Irak Wieder US-Geisel enthauptet

Vor laufender Kamera hat Terroristenführer al Sarkawi dem Amerikaner Eugene Armstrong eigenhändig den Kopf abgetrennt. Das Video wurde im Internet veröffentlicht. Armstrong war am Donnerstag mit einem Briten und einem weiteren US-Bürger in Bagdad verschleppt worden.

Die Terrorgruppe al-Tawhid wa al-Dschihad bekannte sich am Montagabend im Internet zu dem Angriff. Vor der Enthauptung war ein von den Terroristen gestelltes Ultimatum zur Freilassung aller weiblicher Gefangenen im Irak abgelaufen.

Entführer verlängern Ultimatum

Ein Behördenvertreter in Washington bestätigte, dass Eugene Armstrongs enthauptete Leiche gefunden worden sei. Armstrong war am Donnerstag zusammen mit seinem Landsmann Jack Hensley und dem Briten Kenneth Bigley in Bagdad entführt worden. Wie es hieß, habe der Anführer der Islamisten-Gruppe, der jordanische Top-Terrorist Abu Mussab al Sarkawi, Armstrong eigenhändig mit einem Messer vor laufender Kamera den Kopf abgetrennt.

Die Entführer verlängerten nach der Enthauptung ihr Ultimatum zur Freilassung aller irakischer Frauen aus den Gefängnissen der Besatzungstruppen um 24 Stunden bis Dienstagabend. Sollte ihrer Forderung nicht nachgekommen werden, würden auch die beiden anderen Geiseln getötet. Die Erklärung im Internet war mit Abu Maisara al Iraki unterzeichnet. Unter diesem Pseudonym waren schon in der Vergangenheit Botschaften im Namen von al-Thawhid wa al-Dschihad veröffentlicht worden.

Zwei Geistliche ermordet - Angst vor Bürgerkrieg

Die Gruppe verurteilte in einer weiteren Erklärung im Internet zwei Attentate auf Geistliche. In Bagdad hatten unbekannte Täter innerhalb von 24 Stunden zwei einflussreiche Mitglieder des sunnitischen Rates der Religionsgelehrten getötet. Wie ein Sprecher des Rates am Montag im arabischen Nachrichtensender al-Arabija erklärte, wurde Scheich Mohammed al Dschanabi neben einer Moschee erschossen.

Am Sonntag waren südlich von Bagdad bei einem Angriff auf einen Konvoi mit 93 schiitischen Religionsstudenten und bekannten Persönlichkeiten aus der Pilgerstadt Nadschaf vier Menschen getötet worden. Mit der Angriffserie auf schiitische und sunnitische Geistliche steigt die Angst vor einem Bürgerkrieg in Irak.