Ministerpräsident al-Maliki gerät immer mehr in die Defensive. Nach herber Kritik aus den USA verliert er nun auch die Unterstützung des radikal-schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr. Dessen Bewegung zieht sich aus der Regierung zurück.

Die irakische Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat einen weiteren Rückschlag erlitten.

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Moktada al-Sadr: Die Bewegung des Geistlichen hat sich aus der Regierung zurückgezogen. Der Regierung von Ministerpräsident al-Maliki bleibt so nur noch eine knappe Mehrheit im Parlament. (© Foto:)

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Die politische Bewegung des radikal-schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr zog sich aus der regierenden Schiiten-Allianz zurück. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die eigenen politischen Forderungen Gehör fänden, erklärte die Sadr-Bewegung dazu in Nadschaf.

Damit verfügt die Koalitionsregierung Malikis nur noch über etwa die Hälfte der Mandate im Parlament.

Die Bewegung Sadrs hat in der Vergangenheit von Maliki immer wieder vergeblich verlangt, den US-Truppen im Land eine Frist für einen Abzug zu setzen. Die Entscheidung zum Austritt aus der Allianz kommt nicht unerwartet. Bereits im April hatte Sadr seine sechs Minister aus dem Kabinett zurückgezogen.

Die Regierung kann noch auf die Unterstützung zweier anderer schiitischer und zweier kurdischer Parteien bauen und äußerte sich zunächst nicht zu der jüngsten Entwicklung. Sie ist aber bereits durch Kämpfe in den eigenen Reihen geschwächt.

Neben den Ministern der Sadr-Bewegung hatten in den vergangenen Monaten auch sechs sunnitische Kabinettsmitglieder ihre Ämter nieder gelegt. Zudem musste sich Malikis Regierung vermehrt Kritik aus den USA stellen. Die Regierung in Washington wirft ihr vor, nur wenig Fortschritte bei der Befriedung und Aussöhnung des Landes zu machen.

US-Verteidigungsminister Robert Gates äußerte sich dennoch hoffnungsvoll, dass die Zahl der amerikanischen Soldaten im Irak bis zum Januar 2009 womöglich auf etwa 100.000 von derzeit 169.000 sinken könne. Zwar werde jede Entscheidung über eine Truppenreduzierung von der Lage vor Ort abhängen, sagte Gates am Freitagabend im Pentagon. Er hoffe jedoch, dass der US-Oberbefehlshaber im Irak, David Petraeus, bei seinem nächsten Lagebericht im März einen positiven Ausblick gebe.

Präsident George W. Bush, dessen Amtszeit im Januar 2009 endet, hatte am Donnerstagabend eine schrittweise Reduzierung der US-Truppen im Irak angekündigt und sich dabei an den Vorschlägen von Petraeus orientiert. Demnach sollen bis Juli insgesamt etwa 21.000 Soldaten aus Kampfeinheiten abgezogen werden. Der Abzug von Kampftruppen hat zudem meist auch den Abzug von Versorgungseinheiten zur Folge.

Ungeachtet der Diskussion um die Sicherheitslage kam es im Irak erneut zu Gewalt. Am Samstag sprengte sich in der Nähe eines Marktes in der Hauptstadt Bagdad ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss zehn Menschen mit in den Tod.

In der nordirakischen Stadt Tus Churmato tötete ein Selbstmordattentäter am Sonntag sechs Menschen. 18 weitere wurden verletzt. Der Täter sprengte sich den Polizeiangaben zufolge in einem Straßencafe in die Luft, das trotz des Fastenmonats Ramadan am Tage Essen anbot.

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(Reuters)