Raketentests in Iran Machtdemonstration am Persischen Golf

Iran testet Raketen, die bis nach Israel fliegen können, und erwägt, die für den Ölhandel strategisch wichtige Meeresstraße von Hormus zu blockieren. "Denkt nicht mal daran", antworten die USA - und erhöhen ihre militärische Präsenz in der Region.

Teheran demonstriert Stärke: Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, hat Iran am Dienstag bei einem militärischen Manöver in der Wüste Lut mehrere Raketen getestet. Darunter angeblich auch solche, die bis zu 2000 Kilometer weit, also bis nach Israel, fliegen können. Die Tests der Revolutionsgarden fanden am 1. Juli, einen Tag nach Inkrafttreten des EU-Ölembargos gegen Teheran, statt.

Als Reaktion auf die Sanktionen der westlichen Länder haben am Montag etwa hundert iranische Parlamentarier eine Gesetzesinitiative unterschrieben, nach der die Meeresstraße von Hormus blockiert werden soll. Diese ist für die weltweite Ölversorgung wichtig.

Die USA versuchen die Blockade zu verhindern. Wie die New York Times am Dienstag berichtete, hat Amerika seine Militärpräsenz im Persischen Golf deshalb erhöht. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums sagte der Zeitung: "Die Botschaft an Iran ist: Denkt nicht einmal daran. Denkt nicht einmal daran, die Meerenge zu schließen. Denkt nicht einmal daran, Schnellboote zu schicken, um unsere Schiffe oder Transporter zu belästigen. Wir werden sie auf den Boden des Golfs versenken."

Mit acht Minenräumbooten haben die USA die Zahl seiner Schiffe in der Region verdoppelt. Hinzu kamen in den letzten Wochen Kampfflugzeuge und die USS Ponce, ein für amphibische Operationen geeignetes Kriegsschiff.

Die Straße von Hormus hat eine hohe Bedeutung. Sie ist mit einer Breite von nur 50 Kilometern und einer Tiefe von nicht mehr als 60 Metern ein Nadelöhr. 35 Prozent des weltweiten Ölhandels laufen durch die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Zahlreiche Golfstaaten sind vom Ölexport über diese Seestraße abhängig.

Trotz des Konflikts um den Wasserweg gehen die Atomgespräche mit Iran zumindest auf niedrigem diplomatischen Niveau weiter. Nach drei erfolglosen Verhandlungsrunden trifft sich am Dienstag eine Expertenkommission der sogenannten 5+1-Gruppe mit iranischen Vertretern in Istanbul. Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats - USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - sowie Deutschland befürchten, Iran könne unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Entwicklung von Kernwaffen arbeiten. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und will an der Urananreicherung festhalten.