Ein ehemaliger Spitzenbeamter des Koordinierungsbüros für australische Geheimdienste hat in einem Untersuchungsausschuss schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Canberra erhoben: Sie habe die Öffentlichtkeit über die Gefährlichkeit der irakischen Waffenarsenale getäuscht, um die Beteiligung Australiens am Irak-Krieg zu rechtfertigen.
In einer Anhörung vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Canberra richtete Andrew Wilkie massive Vorwürfe gegen Premierminister John Howard.
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"Manchmal wurde derartig übertrieben, dass es eindeutig unehrlich war", sagte Wilkie.
Howard wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Wilkie solle seine Behauptungen erst einmal belegen, bevor er "anständige Leute" beschimpfe.
Wilkie erklärte, die australischen Geheimdienste hätten gute Arbeit geleistet. Erst im Howards Büro seien ihre Informationen zur Täuschung der Öffentlichkeit aufgebauscht worden.
Den gleichen Vorwürfen sieht sich seit Monaten auch die britische Regierung unter Premierminister Tony Blair ausgesetzt.
Aus Protest gegen die Beteiligung Australiens am Irak-Krieg war Wilkie im März von seinem Spitzenposten beim Office of National Assessments (ONA) zurückgetreten. Das ONA koordiniert die Tätigkeit der australischen Geheim- und Nachrichtendienste.
Australien hatte sich mit 2000 Soldaten am Irak-Krieg beteiligt.
(sueddeutsche.de/AFP/dpa)
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