Teheran sieht sich nach der geglückten Anreicherung von Uran in einer neuen, machtvolleren Position. Trotzdem erklärt IAEA-Chef Mohamed el-Baradei, "die Zeit für eine politische Lösung ist gut".

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert nach der geglückten Anreicherung von Uran einen neuen Umgang mit seinem Land: "Wir sind eine Atommacht und sprechen mit anderen von der Position eines nuklearen Landes aus", erklärte der Präsident kurz nach dem Eintreffen von IAEA-Chef Mohamed el-Baradei in Teheran.

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Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde sagte, er sehe trotz der jüngsten Entwicklung gute Chancen auf eine diplomatische Lösung.

"Die Zeit für eine politische Lösung ist gut und der Weg sind Verhandlungen", sagte el-Baradei nach seiner Ankunft. Er hoffe, dass der Iran die Forderungen der Staatengemeinschaft erfülle. ElBaradei will in den kommenden Tagen mit Regierungsvertretern über das umstrittene Atomprogramm beraten.

Zweck seiner Reise sei es, verbliebene Unklarheiten auszuräumen, sagte der IAEA-Chef. Er äußerte die Hoffnung, Teheran zu vertrauensbildenden Maßnahmen - insbesondere die Aussetzung der Urananreicherung - bewegen zu können.

Der Chef der russischen Atomenergiebehörde, Sergej Kirijenko, wies unterdessen darauf hin, dass der Iran von einer Urananreicherung in industriellem Umfang noch weit entfernt sei.

Mit den 164 Zentrifugen, die nach iranischen Angaben bislang in der Atomanlage Natans eingesetzt wurden, könne der Iran nur "eine Anreicherung auf ein niedriges Niveau in unbedeutenden Mengen" erreichen, sagte Kirijenko. Der Iran hat allerdings angekündigt, schon bis zum Jahresende sollten 3000 Zentrifugen zum Einsatz kommen, langfristig sogar 54.000.

China will Sonderbotschafter nach Iran schicken

Wladimir Jewsejew vom Moskauer Carnegie Center beurteilte Ahmadinedschads Äußerungen als Versuch, seine Popularität in der islamischen Welt zu vergrößern. Er fürchte, der Westen werde die Urananreicherung "als das Überschreiten einer weiteren roten Linie betrachten, und das wird die Bemühungen Russlands und Chinas behindern, einen Kompromiss herbeizuführen".

Die chinesische Regierung kündigte unterdessen an, sie werde am Freitag einen Sonderbotschafter in den Iran und nach Russland entsenden. Der Besuch werde bis zum kommenden Dienstag dauern. Die Regierung hoffe auf eine Lösung durch Dialog und Diplomatie, erklärte das Außenministerium in Peking.

Frankreich kündigt harte Linie an

Die französische Regierung kündigte eine harte Linie im UN-Sicherheitsrat an, sollte der Iran die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht erfüllen. In dem Fall werde das UN-Gremium seiner Verantwortung gerecht werden und die "notwendigen Maßnahmen" ergreifen, erklärte Außenminister Philippe Douste-Blazy im RTL-Radio.

Frankreich sei sehr beunruhigt über die Äußerungen Teherans zu den Erfolgen beim Ausbau des Atomprogramms, die den Forderungen der IAEA und des Weltsicherheitsrats diametral entgegenliefen. Keine zivile Nutzung der Kernenergie rechtfertige die Urananreicherung, sagte der Außenminister. Ahmadinedschad hatte am Dienstag erklärt, iranische Wissenschaftler hätten erstmals erfolgreich Uran für die Herstellung von Kernbrennstoff angereichert.

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(AP)