Nach der Festnahme von fünf Briten prüft Iran rechtliche Schritte gegen die Eindringlinge. Großbritannien bleibt hingegen gelassen.

Die iranische Regierung hat die Festnahme von fünf britischen Seglern bestätigt und mit Strafen gedroht. Die Briten seien illegalerweise in Iran eingedrungen, sagte Stabschef Esfandiar Rahim-Maschaei der iranischen Nachrichtenagentur Fars am Dienstag.

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Iran droht mit rechtlichen Schritten - sollte sich herausstellen, dass die Briten Spione sind. (© Foto: Reuters)

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Bestätige sich, dass die Segler mit böser Absicht in iranischen Gewässern unterwegs gewesen seien, dann drohten ihnen "ernsthafte" rechtliche Schritte. Rahim-Maschaie bezog sich auf mögliche Spionageaktivitäten der Briten.

Der weitere Umgang mit den Briten werde nun von der Justiz entschieden, sagte Maschaie, der dem Bericht zufolge keine weitere Angaben zu den Umständen der Festnahme machte.

Die fünf Segler waren vergangenen Mittwoch von der iranischen Marine festgenommen worden. Großbritannien hatte den Fall am Montag bekannt gemacht und mitgeteilt, die Briten seien auf ihrer Yacht im Persischen Golf unterwegs gewesen und dabei möglicherweise in iranische Hoheitsgewässer geraten. Demnach waren die Segler auf dem Schiff The Kingdom of Bahrain auf dem Weg von Bahrain zu einer Regatta, die in Dubai starten sollte.

Der britische Außenminister David Miliband sagte am Dienstag dem Rundfunksender BBC, es gebe wegen des Vorfalls keine "Konfrontation oder Auseinandersetzung" zwischen London und Teheran. "Das ist eine rein konsularische Angelegenheit und wir erwarten, dass sie auch so behandelt wird."

Bereits im März 2007 hatte ein ähnlicher Vorfall die Beziehungen zwischen London und Teheran erheblich belastet: Damals hatten die iranischen Revolutionsgarden im Norden des Persischen Golfs ein Schiff der britischen Marine gestoppt und 15 britische Soldaten an Bord festgenommen. Den Briten wurde vorgeworfen, in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein, was Großbritannien zurückwies. Nach knapp zwei Wochen Haft wurden die Briten freigelassen und konnten in ihre Heimat zurückkehren.

Derzeit belastet vor allem der festgefahrene Atomstreit mit Iran die Beziehungen des Landes mit dem Westen. Der aktuelle Vorfall sei mit dem aus dem Jahr 2007 nicht zu vergleichen, hob Miliband hervor. Bei den Seglern handele es sich um "Zivilisten, sie sind Segler, die ihrem Sport nachgingen und es scheint, dass sie sich möglicherweise unbeabsichtigt in iranische Hoheitsgewässer verirrt haben".

Die Gespräche mit den iranischen Behörden über den Fall bezeichnete der britische Außenminister als "sehr gut". Miliband äußerte die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Problems.

Der Vater einer der festgenommenen Segler, Charles Porter, sagte nach einem Telefonat über ein Mobiltelefon mit seinem 21-jährigen Sohn Luke der Daily Mail, dass die Gruppe ein auf ihrer Seekarte eingezeichnetes Unterwasser-Ölfeld umfahren musste. Dabei sei sie offenbar zu nah an eine iranische Insel herangefahren. Lukes Mutter Beverly sagte der Zeitung, dass die Segler wohlauf seien und gut behandelt würden. Diese Einschätzung äußerte auch Miliband.

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(dpa/AFP/bica/gba)