Washington ist enttäuscht über die Regierung in Bagdad - und Iraks Premier erzürnt über die Kritik aus den USA.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat sich am Mittwoch in scharfer Form gegen die Kritik des US-Präsidenten George W. Bush an seiner Regierungsführung verwahrt. "Die Regierung ist vom irakischen Volk gewählt worden und niemand kann ihr Fristen setzen", sagte er bei einem Besuch in Syrien. Die Kritik aus Washington sei "unverantwortlich".

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Bush hatte am Vortag erklärt, wenn Bagdad den Wünschen der Iraker nicht nachkomme, würden diese die Regierung auswechseln. In Washington gebe es ein gewisses Maß an Frustration über die nur schleppend vorankommende Regierungsarbeit im Irak. Wenige Wochen vor einer wichtigen Debatte im US-Kongress über die amerikanische Irak-Strategie war auch der US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, auf Distanz zu Maliki gegangen.

Der Premier entgegnete, derlei Kritik käme von Leuten, die sich Sorgen wegen seines Besuchs in Syrien machten. "Wir werden ihnen keine Aufmerksamkeit schenken", sagte Maliki. "Wir kümmern uns um unser Volk und unsere Verfassung und können auch anderswo Freunde finden."

Bush zieht inzwischen Parallelen zwischen dem Irak- und dem Vietnam-Krieg, um eine Verlängerung des Einsatzes am Golf zu begründen. Ein Rückzug hätte die gleichen verheerenden Auswirkungen wie damals, sagte der US-Präsident in einer Rede vor Kriegsveteranen am Mittwoch in Kansas City. "Ein unzweifelhaftes Vermächtnis Vietnams ist, dass der Rückzug Amerikas von Millionen unschuldigen (vietnamesischen) Bürgern bezahlt wurde", sagte Bush.

In der Folge sei es zu Flüchtlingsströmen, Umerziehungslagern und dem blutigen Regime der Roten Khmer in Kambodscha gekommen. Die US-Demokraten wiesen den Vergleich der Kriege zurück. Es gebe "fundamentale Unterschiede", sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid.

"Ein guter Kerl"

"Unsere Nation wurde von der Bush-Regierung unter Vorwänden in die Irre geführt, um Unterstützung für die Invasion im Irak zu gewinnen", fügte Reid an. Dies habe zu einer der größten außenpolitischen Fehlleistungen in der Geschichte der USA geführt. In seiner Rede sagte Bush auch, der irakische Premier Maliki sei "ein guter Mann, ein guter Kerl".

Bei dem schwersten Hubschrauberunglück der US-Streitkräfte im Irak seit zweieinhalb Jahren kamen 14 Soldaten ums Leben. Ihr UH-60 Black Hawk befand sich nach Militärangaben auf einem Kampfeinsatz im Norden des Landes. Die Besatzung gehörte der "Task Force Lightning" an, die gegen sunnitische Rebellen vorgeht.

Nach ersten Ermittlungen gebe es aber keine Hinweise, dass der Helikopter unter Beschuss geraten sein könnte, teilten die US-Streitkräfte mit. Offenbar handle es sich um einen mechanischen Defekt. Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 wurden mehr als 3700 US-Soldaten getötet.

Bei einem Anschlag auf eine Polizeibehörde im Nordirak wurden mindestens 19 Menschen getötet. Bei den meisten Opfern habe es sich um Zivilpersonen gehandelt, erklärte die Polizei. Der Täter brachte den Sprengstoff vor dem Gebäude der Polizei zur Explosion.

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(SZ vom23.08.2007)