Bei einem Anschlag auf einen Fußballplatz in der westirakischen Stadt Ramadi sind mindestens 18 Kinder und Jugendliche getötet worden. Darüber hinaus gab es zahlreiche Verletzte, als neben den Fußball spielenden Teenagern eine Autobombe explodierte.
Die Opfer seien zwischen zehn und 15 Jahren alt, berichtete das staatliche irakische Fernsehen unter Berufung auf einen Sprecher des Innenministeriums.. Ob die Kinder Ziel des Anschlags waren, war unklar.
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"Un-islamischer" Sport
In der Stadt 110 Kilometer westlich von Bagdad waren bereits am Vorabend bei einem Anschlag vor einer Moschee 15 Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet worden. Ramadi liegt im so genannten sunnitischen Dreieck, das sich westlich und nördlich von Bagdad erstreckt.
Religiöse Extremisten haben im Irak auch in der Vergangenheit immer wieder Fußballplätze angegriffen und Sportler ermordet. In den Augen der Fanatiker sind sportliche Betätigungen "un-islamisch". Fußball ist aber unter den meisten irakischen Jugendlichen außerordentlich beliebt.
Die Gewalt gegen Zivilisten und Polizisten riss am Dienstag auch in anderen Teilen des Iraks nicht ab. Mindestens acht Polizeibeamte kamen in der nordirakischen Stadt Mossul ums Leben, als sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen vor ihrer Wache in die Luft sprengte. Weitere 38 Menschen erlitten Verletzungen, meldete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak.
US-Patrouillen in Sadr-City
Ein weiterer Selbstmordattentäter riss am Eingang eines Bauunternehmens in der Nähe von Mossul drei Menschen in den Tod. In Bagdad starben durch eine Autobombe sowie durch einen Sprengsatz in einem Restaurant insgesamt fünf Menschen. Irakische Sondereinheiten und US-Soldaten durchsuchten am Dienstag die Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City, eine Hochburg des radikalen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr. Dabei nahmen sie 16 Personen fest, die Fraktionen von Al-Sadrs Miliz, der so genannten Mahdi- Armee, angehören sollen.
Mit Blick auf die Einbeziehung des Irans und Syriens erwägen die USA offenbar einen Kurswechsel. Das US-Außenministerium kündigte am Dienstag den Schulterschluss der USA mit dem Irak in einer neuen diplomatischen Offensive an, die auch die Einladung an Syrien und den Iran zu einem "Nachbarschaftstreffen" einschließt.
Ziel sei die Stabilisierung des Iraks und der Region, erklärte Außenministerin Condoleezza Rice laut vorab veröffentlichten Auszügen aus einer Rede vor Senatoren. Bislang lehnten die USA einen Einbezug der beiden irakischen Nachbarn in die Gespräche ab.
Die Sicherheitsoffensive der amerikanischen und irakischen Truppen in Bagdad erreichte am Dienstag erstmals auch den schiitischen Stadtteil Sadr City, die Hochburg des radikalen Predigers Muktada al Sadr. Dieser hatte die Kämpfer seiner Miliz auf Druck der irakischen Regierung von den Straßen zurückgezogen, um Konfrontationen während der Sicherheitsoffensive zu vermeiden.
Umfangreichen US-Patrouillen in Sadr City hatte sich die irakische Regierung aber aus Furcht vor einer Eskalation der Gewalt widersetzt. Bei den Razzien am Dienstag in Sadr City handelte es sich eher um Nadelstiche, als um einen großflächigen Einsatz, wie es ihn in den sunnitischen Stadtteilen gab. Sechs Häuser wurden gestürmt und mindestens 16 Personen festgenommen.
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(AP/dpa)
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