Während al-Qaida im Irak eine neue Offensive der Gewalt ankündigt, droht der radikale Schiitenführer a-Sadr den USA mit "offenem Krieg".

Der Anführer der al-Qaida im Irak hat eine vierwöchige Offensive gegen die amerikanischen Truppen angekündigt. Eine Stimme, bei der es sich um jene Abu Ajjub al-Masris handeln soll, erklärte in einer Tonbandaufnahme, man werde die US-Opfer Präsident George W. Bush widmen. Die Erklärung erschien am Samstag auf einer Website militanter Islamisten.

Offene Drohung: Sollten die iraktischen Truppen die Milizen von Al-Sadr nicht endlich in Ruhe lassen, werde er einen offenen Krieg gegen die USA führen. (© Foto: AFP)

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"Jede Einheit sollte den Kopf eines Amerikaners als Geschenk für den Scharlatan Bush präsentieren", sagte die Stimme weiter. Die Anhänger der al-Qaida wurden aufgefordert, sich hinter al-Masri zu stellen und seinen Anweisungen zu folgen. Als weiteres Ziel neben den US-Soldaten wurden sunnitische Stammesführer und ehemalige Aufständische genannt, die inzwischen die Seiten gewechselt haben und nun den Kampf gegen die al-Qaida unterstützen.

Auch der schiitische Milizenführer Muktada al-Sadr drohte mit einer neuen und zeitlich unbegrenzten Offensive im Irak. Wenn die Regierung in Bagdad die gemeinsamen Angriffe mit den US-Streitkräften gegen seine Anhänger nicht einstelle, werde er ihnen den "offenen Krieg" erklären, teilte der Prediger am Samstag mit. Dies sei die letzte Warnung.

Die Regierung solle endlich den Weg des Friedens einschlagen und damit aufhören, die eigene Bevölkerung zu bekämpfen. Die Drohung, den seit über sieben Monaten gültigen Waffenstillstand aufzuheben, folgt heftigen Kämpfen zwischen Sadrs Mahdi-Miliz und den Regierungstruppen. Diese begannen am 25. März eine Offensive gegen die antiamerikanische Miliz im Bagdader Stadtteil Sadr City und in der südlichen Hafenstadt Basra.

Anfang April hatte Sadr seine Gefolgsleute vorerst zum Rückzug aufgefordert, seither kommt es aber immer wieder zu tödlichen Gefechten.

Kämpfen bis zur Befreiung

Sadr verglich die Regierung in Bagdad in seiner Stellungnahme mit dem Regime des früheren Machthabers Saddam Hussein, der die schiitische Mehrheit im Land unterdrückte. Die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki kritisiert der Prediger vehement, da sie sich nicht um einen Abzug der US-Soldaten bemühe. Notfalls wolle er "bis zur Befreiung" kämpfen, erklärte er am Samstag.

Ein Offensive der Mahdi-Miliz wäre auch für die USA ein herber Rückschlag. Die Verbesserung der Sicherheitslage im Irak wurde von führenden US-Generälen auch mit der Waffenruhe der Sadristen begründet. Die US-Soldaten könnten bei einem Ende der Waffenruhe wieder verstärkt zur Zielscheibe werden.

Die US-Armee warnte al-Sadr vor erneuten Kämpfen. Wenn al-Sadr und seine Milizen wieder zu den Waffen griffen, habe die US-Armee "genug Schlagkraft, um den Feind anzugreifen", sagte der für das Kommando der US-Armee in den zentralirakischen schiitischen Provinzen zuständige US-General Lynch. Er hoffe, dass al-Sadr weiterhin die Gewalt eindämme und nicht dazu aufwiegele.

Derweil traf US-Außenministerin Condoleezza Rice zu einem zuvor nicht angekündigten Besuch in Bagdad ein. Bei einem Treffen mit al-Maliki lobte sie die Bemühungen der Regierung um Aussöhnung zwischen den verfeindeten Lagern. Schiiten, Sunniten und Kurden arbeiteten mittlerweile besser zusammen als je zuvor.

Am Dienstag wird Rice an einer Konferenz der Nachbarstaaten des Iraks in Kuwait teilnehmen. Sie will sich dafür einsetzen, dass die Nachbarländer ihre diplomatischen Beziehungen zum Irak wieder aufnehmen. Dadurch soll der Einfluss Irans auf Bagdad verringert werden.

Mit ihrem iranischen Kollegen, Außenminister Manuchehr Mottaki, will Rice auf der Konferenz allerdings nicht persönlich zusammentreffen. In der ostirakischen Provinz Dijala wurden am Sonntag fast 40 Studenten von bewaffneten Männern entführt, wenige Stunden später jedoch wieder freigelassen. Einzelheiten über den Vorfall gaben die Behörden nicht bekannt.

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(AFP/AP/dpa/bica/dmo)