlicher Kritik. Denn Moral ist eben nie absolut und pur zu haben. Und da stinkt die gängige Bigotterie derart, daß mir schlecht wird. Ich kann die chinesische Besatzungspolitik in Tibet nicht scharf kritisieren und die skandalösere Israels in Palästina runterrelativieren. Denn das hat viel mit Agit-Prop und wenig mit Seriosität zu tun.
Und ich kann nicht mich über die iranische Atompolitik empören, wenn der Gegenspieler in Tel Aviv mehr als 350 Atomwaffen gehortet hat, was von westlicher Seite permanent stillschweigend toleriert wird. Wohlgemerkt, der Iran hat nach allen Erkenntnissen keine einzige dieser Waffen. Ob das Regime nach A-Waffen strebt ist weiterhin unklar. Trotzdem werden die ideologisch aufgeblasenen Propagandalügen gerne geschluckt. Zudem hat bereits Bismarck daraufhingewiesen, daß Empörung keine poltische, sondern eine propagandistische Kategorie der Meinungslenkung ist, rein subjektiv motivierte ohnehin.
Und es ist so gar nicht plausibel, den Iran als Produkt einer aggressiven Machtclique zu cahrakterisieren, wenn der von D vorbehaltlos unterstütze Gegenspieler Israel regelmäßig in Jahresfrist seine Nachbarn attackiert. Und dort herrscht eine rechtsradikale Regierung, deren Mitglieder vielleicht maulheldenhaft diese auch drohen einzusetzen.Empörung hier, Fehlanzeige. Eiine solche konsequente und permante Bigotterie hat viel mit Propaganda und wenig mit politischer Moral zu tun. Eigentlich so ganz und gar nichts....
Eine religiöse Partei in der Regierung, Religionsunterricht und Kruzefixe in den Schulen und Krankenhäusern. Kirchensteuer und Milliarden von Subventionen sind sicherlich nicht säkular.
Religionsfreiheit hat nichts mit der Säkularität eines Landes zu tun.
"die Ablösung Ahmadinedschads wird uns (der freiheitlich demokratisch säkularen Welt) wenig nützen."
Wo lebst du? Auf dem Mond? Wo sind wir denn eine säkulare Demokratie??? Und wo sind wir freiheitlich???
Hallo nicknoris,
ich meinte nicht die Zeitung "Die Welt", sondern unsere in der Unter-Überschrift angesprochene tatsächliche Welt: "Jahrelang hat sich die Welt an Präsident Ahmadinedschad gerieben." :-)
hat sich an diesem unappetittlichen, skandalösen Herrn A. gerieben, auch "Bild" und "BamS" und ein großer Teil der deutschen Medien. Ob das aber den Widerstandsgeist der iranischen Wähler anstachelt wage ich zu bezweifeln.
In Deutschland aber würde er in der Beliebtheitsskale so bei Lafontaine dümpeln.
Paging