US-Streitkräfte haben im Nordirak damit begonnen, mit ihnen verbündete kurdische Kämpfer zu entwaffnen. Dabei kam es offenbar zu Auseinandersetzungen.
Peschmerga-Kämpfer der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) besetzten Straßenblockaden und weigerten sich, ihre Waffen abzugeben. Daraufhin griffen US-Kampfhubschrauber und US-Streitkräfte ein und konnten zahlreiche Waffen beschlagnahmen. "Unsere Absicht ist sie zu entwaffnen. Ich will keine Konfrontation" teilte ein Oberstleutnant im Nordirak mit.
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Zeitungsbericht über mögliche Misshandlung von Irakern
Unterdessen berichtete eine norwegische Zeitung über mögliche Misshandlungen von Irakern. In dem Bericht des Dagbladet vom Freitag hieß es, vier Iraker seien am Donnerstag beim Betreten eines Parks in Bagdad von US-Soldaten angewiesen worden, sich auszuziehen. Die Männer seien dann nackt durch den Park geführt und auf eine Straße gedrängt worden. Die Zeitung veröffentlichte dazu drei Fotos, die den Zwischenfall zeigen sollen.
Das US-Oberkommando Mitte erklärte am Samstag, der Bericht werde überprüft. Korvettenkapitän Charles Owens sagte, sollte der Bericht wahr sein, würden die Soldaten bestraft. Eine Zurschaustellung Gefangener verstoße gegen die Genfer Konventionen.
Amnesty International erklärte in London, sollten die Fotos richtig sein, wäre dies eine entsetzliche Art, Gefangene zu behandeln. "Solch eine erniedrigende Behandlung ist ein klarer Verstoß gegen die Pflichten der Besatzungsmächte", erklärte die Menschenrechtsorganisation.
Auf einem der Fotos ist ein Mann zu sehen, auf dessen Brust auf Arabisch die Wörter "Ali Baba - Räuber" stehen. Ein weiteres Bild zeigt drei nackte Männer im Park, hinter denen Soldaten gehen. Ihre Uniformen sind nur undeutlich zu erkennen.
Rumsfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Unterdessen ist US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Sonntag zum Auftakt einer Reise an den Persischen Golf in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingetroffen. Er will nach Medienberichten auch den Irak und Afghanistan besuchen. Wegen technischer Probleme bei einer Zwischenlandung hatte sich die Ankunft um mehrere Stunden verzögert.
Das Pentagon hatte aus Sicherheitsgründen die einzelnen Stationen der Reise nicht bekannt gegeben. Bei der Zwischenlandung in der irischen Stadt Shannon hatte Rumsfeld am Samstagabend erklärt, die US-Streitkräfte würden so lange im Irak und in Afghanistan bleiben, bis diese Länder stabilisiert seien. Sowohl in Irak als auch in Afghanistan stehe den USA noch eine lange, gefährliche und schwierige Arbeit bevor. Sein Besuch in der Kriegsregion sei daher keine "Siegestour".
(sueddeutsche.de/AP/AFP/dpa)
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...