Der Machtkampf in Iran eskaliert: Während die Opposition auf Neuwahlen beharrt, versammeln sich die Anhänger Ahmadinedschads auf demselben Platz, auf dem am Montag mehr als eine Million Menschen für Mussawi demonstriert hatten.
Angesichts der anhaltenden Proteste kündigte der mächtige Wächterrat an, die Stimmen der Präsidentschaftskandidaten teilweise neu auszählen zu lassen. Die Opposition verlangte dagegen Neuwahlen. Die Behörden versuchen zudem, Iran von der Außenwelt zu isolieren. Die Berichterstattung durch ausländische Medien wurde am Dienstag massiv behindert.
Auf demselben Platz, auf dem am Montag mehr als eine Million Menschen für die Opposition demonstriert hatten, versammelten sich am Dienstag nun Tausende Anhänger Mahmud Ahmadinedschads. (© Foto: Reuters)
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Das iranische Regime versucht offenbar, die Lage unter Kontrolle zu bekommen, nachdem es bei den Demonstrationen am Montag erste Tote gegeben hatte. Der staatliche Rundfunk bestätigte, dass sieben Menschen "bei einem Schusswechsel" in Teheran ums Leben gekommen seien. Die Demonstranten hätten einen Militärposten angegriffen, behauptete der Sender. Exilpolitiker sprachen von 22 Toten und mehr als 100 Verletzten.
Proteste soll es auch in Isfahan und Schiras geben. Der Präsidentschaftsbewerber Mir Hussein Mussawi rief am Dienstag seine Anhänger daher auf, einer nicht genehmigten Demonstration in der Hauptstadt fernzubleiben. Dennoch gingen erneut Tausende auf die Straße.
Auf demselben Platz, auf dem am Montag mehr als eine Million Menschen für die Opposition demonstriert hatten, versammelten sich am Dienstag nun Tausende Anhänger Mahmud Ahmadinedschads.Der bisherige Präsident, der sich auch zum Sieger der Wahl vom vergangenen Freitag erklärt hat, reiste unterdessen zu einem offiziellen Besuch nach Russland. Auch dort zeigte er sich unbeeindruckt von den schwersten Unruhen in Iran seit Jahrzehnten. In Jekaterinburg philosophierte Ahmadinedschad lächelnd über das Ende "der Ära der Weltmächte" und des Kapitalismus.
Der Protestzug der Anhänger Mussawis in Teheran war am Montag fast zehn Kilometer lang. Die weitere weltweite Verbreitung von Bildern solcher Proteste, von prügelnden Milizen und blutenden Demonstranten möchte die Regierung in Teheran unterbinden. Ausländischen Reportern wurde die Berichterstattung von den Straßenprotesten untersagt, sie sollen in ihren Büros bleiben und Interviews nur noch per Telefon führen dürfen. Auch Telefon und Internet waren zum Teil eingeschränkt. Nur schwer verhindern lässt sich aber die Fülle von Informationen über den Kurzinformationsdienst Twitter, der bei jungen Iranern äußerst beliebt ist. Eine dieser Botschaften lautete am Dienstag: "Ahmadinedschad nannte uns Staub, wir zeigten ihm einen Sandsturm."
Der Sprecher des einflussreichen iranischen Wächterrats, Abbas Ali Kadchodaei, kündigte an, es würden Wahlbezirke neu ausgezählt, deren Ergebnisse strittig seien. Wie viele und welche Bezirke dies sind, sagte er nicht. Auch wann die Nachzählung beginnen und wie lange sie dauern soll, ließ er offen. Ayatollah Ali Chamenei, die höchste Autorität des Iran, hatte das Gremium von Rechtsgelehrten am Montag mit der Überprüfung beauftragt. Chamenei, der zuvor die Wiederwahl Ahmadinedschads bereits verkündet hatte, hofft damit offenbar, die Opposition zu beruhigen, die bereits eine komplette Neuwahl verlangt hat.
US-Präsident Barack Obama äußerte sich erstmals offen besorgt über die Lage in Iran. Obama betonte, es sei Sache der Iraner, ihre Führung zu bestimmen. Er sei aber "tief besorgt angesichts der Gewalt, die ich im Fernsehen gesehen habe". Das Recht auf friedlichen Protest und auf freie Meinungsäußerung seien universelle Werte, sagte Obama. In einer Aktuellen Stunde wird der Bundestag in Berlin sich an diesem Mittwoch mit der aktuellen Entwicklung in Iran befassen.
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(SZ vom 17.06.2009)
Protest gegen dritte Startbahn
"Nur ich glaube nicht, dass die USA soweit gehen würden den Iran in einen Bürgerkrieg mit ungewissem Ausgang zu treiben oder das Pulverfass anzuzünden nur weil ihnen das Regime nicht passt. "
Ob es wirklich in einen Bürgerkrieg mündet ist ja noch nicht sicher! Die USA haben erst vor kurzem 2 souveräne Staaten überfallen um ihnen nicht genehme Regime militärisch zu entfernen. Die CIA ist im Iran aktiv und unterstützt diverse Terror- und Oppositionsgruppen. Der US-Kongress hat letztes Jahr Mittel freigegeben hat, um verdeckte Operationen im Iran zu intensivieren. Sie sollen die religiöse Führung des Landes destabilisieren. Dass man zwar Bombenanschläge, Entführungen und gezielte Tötungen finanziert, aber bei der Unterstützung der Moussavi-Demos plötzlich vornehme Zurückhaltung übt, halte ich für völlig unwahrscheinlich.
Halten sie mich für naiv?
Natürlich gibt es Gruppierungen innerhalb der USA (wie in anderen Staaten auch), die Oppositionsgruppen allerorten unterstützen.
Das gilt nicht nur für die iranische Opposition, sondern auch für Exil-Tibeter, den Karsai-Clan, politische Parteien in Deutschland und so weiter und so fort...
Sicherlich nicht durch direktes Auftreten, aber indirekt und mittelbar ist das überall auf der Welt durch jede Regierung der Fall.
Es ist doch kein Geheimnis, dass die Diplomatie nur der höfliche Ausgehanzug eines globalen Machtpokers ist und wer anderes behauptet hat nicht gut aufgepasst....
Ebenso unterstützen die Mullahs ihrerseits andere (Oppositions)Gruppen in anderen Ländern (z.b. Irak, Afghanistan, Pakistan etc.) um ihnen gewogene bzw mit ihrer Ideologie konforme Machtverhältnisse zu schaffen oder diesen zumindest einen fruchtbaren Boden zu bereiten.
Wo genau ist jetzt das Problem oder der Unterschied? Keiner ist da besser als der andere sondern verfolgt mehr oder weniger klandestin seine eigene Agenda...
Nur ich glaube nicht, dass die USA soweit gehen würden den Iran in einen Bürgerkrieg mit ungewissem Ausgang zu treiben oder das Pulverfass anzuzünden nur weil ihnen das Regime nicht passt. Dafür steht zuviel internationales Ansehen auf dem Spiel und das Risiko eines 2. bzw. 3. Bürgerkriegslandes in dieser ohnehin fragilen Region kann niemandes Interesse sein.
Also kann von der gesponserten "Farbrevolution" auch nicht die Rede sein, denn es dürfte dem strategischen Interesse der USA in der Golfregion entgegen stehen.
Ahmadineschjad schwächen bzw womöglich sogar im Wahlgang schlagen, das waren in meinen Augen die Ziele - nicht weniger, aber auch nicht mehr.
mfg,
Raoul Duke
Achtung: Satire an: Doch die Einmischung der USA geht schon ganz klar aus dem Namen des US-Präsidenten hervor:
Er heißt schließlich Barack HUSSEIN Obama und da ist doch ganz klar, dass er Mir HUSSEIN Mussawi unterstützt, ja unterstützen muss. Allein schon um des zweiten Vornamens willen.
Das ist doch für jeden Menschen ganz klar ersichtlich. Dass das vorher noch niemandem aufgefallen ist!? (Satire wieder aus)
Sind sie denn der Ansicht, dass sich die USA in keinster Weise in die inneren Angelegenheiten Irans einmischen um einen Regimechange herbeizuführen?
Sie haben Recht, Im Endeffekt sind es die Weisen Zions die die USA steuern.
Da sind auch auch die, die die Medien kontrollieren...
oder waren es doch die Ausserirdischen? *-))))))))))
Paging