Angesichts einer drohenden erneuten Eskalation der Kämpfe zwischen dem US-Militär und Mitgliedern der "Mahdi-Armee" sprach sich die in Bagdad tagende Nationalkonferenz für die Entsendung einer Delegation nach Nadschaf aus.

Sie soll den radikalen Schiiten-Prediger Muktada el Sadr überreden, mit seinen Milizen die Imam-Ali-Moschee zu verlassen.

Anzeige

Auch der UN-Gesandte für den Irak, Ashraf Qazi, sowie Papst Johannes Paul II. signalisierten ihre Bereitschaft zur Vermittlung.

El Sadr solle freies Geleit garantiert werden. Er dürfe in Nadschaf bleiben, aber nicht in der Moschee. Die heiligen Stätte müssten unter der Kontrolle der Regierung stehen. Zugleich forderte ein gemäßigter Schiiten-Führer, die Kämpfer der "Mahdi-Armee" zu entwaffnen und die Miliz in eine politische Partei umzuwandeln.

Viele Delegierte der Nationalkonferenz begrüßten den Vorschlag mit Applaus. Nach einem Bericht des Fernsehsenders Al Dschasira wurde er bei einer Abstimmung durch Handheben angenommen. Einige Anhänger el Sadrs hätten das Votum aber angezweifelt. In Nadschaf sagte ein Sprecher El Sadrs, dieser sei zu Verhandlungen bereit.

Stadt eingekreist

Unterdessen warfen US-Hubschrauber über Nadschaf Flugblätter ab, auf denen die Anhänger El Sadrs zum Verlassen der Stadt aufgefordert wurden. Augenzeugen berichteten, dass US-Militär habe die Stadt eingekreist, weitere Soldaten seien nach Nadschaf entsandt worden.

Nach am Samstag gescheiterten Verhandlungen waren die Kämpfe wieder aufgeflammt. Laut US-Militär starben dabei am Sonntag mindestens zwei Soldaten. Am Montagvormittag blieb es in der Stadt weitgehend ruhig.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(dpa)