Nun spricht auch Irans Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi davon, dass Gefangene in Teheraner Gefängnissen sexuell missbraucht worden sind.

Der iranische Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi hat "hochrangige Agenten" beschuldigt, Regierungsgegner in Haft vergewaltigt zu haben.

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Irans Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi (© Foto: dpa)

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Der bei der Präsidentschaftswahl im Juni unterlegene Mussawi unterstützte damit Vorwürfe des reformorientierten Kandidaten Mehdi Karubi.

Die Behörden hatten die Anschuldigungen bereits zuvor als haltlos zurückgewiesen. Von denjenigen, die im Gefängnis missbraucht und vergewaltigt worden seien, habe man die Nennung von jeweils vier Zeugen verlangt, schrieb Mussawi nach Angaben einer reformorientierten Internetseite in einem Brief an Karubi.

Neue Proteste wegen Zeitungsschließung

Die Behörden hätten von den Gefangenen Stillschweigen verlangt. Es sei aber nicht möglich, die unterdrückten Menschen mit Geld oder Gewalt zu beschwichtigen, so Mussawi.

Am Vortag hatte die vorübergehende Schließung von Karubis reformorientierter Zeitung Etemade-e Melli nach Augenzeugenberichten erneut Proteste ausgelöst.

Nach Berichten iranischer Medien wollte Karubi sich auf der Titelseite der ursprünglich geplanten Ausgabe zu Vorwürfen seiner Gegner äußern. Konservative Hardliner hatten ihn für seine Äußerungen kritisiert, Oppositionsanhänger seien in Haft vergewaltigt worden.

Mindestens 200 Menschen sind nach den Protesten gegen den Ausgang der Präsidentenwahl vom 12. Juni noch in Haft. Mussawi und Karubi gehören zu den Anführern der Protestbewegung. Die Opposition wirft den Behörden Wahlbetrug zugunsten des konservativen Amtsinhabers Mahmud Ahmadinedschad vor.

Die Behörden haben in diesem Monat mit drei großen Prozessen begonnen, in denen moderate Politiker, Menschenrechtsaktivisten, Anwälte und Journalisten vor Gericht stehen. Der Konflikt um die Wahl hat den Iran in seine schwerste innenpolitische Krise seit der Islamischen Revolution vor 30 Jahren gestürzt.

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(Reuters/dpa/odg/cag)