Die beiden betroffenen Kurdenparteien haben islamische Extremisten für die Terrorakte in Erbil verantwortlich gemacht. Unterdessen ging die Gewalt zu Beginn des muslimischen Fastenfestes weiter.

Der Vorsitzende der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Massud Barsani, erklärte, nach einem Besuch bei den mehr als 200 Verletzten in Erbil: "Dies wird den demokratischen Föderalismus im Irak nicht aufhalten." Die Kurden wollten an ihrer Autonomie im Norden des Landes festhalten.

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(© Karte: dpa)

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Die nahezu gleichzeitigen Selbstmordanschläge richteten sich gegen Büros der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). Dort hielten sich hunderte Menschen auf, um den Beginn des muslimischen Opferfestes Eid al Adha zu feiern.

Am ersten Tag des Opferfestes werden die Menschen offen empfangen, deshalb waren die Sicherheitsvorkehrungen auch nicht so hoch. Das nutzten die Attentäter offenbar aus

Wie ein US-Militärsprecher in Bagdad mitteilte, sind unter den Todesopfern auch zahlreiche kurdische Funktionäre. Arabische Medien nannten weitaus höhere Opferzahlen.

Anschlagswelle geht weiter

Die Anschläge gingen auch in der Nacht zum Montag weiter. Nach Angaben des US-Militärkommandos in Bagdad, griffen Aufständische kurz vor Mitternacht den Stützpunkt einer amerikanischen Versorgungseinheit bei Balad nördlich von Bagdad mit Raketen an. Ein Soldat starb, zwölf weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bei der anschließenden Suche nach den Tätern spürten die Soldaten nach eigenen Angaben eine weitere Rakete auf, konnten die Angreifer aber zunächst nicht festnehmen.

Erst am Samstag waren bei verschiedenen Anschlägen im Irak insgesamt mindestens 17 Menschen getötet worden. In der zum Sonntag starben bei Kerbala mehrere Iraker, die in ein Munitionsdepot eingedrungen waren.

Die US-Streitkräfte hatten zuvor erklärt, sie seien auf mögliche Anschläge während der Feiertage vorbereitet. Bereits zu Beginn des Fastemonats Ramadan im vergangenen Jahr hatte die Gewalt stark zugenommen.

Unterdessen hat US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz gestern im Irak den amerikanischen Truppen eien überraschenden Besuch abgestattet. Zuvor hatte er der 1. Infanteriedivision in Würzburg einen Besuch abgestattet. In den nächsten Wochen sollen rund 13 000 US-Soldaten aus fünf bayerischen Standorten samt Militärfahrzeugen und Ausrüstung in den Irak gebracht werden.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP)