Das irakische Parlament hat die Frist für die Ausarbeitung einer Verfassung um eine Woche bis zum 22. August verlängert. Welche Punkte zwischen den Volksgruppen noch strittig sind, ist unklar.

Nach dem bisherigen Zeitplan hätte der Entwurf bis spätestens Montag um Mitternacht den Abgeordneten vorgelegt werden sollen. Es gab unterschiedliche Angaben darüber, welche Punkte zwischen den Volksgruppen noch strittig sind.

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Die USA hoben trotz der Nichteinhaltung der selbst gesetzten Frist die Fortschritte bei der Ausarbeitung der Verfassung heraus.

Präsident George W. Bush erklärte, er spende den "heldenhaften Bemühungen der irakischen Verhandlungspartnern" Beifall. Ihre Anstrengungen seien ein Beispiel dafür, dass schwierige Probleme friedlich durch Verhandlungen und Kompromisse gelöst werden könnten.

"Ein wenig mehr Zeit"

Außenministerin Condoleeza Rice sagte, das irakische Parlament "brauchte ein wenig mehr Zeit", um Kompromisse zu finden. Es gebe jedoch schon substanzielle Fortschritte. Der politische Prozess gehe in geordneter Form weiter und "ich glaube, dass sie ihn beenden werden". "Wir erleben in Irak Demokratie bei der Arbeit", erklärte die Außenministerin weiter. Die Situation sei nach Jahren der Tyrannei schwierig.

Der irakische Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari sagte, man solle nicht hastig vorgehen. "Die Verfassung darf nicht angeschlagen geboren werden". Man sei sehr daran interessiert, schnell fertig zu werden, doch müssten alle Punkte geklärt sein.

Vor der Verschiebung hatte ein Mitglied des Verfassungskonvents, Nasar al Rubaie, erklärt, die Volksgruppen hätten sich auf einen Entwurf verständigt, es seien aber noch zwei von ihm nicht näher bezeichnete Punkte offen. Über sie sollte das Parlament entscheiden, sagte der schiitische Politiker.

Die Fristverlängerung war von Parlamentspräsident Haschim al Hassani vorgeschlagen worden. In vielen Punkten sei eine Einigung erzielt worden, sagte er vor den Abgeordneten. "Einige Punkte stehen aber noch aus. Trotz aller Bemühungen konnte keine Einigung erzielt werden, die jeden zufrieden stellt."

Über die noch ausstehenden Schwierigkeiten gab es unterschiedliche Angaben. Von schiitischer Seite hieß es, Probleme gebe es wegen Frauenrechten sowie mit einem möglichen Recht der Kurden, sich vom irakischen Staat loszusagen. Al Dschaafari nannte die Verteilung der Einnahmen aus Ölexporten und den Föderalismus, womit auch er kurdische Autonomiebestrebungen gemeint haben dürfte.

Planungsminister Barham Sahleh, ein Kurde, nannte das Verhältnis zwischen dem Staat und dem Islam, die Verteilung des Ölreichtums sowie schiitische Bestrebungen zur Selbstbestimmung in der Mitte und dem Süden des Landes.

Die Gewalt im Irak hielt derweil auch am Montag an. Allein bei einem Raketenangriff Aufständischer in Habanija westlich von Bagdad wurden nach US-Militärangaben sechs Iraker getötet. Landesweit wurden bei verschiedenen Anschlägen insgesamt mindestens 15 Menschen getötet.

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(AP)