Drei Tage haben Geiselnehmer der US-Regierung gegeben, um alle weiblichen Gefangenen im Irak freizulassen. Sonst würde die in Bagdad verschleppte Jill Carroll erschossen.

Die Entführer einer amerikanischen Journalistin im Irak haben mit der Ermordung ihrer Geisel gedroht.

Jill Carroll

Jill Carroll (© Foto: Reuters)

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In einer am Dienstagabend vom Fernsehsender Al Dschasira zusammen mit einem Video gesendeten Erklärung gaben die Geiselnehmer den USA drei Tage Zeit, alle weiblichen Gefangenen im Irak freizulassen.

Die Familie von Jill Carroll und die Zeitung The Christian Science Monitor, für die sie arbeitet, appellierten an die Kidnapper, ihre Geisel wieder auf freien Fuß zu setzen.

"Jill ist eine liebenswürdige Person, deren Liebe für den Irak und das irakische Volk in ihren Artikeln deutlich wird", schrieb die Familie. Carroll wisse um die Härten und das Leid der Iraker. Die Zeitung schrieb, Carroll sei unschuldig und eine große Bewunderin des irakischen Volkes.

Al Dschasira zeigte von dem Video einen Ausschnitt von 20 Sekunden ohne Ton. Darauf ist Carroll vor einem weißen Hintergrund zu sehen. Rechts unten im Bild steht das Logo "Rachebrigade". Der Sender erklärte, er habe das Video am Dienstag erhalten. Zugleich appellierte er an die Entführer, ihre Geisel freizulassen.

Die 28-jährige Carroll, die als freie Mitarbeiterin für Christian Science Monitor tätig ist, war am 7. Januar im Westen der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppt worden.

Die unbekannten Entführer hatten ihr Fahrzeug gestoppt und ihren Dolmetscher erschossen.

Zehn Tote bei Schusswechsel in Bagdad

Im Westen Bagdads töteten Aufständische am Mittwoch mindestens zehn irakische Sicherheitskräfte und verschleppten einen Ingenieur aus Malawi. Ein Konvoi von Zivilbeamten sei aus einem Hinterhalt beschossenen worden, als er durch den Bezirk Dschami gefahren sei, sagte Polizeihauptmann Kassim Hussein.

Bei dem heftigen Schusswechsel seien ein weiterer Mitarbeiter der Sicherheitskräfte und eine unbeteiligte Zivilperson verletzt worden.

Kurz zuvor waren in dem Gebiet zwei irakische Journalisten in ihrem Auto beschossen worden, als sie auf dem Weg zur Arbeit waren. Hussein erklärte, die beiden seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

In einer Wohnung in Bagdad fand die Polizei die Leichen von drei Männern, darunter ein Angehöriger von Verteidigungsminister Saadun al Dulaimi. Alle wiesen Kopfschüsse auf.

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(AP)