Irak Anschlagsserie auf Kirchen erschüttert Bagdad

Eine Serie von Anschlägen auf christliche Kirchen hat am Wochenende die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Die US-Armee setzte ihre Luftangriffe auf Ziele in der sunnitischen Widerstandshochburg Falludscha fort und tötete dabei mindestens drei Menschen.

Bei einem Granatenangriff nahe einer Waffensammelstelle in Sadr City gab es nach Augenzeugenberichten ebenfalls Opfer. Beim Zusammenstoß von zwei US-Hubschraubern über Bagdad wurden zwei US-Soldaten getötet. Die Gruppe des als Terroristen gesuchten Jordaniers Abu Mussab Sarkawi erklärte im Internet, sie habe elf irakische Sicherheitskräfte enthauptet.

Bei Anschlägen und einem Granatenangriff auf mehrere Kirchen in Bagdad kam am Samstag ein Mensch ums Leben, neun weitere wurden verletzt. Die Gotteshäuser wurden zum Teil schwer beschädigt; die aus Holz erbaute römisch-katholische Sankt-Georg-Kirche ging in Flammen auf.

Offenbar handelte es sich um einen gezielten Schlag gegen christliche Kirchen in Bagdad am zweiten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan. Im Irak leben nur etwa 700.000 Christen. Sie machen etwa drei Prozent der 24 Millionen Einwohner aus, die zum größten Teil Moslems sind.

Opfer in der Zivilbevölkerung

Beim Einschlag einer Mörsergranate in der Nähe eines als Waffensammelstelle dienenden Stadions im Bagdader Stadtteil Sadr City gab es am Sonntag nach Augenzeugenberichten Opfer unter der Zivilbevölkerung. Hunderte Anhänger des Schiitenpredigers Moktada Sadr wollten in dem Stadion ihre Waffen abgeben. In den vergangenen Tagen gaben Sadr-Milizionäre in Sadr City mehr als tausend mittlere und schwere Waffen ab. Im Gegenzug sagte die irakische Übergangsregierung Geldzahlungen sowie die Freilassung gefangener Milizionäre zu.

Die Frist zur Abgabe der Waffen in Sadr City sollte am Sonntagabend auslaufen. Ab Montag sollte die irakische Nationalgarde und Polizei mit Unterstützung der US-Armee zusätzliche Waffen bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmen. Der Kommandeur der US-Truppen in Sadr City, Oberst Abe Abrams, veranschlagte dafür drei bis vier Wochen. Bislang wurden nach seinen Angaben größtenteils "alte" oder "unbrauchbare" Waffen eingesammelt.

Die US-Luftwaffe griff in der 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt Falludscha nach eigenen Angaben "illegale Kontrollpunkte der Sarkawi-Gruppe" an. Die dort anwesenden "schwer bewaffneten Terroristen" hätten den Verkehr aufgehalten, Passanten eingeschüchtert sowie Zivilisten festgenommen und verhört, hieß es.

Ein Arzt sagte, nach den Angriffen seien drei Todesopfer eingeliefert worden. Beim Zusammenstoß und Absturz von zwei US-Hubschraubern über Bagdad wurden am Samstagabend zwei US-Soldaten getötet und zwei weitere verletzt.

Sarkawis Gruppe Tauhid wal Dschihad erklärte auf einer islamistischen Internetseite, elf Angehörige der irakischen Polizei und der Nationalgarde seien auf der Bagdader Haifa-Straße geköpft worden. Die Echtheit der Erklärung sowie der Tod der Sicherheitskräfte konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.