Sie zündete ihren Sprengstoffgürtel, als eine Polizeipatrouille vorbeifuhr: Eine Selbstmordattentäterin hat im Irak mindestens neun Menschen getötet.
Eine Selbstmordattentäterin hat in der irakischen Stadt Bakuba neun Soldaten und Polizisten mit in den Tod gerissen. Die Frau zündete ihren Sprengstoffgürtel neben einem Gebäudekomplex der Provinzverwaltung, als eine Polizeipatrouille vorbeifuhr.
Bild vergrößern
Trauer um die Opfer des Selbsmordattentats in Bakuba. (© Foto: AFP)
Anzeige
21 Menschen wurden verletzt, teilte die Polizei weiter mit. Bakuba ist die Hauptstadt der nordöstlich von Bagdad gelegenen Unruheprovinz Dijala, in der besonders häufig Selbstmordattentate von Frauen verübt werden.
Die US-Armee hat deshalb eine eigene Frauen-Brigade ausgebildet. Die Irakerinnen sollen als Teil einer lokalen Bürgerwehr in Bakuba und Umgebung Frauen nach Sprengstoff durchsuchen.
Anschläge auf Christen in Mossul
In der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul wurden binnen eines Tages drei Christen von Unbekannten ermordet. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak berichtete, ein Mann und sein Vater seien am Dienstag an ihrem Arbeitsplatz erschossen worden.
In einem anderen Stadtviertel drangen Extremisten in eine Apotheke ein und ermordeten einen Christen, der dort arbeitete. Mossul gehört neben Bagdad zu den wichtigsten Siedlungsgebieten der irakischen Christen, die wegen ihres Glaubens von Al-Qaida-Terroristen und schiitischen Milizen verfolgt werden. Im September hatten Extremisten in Mossul einen Vater und seinen Sohn getötet.
Vertreter von Kirchen und Hilfsorganisationen in Deutschland drängen schon seit einiger Zeit auf eine Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Irak. Die christlichen Gemeinden sind in der Frage der Auswanderung gespalten: Sie sind durch die Flucht ihrer Mitglieder ins Ausland stark geschrumpft.
Die chaldäische Kirche etwa hat sich in Einzelfällen für die Aufnahme akut bedrohter Familien in Europa ausgesprochen. Gleichzeitig will sie jedoch verhindern, dass durch die Abwanderung aus dem Irak eine der ältesten christlichen Gemeinden der Welt aufgelöst wird.
Der Sprecher der irakischen Sicherheitskräfte in Bagdad, Kassem Atta, bekräftigte am Mittwoch vor der Presse, die Regierung werde ihr Versprechen einhalten, die lokalen Bürgerwehren in die Sicherheitskräfte zu integrieren.
Schon jetzt bezögen 49.381 Bürgerwehr-Kämpfer einen monatlichen Lohn vom Staat. Die meisten Bürgerwehren waren von sunnitischen Stammesführern mit der Unterstützung der US-Armee für den Kampf gegen die Al-Qaida-Terroristen gegründet worden. Die Gründung der Bürgerwehren ist nach Einschätzung irakischer Beobachter ein maßgeblicher Grund für den Rückgang der Gewalt im Irak in den vergangenen eineinhalb Jahren.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa/hai/woja)