Irak Viele Menschen sterben bei Terroranschlag

Zerstörte Autos bei Hilla: Eine Folge des Anschlags

Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in die Luft - inmitten einer Schlange wartender Autos vor der irakischen Stadt Hilla. Mehr als 30 Menschen sterben, zahlreiche werden verletzt. Augenzeugen schildern drastische Szenen.

Bei einem Selbstmordanschlag im Süden des Irak sind viele Menschen getötet worden. Die Anzahl der Toten variiert in den Berichten, es ist die Rede von mehr als 30. Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt von 45 Toten und 160 Verletzten. Unter den Todesopfern bei dem Anschlag am Sonntag in Hilla sind auch mehrere Polizisten und Kinder sowie zwei Angestellte des Staatsfernsehens gewesen, berichtet AFP unter Berufung auf Behördenangaben.

Der Angreifer habe sich mit einem Minibus inmitten einer Schlange wartender Autos vor einem Kontrollposten vor der von allem von Schiiten bewohnten Stadt in die Luft gesprengt. Ein Polizist hatte den Bus angehalten und wollte ihn kontrollieren, als das Fahrzeug explodierte.

Mindestens 50 Autos hätten Feuer gefangen. Rettungskräfte versuchten, die Insassen aus den brennenden Fahrzeugen zu befreien. "Ich sah wie Autos in Flammen aufgingen und die Menschen im Inneren verbrannten", berichtete ein Augenzeuge.

Es gebe Hinweise, dass al-Qaida hinter dem Attentat stehe, sagte ein Vertreter des Provinzrats. Die Regionalverwaltung habe Warnungen erhalten, dass nach den Kämpfen in der benachbarten Provinz Anbar auch in Hilla mit Anschlägen zu rechnen sei. Anfang des Jahres hatten Aufständische in der von Sunniten bewohnten Provinz Anbar die Kontrolle über die beiden Städte Ramadis und Falludscha übernommen.

Auch an anderen Orten im Irak gab es am Sonntag Tote durch Gewalt - mindestens fünf Menschen starben. So wurden in Abu Ghraib westlich von Bagdad zwei Soldaten an einem Kontrollpunkt der Armee erschossen. Nördlich von Bagdad starben bei Angriffen drei Polizisten.

Die Zahl der Terrorakte im Irak ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Beobachter führen das auf den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien sowie auf den Streit zwischen Sunniten und dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki zurück.