Ein Kommentar von Rudolph Chimelli

Teheran schießt einen Erdbegleiter in den Orbit - und hebt sich damit weiter von seinen arabischen Nachbarn ab.

Die Iraner haben Raketen. Dass sie Satelliten bauen können, war bekannt, seit sie 2005 erstmals einen Erdbegleiter von einem russischen Träger auf eine Umlaufbahn bringen ließen.

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Es lag also nahe, dass sie einen Satelliten mit eigener Rakete ins All schießen würden, und sie hatten es überdies schon angekündigt. Um die technischen Errungenschaften der islamischen Revolution zu deren 30. Jahrestag wirksam zu feiern, wurde das Ereignis um einige Wochen vorgezogen.

Ähnlich einer deutschen V2

Dem Selbstbewusstsein der Iraner bringt der Satellitenstart neue Schubkraft. Ihr Land wird damit zum neunten auf Erden, das sich in den Weltraum aufschwingt. Militärisch verändert der Kraftakt auf absehbare Frist wenig.

Die Reichweite der besten iranischen Langstrecken-Missile, die sämtlich Fortentwicklungen der nordkoreanischen Nodong sind, deckt theoretisch mit 2000 Kilometern alle denkbaren Ziele im Nahen Osten ab, an erster Stelle Israel.

Doch ohne atomaren Sprengkopf ist eine moderne Fernrakete noch immer nicht mehr als eine fliegende Bombe, wie es die deutsche V-2 im Zweiten Weltkrieg war, heute noch dazu relativ leicht abzufangen.

Vom nuklearen Sprengkopf aber ist Iran, wie Mohammed el-Baradei, der Chef der internationalen Atom-Agentur, erst vor Tagen wiederholte, noch Jahre entfernt.

Und selbst wenn sie die Atombombe hätten, müssten die Ayatollahs Selbstmörder sein, wollten sie angesichts der überlegenden Stärke der Gegner davon Gebrauch machen. Solche Neigungen haben sie nie erkennen lassen.

Gleichwohl hebt sich die Islamische Republik in ihrem strategischen Rang weiter von den arabischen Nachbarn ab. Teheran will regionale Vormacht sein - auch im Weltraum.

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