Irak-Krieg richtig oder falsch? Blair: "Urteil auch von Gott gefällt"

Solche Töne waren bisher nur von US-Präsident George W. Bush bekannt. Jetzt hat auch der britische Premierminister Blair die Entscheidung für den Krieg am Golf in einen religiösen Zusammenhang gestellt.

Das Urteil, ob die Entsendung der Truppen 2003 richtig oder falsch gewesen sei, werde letztlich auch von Gott gefällt, sagte der Labour-Regierungschef am Samstag in einem Fernsehinterview. Bei Kriegsgegnern stießen die Äußerungen auf scharfe Kritik. Im Unterschied zu US-Präsident George W. Bush vermied es Blair jedoch, den Einsatz mit seinem Glauben zu rechtfertigen.

Tony Blair, dpa

Der britische Premiermininster Tony Blair

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Der Premierminister, der der Anglikanischen Kirche angehört, sagte, er habe damals mit seinem Gewissen gerungen und auch gebetet. Die einzige Art und Weise, mit einer solchen Entscheidung umzugehen, sei jedoch, sich auf sein Gewissen zu verlassen. "Am Ende wird es ein Urteil darüber geben. Und ich denke, wenn man an solche Dinge glaubt, wird man sich darüber klar, dass es von anderen Leuten gefällt wird." Auf die Nachfrage, was er damit meine, antwortete Blair: "Wenn man an Gott glaubt, dann wird es auch von Gott gefällt." Seine Politik habe christliche Werte und eine christliche Philosophie.

Gegner des Einsatzes warfen Blair vor, Gott nachträglich als "Rechtfertigung für eine verfehlte Strategie" zu benutzen. Die Mutter eines getöteten britischen Soldaten, Rose Gentle, sagte: "Ein guter Christ konnte nicht für diesen Krieg sein." Im Irak wurden bislang 103 britische Soldaten getötet.

Die große Mehrheit der Briten lehnt den Einsatz inzwischen strikt ab. Auch Blair selbst hat in den Umfragen massiv an Zustimmung verloren. In dem Interview spielte der Premierminister selbst auf diese Tatsache an. Als es um das Jahr 1997 ging, in dem Labour an die Macht kam, sagte er: "Damals haben mich die Leute gemocht."