Erstmals haben sich Vertreter der USA, Irans und Syriens an einen Tisch gesetzt, um Lösungen für den Irak zu finden. Das Treffen wurde zu einem verbalen Schlagabtausch. Im Zweistromland setzt sich das Morden ungehindert fort.

Blutiges Wochenende im Irak: Mindestens 35 Menschen starben allein am Sonntag bei Terroranschlägen getötet worden. Bei einem Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger mindestens 31 Menschen getötet und 23 weitere verletzt. Nach Angaben der Polizei steuerte der Attentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Lkw in eine Autokolonne von Pilgern, die nach einem religiösen Fest in der heiligen Stadt Kerbela auf dem Heimweg waren. Bereits auf dem Weg nach Kerbela waren in der vergangenen Woche hunderte Menschen bei Anschlägen getötet worden.

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Bagdad: Neuer Anschlag erschüttert iarikische Hauptstadt (© Foto: dpa)

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Elf Menschenleben forderte ein Anschlag an einer Bagdader Hochschule, die bereits öfters das Ziel von Attacken Aufständischer gewesen war. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel in einem Pendlerbus gezündet.

In Mossul, rund 450 Kilometer nördlich der Haupstadt, kamen vier Menschen bei einer Explosion in der Zentrale der Irakischen Islamischen Partei ums Leben. Die sunnitische Partei ist an der Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki beteiligt. Auch hier wurde ein Selbstmordanschlag vermutet.

Schlechte Stimmung zwischen Washington und Teheran

Maliki bat am Samstag eindringlich um Hilfe im Kampf gegen Extremisten. Der US-Delegierte David Satterfield warf in seinen Ausführungen Iran vor, schiitische Milizen im Irak zu bewaffnen. Daraufhin entgegnete laut einem Gewährsmann der iranische Delegationsleiter und stellvertretende Außenminister Abbas Araghtschi, die USA versuchten mit solchen Vorwürfen nur von ihrem Versagen im Irak abzulenken. Ein ranghoher Beamter im iranischen Außenministerium, Labid Abbawi, der an dem Treffen teilnahm, bestätigte, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der USA und seines Landes gekommen sei. Er äußerte sich allerdings nicht näher dazu.

Al-Maliki warnte davor, dass die Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten auf den gesamten Nahen und Mittleren Osten übergreifen könnte. Er benötige breite Unterstützung, um ein Übergreifen der Gewalt auf die gesamte Region zu verhindern. Terroristen müssten insbesondere von Waffenlieferungen und finanzieller Hilfe abgeschnitten werden.

An der Konferenz nahmen unter anderem Delegierte der sechs Nachbarländer des Iraks sowie der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat teil. Sie diente der Vorbereitung einer Konferenz auf Ministerebene, die im nächsten Monat in Istanbul stattfinden soll. US-Botschafter Zalmay Khalilzad betonte, die Gespräche seien insgesamt positiv und konstruktiv verlaufen: "Niemand hat auf den Tisch gehauen." Die Konferenz fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen im Außenministerium statt, das außerhalb der hermetisch abgeriegelten Grünen Zone liegt.

Kurz nach der Eröffnung schlugen in unmittelbarer Nähe des Tagungsorts mindestens zwei Mörsergranaten ein. Im schiitischen Viertel Sadr City riss ein Selbstmordattentäter bei einem Autobombenanschlag mindestens 20 Menschen mit in den Tod. 48 weitere wurden laut Polizei verletzt.

Unterdessen wurde die Festnahme eines ranghohen Vertreters des Terrornetzwerks Al Kaida bekannt gegeben. Anders als zunächst gemeldet, handele es sich aber nicht um Abu Omar al Baghdadi, sagte ein irakischer Militärsprecher am Samstag. Am Freitag hatte Brigadegeneral Kassim al Mussawi erklärt, Al Baghdadi sei bei einer Razzia in Abu Ghraib bei Bagdad gefasst worden. Er gilt als Chef einer mit Al Qaida verbündeten Gruppe, die für zahlreiche Terroranschläge verantwortlich gemacht wird.

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(AP/dpa)