Der Bundesnachrichtendienst soll im Irak-Krieg nicht nur Informationen an die USA geliefert haben, die dem Schutz von Botschaften und Krankenhäusern dienten. Einem Medienbericht zufolge wurden auch Verteidigungsstellungen preisgegeben.
Die US-Truppen haben im Irak-Krieg vom deutschen Geheimdienst BND offenbar mehr profitiert als bislang bekannt.
Bagdad im Jahre 2003 nach einem Bombenangriff der US-Luftwaffe. (© Foto: AP)
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So seien vom Bundesnachrichtendienst nicht nur Informationen über zu verschonende Bomben-Ziele wie Botschaften oder Krankenhäuser weitergegeben worden, sondern auch über die Position von Verteidigungsstellungen und Truppenbewegungen, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel ohne Angaben von Quellen.
Ein BND-Sprecher sagte dagegen: "Ein kriegsunterstützender Einsatz in dem behaupteten Maße fand nicht statt." Grüne und FDP betonten noch einmal die Notwendigkeit einer lückenlosen Aufklärung.
Aufklärungswünsche übermittelt
Nach Informationen des Spiegel sollen die USA zumindest in Einzelfällen Aufklärungswünsche an die BND-Beamten in Bagdad übermittelt haben: So habe sich die US-Armee für den Zustand der angeblich mit Benzin gefüllten Gräben rund um die irakische Hauptstadt interessiert.
Ehemalige US-Militärs bestreiten allerdings, dass der BND die Zielplanung "direkt unterstützt" habe, wie es vergangene Woche das ARD-Magazin Panorama berichtet hatte.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verteidigte die Weitergabe von bestimmten BND-Informationen an die USA während des Irak-Krieges. Steinmeier sagte der Bild-Zeitung vom Samstag: "Wenn verhindert werden konnte, dass eine Botschaft oder ein Krankenhaus getroffen wird, dann hat das nichts mit Doppelmoral zu tun. Dann geht es um das Retten unschuldiger Menschenleben."
Eigene Erkenntnisse
Bisher hatte Steinmeier lediglich erklärt, die BND-Mitarbeiter sollten "im deutschen Auftrag ein Mindestmaß an eigenen Erkenntnissen über die Entwicklung im Irak und den Kriegsverlauf" erlangen.
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